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Donnerstag, 14. September 2017, Ausgabe Nr. 37

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Software

Mobilität und Cloud Computing sind die IT-Wachstumstreiber

Von Michael Matzer | 7. Oktober 2011 | Ausgabe 40

Auf der kürzlich zu Ende gegangenen Messe IT & Business bestimmten mobile Anwendungen und Cloud Computing viele Neuheiten der mittelständischen IT-Hersteller. Experten erhoben Forderungen an die Industrie, für mehr Sicherheit in der Cloud-Nutzung zu sorgen.

Die Doppelmesse aus IT & Business und DMS-Expo verzeichnete bei ihrem dritten Auftritt rund 11 000 Fachbesucher (Vorjahr: 10 271). Damit sind die Veranstalter sehr zufrieden. Die IT & Business habe sich nach nur drei Jahren bereits als "wichtiger Branchentreff als Ergänzung zur Leitmesse CeBIT" etabliert, erklärt Axel Pols, Chefvolkswirt des Bitkom-Verbandes. "Die IT & Business ist eine Plattform für den – in Süddeutschland besonders starken – Mittelstand."

Die gute Stimmung in der ITK-Branche macht Pols am Ifo- und am eigenen Bitkom-Index fest. Die Nachfrage sei auch im dritten Quartal hoch, vor allem aus der Industrie und dem Dienstleistungssektor. "Hier wird der Investitionsstau des Krisenjahrs 2009 abgebaut."

Rainer Glatz, Geschäftsführer Fachverband Software im VDMA, bestätigt diese Zuversicht. Der VDMA habe seine im April getroffene Produktionsprognose von plus 14 % kürzlich bestätigt und rechne für nächstes Jahr mit einem Wachstum von 4 %. Die IT-Durchdringung des Sektors sei in den letzten beiden Jahren um 5 % gestiegen, so dass nun statistisch neun von zehn Beschäftigten im Maschinen- und Anlagenbau über einen Rechnerarbeitsplatz verfügen.

Seine Feststellung, dass mittlerweile knapp ein Drittel der Mitarbeiter in den Unternehmen einen mobilen Arbeitsplatz nutze, spiegelt sich in den Neuheiten, die die Aussteller zeigen. So stellte IFS die ersten zwei berührungsempfindlichen Anwendungen für seine betriebliche (ERP) Software vor. Die Reisekostenabrechnung läuft auf dem Apple iPhone und iPad, weitere Plattformen dürften folgen. CAS Software aus Karlsruhe zeigte seine Apps zur Kundenverwaltung für Android, iPhone und iPad, Myfactory bietet sein ERP-Paket gleich ganz online und mobil an.

Internationalisierung und Integration sind weiterhin im Mittelstand gefragt. Für kleine und mittelgroße Unternehmen, die expandieren wollen, bietet
Sage mit der Standard Edition seines ERP-Pakets X3 eine kaufmännische Lösung ab 50 000 €, die sich bereits in 35 Tagen statt wie sonst in 80 Tagen implementieren lasse, wie Christopher Catterfeld von Sage versichert.

Neben Mobilität und Datenanalyse sieht Stephan Wippermann von IBM Deutschland im Cloud Computing ein weiteres Trendthema im Mittelstand. IFS etwa hat seine eigene Cloud auf der Basis von Microsoft Azure aufgebaut, welches bekanntlich in Microsofts eigenen Rechenzentren vorgehalten wird. Dadurch soll auch die entsprechende Sicherheit der Anwendungen und Kundendaten gewährleistet sein. Sage betreibt keine Cloud für seine Kunden, sondern bietet hierfür Partner, sogenannte Cloud Provider, an.

Wippermann hält für Cloud-Anbieter und -Betreiber eine "intelligente IT-Infrastruktur" als unabdingbar, um flexibel und effizient unterschiedliche Arbeitslasten in einem Unternehmen zu handhaben und IT-Services schnell bereitstellen zu können. Der IBM-Mittelstandschef sagte, IBM wolle bis Ende 2012 1 Mrd. $ in IT-Projekte des Mittelstands investieren, nicht zuletzt auch in Cloud Computing.

Es gibt jedoch noch Bedenken hinsichtlich der Sicherheit in der Cloud. BSI-Präsident Michael Hange wies auf die Notwendigkeit von Sicherheitsstandards hin, nicht zuletzt auch bei den Cloud-Anbietern, sowie verbesserter Interoperabilität der Cloud-Services. "Jeder Nutzer sollte möglichst leicht den Provider wechseln können, ohne Einbußen an Servicegüte befürchten zu müssen." Hier müsse die Industrie nachlegen.

Auch der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar erhebt Forderungen. "Wir brauchen klare Kriterien auch für Cloud-Services, im Hinblick auf den technologischen Sicherheitsstandard und im Hinblick auf den Datenschutz. Wir brauchen klare vertragliche Regelungen zwischen den Cloud-Anbietern und den Cloud-Nutzern, die den Vorgaben des Datenschutzrechts genügen. Und wir brauchen Kontrollstrukturen, die die Einhaltung des Datenschutzes garantieren und überwachen." 

  MICHAEL MATZER

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