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Donnerstag, 14. September 2017, Ausgabe Nr. 37

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Produktion

Montagetechnik stemmt Rekordwachstum

Von U. W. Schamari | 7. Oktober 2011 | Ausgabe 40

Mit einem Zuwachs von 42 % auf 6,1 Mrd. € Umsatz in diesem Jahr stellen die deutschen Anbieter von Montage- und Handhabungstechnik ihre Spitzenwerte von 2008 in den Schatten. Kurz vor der Fachmesse Motek 2011 vom 10. bis 13. Oktober in Stuttgart attestieren Branchenexperten bereits weiteres Erfolgspotenzial für 2012. Schlüsseltrends wie flexible Automation, Energieeffizienz und Modulbauweise werden deshalb viel diskutierte Themen auf den Messeständen der rund 950 Aussteller sein.

"Dank der immer noch starken Nachfrage erwarten wir 2011 im Bereich Montage- und Handhabungstechnik ein Umsatzwachstum von 42 % auf 6,1 Mrd. €", so Thilo Brodtman, Geschäftsführer Bereich Robotik und Automation im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Frankfurt. Auch für 2012 stehen die Geschäftschancen gut: Für das kommende Jahr prognostizieren die Frankfurter Börsenexperten ein weiteres Wachstum von 8 % auf 6,6 Mrd. €. "Wir setzen mit unseren drei Geschäftsfeldern Automotive, Solar und Medizintechnik auf langfristige Megatrends. Alle drei Gebiete zeigen nachhaltiges Wachstum, auch in Zukunft", ergänzte Stefan Roßkopf, Geschäftsführer von Teamtechnik, Freiberg. Zudem habe der chinesische Markt in den Bereichen Automotive und Solar weitere Dynamik gebracht: "Für die absehbare Zukunft von ein bis drei Jahren erwarten wir dort keine Abschwächung."

Auch Tobias Kröger von Automation Technology, Bad Oldesloe, ist für seinen Teilbereich des Maschinenbaus optimistisch: "Nach dem Krisenjahr 2010 erfährt die Bildverarbeitungsbranche insgesamt ein enormes Wachstum. Einen Trend sehe ich insbesondere bei der dreidimensionalen Bildverarbeitung." Hier würden sich momentan viele Unternehmen auf die Suche nach neuen Lösungsansätzen begeben, um Schweißnähte, Kleberaupen, Strukturen an Oberflächen usw. maschinell zu überprüfen. Auf der Motek führt Automation Technology die weiterentwickelte Infrarot-Bildverarbeitungssoftware IrControl und das neueste Modell seiner Hochgeschwindigkeits-3-D-Kameraserie vor.

Die Baumüller Holding, Nürnberg, präsentiert wiederum auf der Motek ihr energieeffizientes Leistungsspektrum, zu dem Servomotoren für Leistungsbereiche unter 1 kW zählen. Betriebsleiter Markus Erlich erläuterte: "Die permanent erregten Synchron-Servomotoren in den Baugrößen 028 und 036 sind eine Weiterentwicklung der Klein-
servomotoren DSD 028 und 036." Sie weisen laut Baumüller neben einer kompakten Bauform eine glatte Gehäuseoberfläche, sehr gute Rundlaufeigenschaften und eine hohe Überlastfähigkeit auf. Auch verfügen sie über hohe Dynamik und ein gutes Drehmoment-Trägheitsmassen-Verhältnis. Das Thema Energieeffizienz, so Erlich, sei ein Dauerbrenner, denn nicht nur die Energiekosten stiegen stetig, sondern gleichsam auch das Umweltbewusstsein.

Ein neues Tool zur vollständigen Off-
line-Programmierung von Robotersystemen zeigt Adept Technology, Dortmund, als Highlight auf der Motek. "In der auf Adept ACE basierenden Software wird der komplette Robotercontroller im PC virtuell abgebildet", sagte Heike Heinzel vom Vertrieb Innendienst/Marketing. Damit erfülle sich ein Wunsch vieler Programmierer, bereits Programme zu erstellen, während oder sogar bevor die reale Roboterlinie aufgebaut wird. "Simultaneous Engineering" heiße hier das Stichwort, und das parallele Arbeiten an Hard- und Software verkürze auf diese Weise das "Time to market". So ließen sich Kosten sparen, und die Prozesssicherheit der realen Roboterlinie werde erhöht. Auch die Verwendung und Simulation von hochentwickelten Anwendungspaketen wie Adept PackXpert zur Realisierung komplexer Multi-Robot-Lösungen seien nun bereits auf virtueller Ebene möglich.

Eine Art Sonderstellung genießt die Allmendinger Elektromechanik KG, Überkingen-Hausen, auf der Motek. Für Materialeffizienz und Wirtschaftlichkeit sorgt sie auf ihre Weise: Sie bietet keine Neuheiten, sondern generalüberholt meist schon vom Hersteller abgekündigte CNC-Steuerungen und Antriebsbaugruppen, die sie anschließend verkauft. Ihr Rundumservice besteht aus Ersatzteil-, Reparatur- und Vor-Ort-Service. "Durch diese Kombination aus eigener Reparaturwerkstatt und Service sind wir in der Lage, Störungen an Steuerungen und Antrieben nahezu konkurrenzlos schnell zu beheben", stellte Firmeninhaber Hermann Allmendinger fest. Zu seinen Angeboten zählt auch das Retrofitting von Werkzeugmaschinen im zerspanenden Bereich. Durch die Modernisierung von Mechanik und Steuerungstechnik wird den Maschinen quasi ein zweites Leben eingehaucht. Mit der Einbeziehung neuer Technik wie Ein-/Rückspeisemodulen und Frequenzumrichtern in bereits bewährte solide Mechanik wird laut Allmendinger eine deutlich bessere Energieeffizienz und Produktivität erzielt. U. W. SCHAMARI

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