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Freitag, 15. Dezember 2017

Datenmanagement

Mittelstand soll Schätze aus großen Datenbergen heben

Von Michael Matzer | 19. Juni 2015 | Ausgabe 25

Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) aus Baden-Württemberg können ab sofort beim Smart Data Solution Center Baden-Württemberg (SDSC-BW) kostenlos eine Potenzialanalyse vornehmen. Damit finden sie heraus, ob sie Big bzw. Smart Data nutzen können, um zu Innovationen zu gelangen.

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Foto: dpa/Gaetan Bally

Datenanalysen führen zu Erkenntnissen. Auch kleine und mittlere Unternehmen können und wollen davon profitieren.

Viele Mittelständler schrecken vor Big Data, also großen Datenvolumina, zurück, weil sie glauben, dass sie diese nicht verarbeiten können. „In Wahrheit kommt es aber auf Smart Data an“, weiß Andreas Wierse vom Smart Data Solution Center Baden-Württemberg, kurz SDSC-BW genannt.

Big Data

Wierse, Geschäftsführer der Firma Sicos BW, die zum Verbund des SDSC gehört, erklärt: „Auch relativ kleine Datenmengen – Small Data – können ausreichend sein, um Gewinn zu erbringen, auf die Kombination mit weiteren externen Daten kommt es an.“ Maßgeblich sei vor allem, dass genau die Informationen gefunden würden, die Antworten auf relevante Fragestellungen gäben, und dass diese effektiv und zukunftsorientiert eingesetzt würden.

Um in kurzer Zeit herauszufinden, welche externen Daten denn nützlich sind, ist zunächst ein Rechner mit einem großen Arbeitsspeicher (RAM) nötig. In diesem RAM wird gerechnet, denn das Laden der Daten von Festplatten wäre viel zu zeitaufwendig. „Dieses In-Memory-Computing ermöglicht es, die hierin geladenen Daten rasch in verschiedenen Dimensionen zu modellieren und aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten“, erläutert Wierse.

Ein solches In-Memory-Computing ermöglichen die Rechner des weiteren Teilhabers von SDSC-BW, nämlich des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) mit seinem Rechenzentrum Steinbuch Centre for Computing (SCC) sowie dem KIT-Lehrstuhl für Pervasive Computing Systems. „Auf diesen großen Rechnern können die Kunden des SDSC-BW entsprechend vorbereitete oder selbst entwickelte Algorithmen ausführen lassen“, erklärt Wierse. Sinn dieser kostenlosen Rechenoperationen ist es, das Potenzial eines Kunden hinsichtlich Smart Data zu analysieren. „Bei zwei Interessenten wurde dieses Potenzial bereits entdeckt.“ Wierse nennt einen „süddeutschen Verlag, der Web- und Social-Media-Analyse machen will“, und ein „IT-Unternehmen, das bereits Business Intelligence anbietet und sein Angebot als Dienstleister in Richtung Smart Data weiterentwickeln möchte“. Diese Interessenten möchten ihr Business optimieren oder ausweiten.

Das SDSC sei ein herstellerunabhängiger „Solution Enabler“, der strikte Neutralität wahre, versichert der Geschäftsführer der Sicos BW. „Wir verkaufen nichts, sondern bieten Hilfe zur Selbsthilfe. Dabei garantieren wir die Vertraulichkeit der Kundendaten.“ Vielmehr agiere das SDSC mit Unterstützung des baden-württembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart. Das Wissenschaftsministerium will die regionale Wirtschaft fördern, indem es Big Data auch für KMU nutzbar macht. Seit Anfang 2015 besteht das Projekt, und die Informationen dazu findet man seit März auf der Webseite des SDSC.

Weil die Verknüpfung unterschiedlicher Informationen den Wert von Smart Data ausmacht, sind nach Angaben von Wierse die Erfahrungen der Projektpartner vom KIT von besonderer Bedeutung. „Hier steht uns ein kompetentes Netzwerk neutraler Partner zur Verfügung, die sowohl die Perspektive von Forschungsinstitutionen über kleine Dienstleister bis hin zu größeren Unternehmen kennen als auch im Anschluss an die kostenlose Pilotphase umfangreiche Projekte schultern können.“

Auch extreme Spezialisten und Nischenanbieter können dieses Angebot nutzen, ohne auf halber Strecke Schiffbruch zu erleiden.

Ein häufig anzutreffendes Hindernis, mit dem Mittelständler nach Ansicht Wierses zu kämpfen haben, ist die sprachliche Kluft zwischen der IT-Abteilung und der Geschäftsführung. „Die Fachabteilungen sprechen oft eine andere Sprache als die IT-Techniker“, weiß Wierse aus eigener Erfahrung. „Aber wir verstehen beides.“ Denn die Sicos BW und die Projektleitung beim KIT brächten die entsprechenden Voraussetzungen mit. „Ich bin Wissenschaftler mit Informatikwissen, aber auch Unternehmer“, charakterisiert sich Andreas Wierse. Diese Allround-Kompetenz will er in den Dienst der Potenzialanalyse für die kleinen und mittelständischen Unternehmen stellen.

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