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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Biomasse

„Nachhaltigkeit braucht klare Normen“

Von Ralph Ahrens | 7. Oktober 2011 | Ausgabe 40

Horst Fehrenbach, Teamleiter Nachhaltigkeitsbe-wertung Bioenergie des Institut für Energie- und Umweltfor-schung, Heidelberg, zur Ökologie fester Biomasse als Energieträger.

VDI nachrichten: Wie ist feste Biomasse ökologisch zu bewerten?

Fehrenbach: Die Erzeugung und Nutzung von Holz können definitiv unter Wahrung der Grundsätze von Nachhaltigkeit erfolgen. Holz weist als Biomasse hohe Flächenerträge auf, bleibt als flächengebundene Ressource jedoch begrenzt und kann daher nur Anteile des globalen Energiekonsums befriedigen.

Ortsnahe Nutzungssysteme sind ökologisch zu bevorzugen, da hier auch die Kontrolle über die Nachhaltigkeit am besten sichergestellt werden kann. Will man den Anteil der festen Biomasse an der Energieversorgung erhöhen, wird man in Ländern mit weitgehend ausgeschöpften Waldnutzungspotenzialen, zum Beispiel in Deutschland, auch auf Importe zurückgreifen müssen.

Was sind die wichtigsten ökologischen Vorteile, wo sind die wichtigsten Baustellen in puncto Ökologie?

Entscheidender Vorteil ist die hohe Produktivität von Holz bei gleichzeitig geringem Input und Umwelteingriff – weit geringer als bei jedem ackerbaulichen Produkt. Ein wirtschaftlicher Forstbetrieb kann sehr naturnah sein. Als Brennstoff benötigt feste Biomasse nur einen geringfügigen Verarbeitungsaufwand und kann mittels Kraft-Wärme-Kopplung optimal genutzt werden.

Baustelle bei der Gewinnung ist die Gefahr der Übernutzung oder die Sicherstellung von Nachhaltigkeit im Waldbau. Kurzumtriebsplantagen oder andere Holzplantagen bedeuten gegenüber Wald generell eine verringerte Biodiversität, nicht aber gegenüber Ackerland. Für importiertes Holz ist die Nachhaltigkeit der Gewinnung oft unklar. Anerkannte Zertifizierungsverfahren können hier den Nachweis ermöglichen.

Eine Baustelle bei der Nutzung ist die nicht zwangsläufig hohe Effizienz. Eine reine Stromerzeugung erlaubt gegenüber fossilen Kraftwerken deutlich schlechtere Wirkungsgrade. Eine weitere Baustelle sind die Abgasemissionen, die ebenfalls häufig ungünstiger ausfallen als bei fossilen Brennstoffen, vor allem gegenüber Erdgas.

Was wäre als Wichtigstes zu tun, um ökologische Nachteile dieser Energietechnologie zu mildern.

Für die Nachhaltigkeit der Gewinnung von Holz oder anderer fester Biomasse bedarf es klarer Normen. Noch ungenutzte Potenziale bei Reststoffen sollten verstärkt erschlossen werden. Der effizienteste Einsatz fester Biomasse im Energiebereich ist die Kraft-Wärme-Kopplung und wird es wird bis auf Weiteres bleiben.

Was die Luftreinhaltung betrifft, wird unter technischen und wirtschaftlichen Aspekten nie eine völlige Gleichwertigkeit mit dem Brennstoff Erdgas erreicht werden. Daher ist es wichtig, dass sich die Abgasstandards, vor allem für Feinstaub, an den besten verfügbaren Techniken orientieren. RALPH AHRENS

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