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Freitag, 11. April 2014, Ausgabe Nr. 15

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PC-Betriebssysteme

Rückenwind für Windows 8: Das Ende für XP kommt im April 2014

Von Jens D. Billerbeck | 15. Februar 2013 | Ausgabe 7

Seit etwas mehr als 100 Tagen ist Windows 8 nun am Markt erhältlich. Und während Käufer neuer PCs meist keine Wahl haben, welches System vorinstalliert ist, stehen die IT-Manager in den Unternehmen vor der Qual der Wahl. Einzig das immer noch erstaunlich beliebte Windows XP steht unweigerlich vor dem Ende, denn Anfang 2014 läuft der Support dafür aus.

Neu gewählten Amts- und Würdenträgern wird für gewöhnlich eine 100-Tagefrist zur Einarbeitung und Eingewöhnung gewährt, bevor sie mit ersten kritischen Fragen bedrängt werden. Einem Betriebssystem für PCs wird diese Schonfrist für gewöhnlich nicht zugebilligt, hier wird meist schon vor der offiziellen Markteinführung das Für und Wider in einschlägigen Foren heftig diskutiert. So erging es auch Windows 8, am 26. Oktober vergangenen Jahres offiziell vorgestellt und nun seit etwas mehr als 100 Tagen im Markt verfügbar.

Schon weit vor dem Veröffentlichungstermin war klar, dass mit Win-
dows 8 eine ganz neue Bedienphilosophie auf den PCs Einzug halten wird. Ein Schritt, wie er vergleichbar wohl nur beim Übergang vom ersten wirklich erfolgreichen Windows 3.11 hin zu Win-
dows 95 gemacht wurde. Seit diesem Windows 95 gehört der "Start"-Button zu jeder neuen Windows-Version und hat auch die Verschmelzung der Konsumvarianten (95, 98, ME) und der einst professionellen Windows-NT-Welt klaglos überstanden.

Und nun ist er plötzlich weg. Ersetzt durch bunte Kacheln, die Apps und Anwendungsprogramme darstellen und durch ihre Größe schon deutlich anzeigen: Hier wird mit den Fingern bedient, der Touchscreen erobert nach Smartphone und Tablet nun auch den PC. Besucher der letztjährigen CeBIT und der herbstlichen IFA hatten ausreichend Gelegenheit, sich an Windows 8 im wahrsten Sinne des Wortes heranzutasten. Und fanden vieles neu, anfangs ungewohnt und irritierend.

Dabei stand bei Windows 8 die intuitive Bedienbarkeit ganz klar im Vordergrund der Entwicklungsbemühungen, wie Oliver Gürtler, Leiter des Windows-Bereichs bei Microsoft Deutschland, erklärte. In Tests mit wenig erfahrenen PC-Nutzern, Kindern und älteren Menschen habe man sowohl Windows 7 als auch Windows 8 getestet und dabei festgestellt, dass diese mit Windows 8 deutlich besser zurechtkamen.

Auch in Testreihen mit Umsteigern von Windows 7 auf Windows 8 habe sich, so Gürtler, nach nur zwei Wochen gezeigt, dass praktisch niemand zurück wollte. Und dabei hat gerade der erfahrene, manchmal leidgeprüfte Windows-Nutzer die größten Hürden zu überwinden: Der Start-Knopf ist jetzt der Startbildschirm, die Bildschirmecken und -kanten haben wichtige Funktionen – für den Touchscreen-Nutzer oft intuitiver erfahrbar als für Nutzer mit Maus und Tastatur – und viele gewohnte Arbeitsschritte müssen zunächst einmal neu gelernt werden.

Manchmal sind es dabei auch nur alte Gewohnheiten, die abzulegen sind. Niemand hat beispielsweise früher auf dem Windows-Desktop einfach angefangen zu tippen. Tut man das hingegen auf dem neuen Startbildschirm, wird sofort die Suchfunktion aktiviert. Man tippt z. B. die Buchstaben w und o, drückt die Enter-Taste und hat prompt Word gestartet. "Schneller geht es kaum", wie Gürtler versichert.

Und so wirkt der deutsche Windows-Chef auch deutlich zufriedener, was den Markterfolg von Windows 8 in den ersten 100 Tagen angeht, als dies die Zahlen der Marktforscher weltweit nahelegen könnten. Gewiss: Die Erwartung auf Windows 8 hat Mitte letzten Jahres die PC-Verkäufe schwächeln lassen und diese sind nach Erscheinen nicht angezogen. Das hing laut Gürtler auch damit zusammen, dass zum Marktstart zu wenige Geräte wirklich verfügbar waren, mit denen die Stärken von Windows 8 wirklich auszuspielen waren. Vor allem die Durchdringung des PC-Marktes mit Touch brauche seine Zeit.

Wie beharrlich das so schnelllebige PC-Geschäft manchmal sein kann, belegt Gürtler mit einer anderen Zahl: In den Unternehmen laufen rund 40 % aller PCs noch auf dem "Urgroßvater" von Windows 8, nämlich Windows XP. Dieser Veteran der Windows-Entwicklung kam bereits 2001 auf den Markt, wird aber laut Gürtler im April 2014 nach dann fast 13 Dienstjahren endgültig zu Grabe getragen: Mit dem Ende des Supports wird es keine Sicherheitsaktualisierungen für XP mehr geben und damit ist das System für den professionellen Einsatz ab dann ungeeignet.

Bleiben knapp zwölf Monate für eine Migration – auf Alternativen außerhalb der Windows-Desktop-Welt oder auf Windows 8 bzw. auch noch Windows 7. Denn für den erfolgreichen Vorgänger wird nicht sofort die Reißleine gezogen. Mindestens bis April 2014 werde man Windows 7 noch anbieten, wenn Kunden die Migration in diese Umgebung planen. Angesichts des IT-Fachkräftemangels rät Gürtler allerdings, mit diesem Umstieg eher früher als später zu beginnen, rechnet man bei Microsoft doch mit neun bis zwölf Monaten Migrationszeit für rund 1000 Mitarbeiter-PCs.

Um möglichst viele PC-Besitzer vom neuen Windows 8 zu überzeugen, hatte Microsoft ein günstiges Einführungsangebot gemacht. Bis 31. Januar konnte Windows 8 Professional für knapp 30 € in einer Vollversion heruntergeladen werden. Ein Angebot, das laut Gürtler in Deutschland "überraschend gut" gelaufen sei. Und das in einem Markt, der traditionell wenig aufgeschlossen für den Softwarekauf per Download sei. jdb

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