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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Gesundheit

Produktsicherheit hat bei Medizintechnik Vorrang

Von Bettina Reckter | 22. Februar 2013 | Ausgabe 8

Der Markt für Medizintechnik ist anspruchsvoll. So müssen aus Kunststoff gefertigte Endprodukte wie Petrischalen, Spritzen oder Pipettenspitzen höchsten Anforderungen genügen. Welche neuen Lösungen Spritzgießmaschinenhersteller aus dem Köcher ziehen, ist auf der medizintechnischen Fachmesse Medtec Europe 2013 vom 26. bis 28. Februar in Stuttgart zu sehen.

Erfreuliche Wachstumsraten seien bereits seit geraumer Zeit im Segment Kunststoff zu verbuchen, für Aussteller entwickele sich die Medizintechnikschau in Stuttgart gar zur Leitmesse für Kunststoffmedizinprodukte. "Die Medtec Europe ist zweifellos eine attraktive Plattform für Maschinenbauer", freut sich die verantwortliche Eventdirektorin Jeannette van Doorn vom Messeveranstalter UBM Canon.

Günstige Verarbeitung, hohe allergologische Toleranz und neue therapeutische Anwendungsbereiche zeichnen die klinisch eingesetzten Polymere aus. Das weiß auch Christoph Lhota, Leiter des Geschäftsbereichs Medical beim Spritzgießmaschinenhersteller Engel Austria, und stellt fest: "Der Anteil an polymeren Werkstoffen in der Herstellung von Medizinprodukten ist weiter auf Wachstumskurs und dieser Trend wird auch auf der Medtec Europe Jahr für Jahr deutlich."

Dabei hat Kunststoffexperte Lhota den Eindruck gewonnen, dass nicht nur die Zahl der Aussteller aus der Kunststoffindustrie zunimmt, sondern dass auch immer mehr Besucher aus der Branche mit konkreten Anliegen nach Stuttgart kommen.

Zu den weltweit führenden Herstellern von Spritzgießautomaten im Schließkraftbereich unter 1000 kN zählt auch das Unternehmen Dr. Boy aus Neustadt-Fernthal. Seine Automaten zeichnen sich laut Unternehmensangaben durch eine eigene Bauweise und hohe Präzision aus. Die frei überstehende Schließeinheit ohne jegliche Antriebskomponenten bieten beste Möglichkeiten, einen kompakten Reinraum von der Antriebsseite zu trennen.

"Das Antriebskonzept unserer Maschinen erzeugt wenig Abwärme und ist in Verbindung mit Laminarflow-Hauben und Edelstahlausstattung eine optimal effiziente Reinraum-Maschinenkonfiguration", sagt Alfred Schiffer, geschäftsführender Gesellschafter bei Dr. Boy.

Mindestens ebenso wichtig in der Medizintechnik ist die hohe Reproduziergenauigkeit der Maschine. Qualitätsschwankungen oder gar fehlerhafte Teile seien in den oft vollautomatisierten Fertigungsprozessen nicht akzeptabel, so der Chef des mittelständischen Unternehmens. Seine Boy 35 E fertigt in Reinraumausstattung mit energieeffizientem Servoantrieb auf einem 16-fach-Werkzeug Schutzkappen für Insulinspritzen.

Grundsätzlich steht bei der Fertigung medizintechnischer Teile höchste Produktsicherheit an erster Stelle. Gefordert wird von den Maschinenbauern zudem eine hohe Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Als Systemlieferant betrachtet Engel dabei die Fertigungszelle als Ganzes.

Oft erweisen sich zum Beispiel Förderbänder als Kontaminationsquelle. Deshalb hat der österreichische Hersteller Engel "eigene Förderbänder speziell für den Einsatz in Reinräumen entwickelt, die wir nicht nur im Paket mit Spritzgießmaschinen, sondern auch einzeln anbieten", sagt Lhota. Jüngste Weiterentwicklungen zielten darauf ab, die Leistung vollelektrischer Spritzgießmaschinen weiter zu steigern.

Auch Achim Rath, Bereichsleiter Vertrieb und Marketing bei Boy, sieht in den zunehmend kürzer werdenden Entwicklungs-, Konzeptions- und Produktlebenszyklen die Trends in der Kunststoffverarbeitung. Außer einer hohen Teilequalität sei eine wirtschaftliche Fertigung unabdingbar, so Rath.

Bei Boy habe man deshalb von Beginn an alle Einsparpotenziale im Blick, so auch den Energieverbrauch der Maschinen. Diesen Anforderungen werde man mit kleinen Produktionseinheiten am ehesten gerecht. Durch einen modularen Aufbau könnten die Spritzgießmaschinen perfekt auf ihre Aufgaben abgestimmt werden.

Weil Medizinprodukthersteller zunehmend auf die Stückkosten achten müssen, ergäben sich durch Prozessintegration große Chancen. Diesem Trend folgend, gewinne derzeit "der Mehrkomponentenspritzguss in der Medizintechnik an Bedeutung, zum Beispiel für Hart/Weich-Materialkombinationen", so Engel-Fachmann Lhota. So würden bereits Masken für die Beatmung oder Komponenten für Insulinpens im Zweikomponentenspritzguss gefertigt. ber

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