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Donnerstag, 25. Mai 2017, Ausgabe Nr. 21

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Automation

Sehnsüchtiges Warten auf serienreife Service-Roboter

Von H. Weiss | 7. Oktober 2011 | Ausgabe 40

In San Francisco trafen sich vorige Woche Roboterexperten und interessiertes Publikum, um sich über die neuesten Entwicklungen bei den Maschinen-Menschen zu informieren. Das größte Interesse galt den Service-Robotern. Es scheint, dass die Menschheit sehnsüchtig darauf wartet, endlich von intelligenten oder hochspezialisierten Service-Experten unterstützt zu werden.

Die Themenvorgabe der diesjährigen IROS-Konferenz in San Francisco hieß "Mensch-zentrierte Roboter", und folglich waren die beherrschenden Trends neue Entwicklungen bei den Service-Robotern, eine flutwellenartige Ausbreitung der Bewegungssensorik sowie der Einsatz von frei verfügbarer Software (Open Source). Letzteres bedeutet eine rasante Ausweitung der Entwicklergemeinde, was zu immer mehr Applikationen in immer kürzerer Zeit führt.

Obwohl sich die IROS als eine Konferenz versteht, ist das Herzstück der Veranstaltung der Ausstellungsbereich, in dem man mit den Robotern haut- und blechnah auf Tuchfühlung gehen kann. Publikumsmagnet ist weiterhin Hondas Asimo, aber auch die neueren Systeme, wie das Flugobjekt Quadrator von Ascending Technologies oder der PR2 von Willow Garage, an dessen Entwicklung unter anderen auch das Bosch Research and Technolgy Center aus Palo Alto beteiligt ist.

Neben diesen bekannten Publikums-
attraktionen konnte man auch interessante neue Projekte entdecken. Pentagons Forschungsabteilung Darpa zeigte einen Simulator für das ARM-Projekt (Autonomous Robot Manipulation). Das ist eine offene Plattform, über die jeder seinen eigenen Code für den ARM-Roboter entwickeln und einsenden kann. Die Darpa will damit das Interesse an der Roboterprogrammierung steigern, denn laut deren Ingenieure gibt es weiterhin einen immensen Bedarf an Roboterprogrammierern.

Auch Rezero, ein Ball-Roboter der ETH-Zürich, zog mit seinen Kunststücken sowohl das allgemeine Publikum als auch das Interesse der Experten auf sich. Hierbei handelt es sich um einen Roboter, der sich auf einer Kugel fortbewegt. Das bietet extreme Beweglichkeit, hohe Beschleunigung und kreisel-artige Stabilität.

Weiteres Interesse galt den Autonomen Unterwasser-Fahrzeugen (AUV), die sich immer besser manövrieren lassen. Hier gibt es nach Meinung der Hersteller einen rasant zunehmenden Bedarf bei der Offshore-Erdölexploration. Eine Entwicklung, die vermutlich auf die jüngste BP-Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zurückzuführen ist.

Die Konferenz bot den Besuchern über 100 begleitende Vorträge und Präsentationen. Da aber die Robotertechnologie inzwischen reifer geworden ist, gab es dort keine bahnbrechenden Neuheiten. Wie andere etablierte Technologien auch bewegt sich die Robotertechnik mittlerweile mit kleinen Schritten vorwärts. So gab es z. B. Vorträge über verbesserte Mustererkennung oder über optimierte Kommandostrukturen zur koordinierten Steuerung von Roboterschwärmen.

Die meisten Vorträge behandelten den Trend der Service-Robotik. Kuka Laboratories, Augsburg, will seine Erfahrungen aus den Industrierobotern zur Entwicklung von Service-Robotern in den Bereichen Gesundheitswesen und Krankenpflege nutzen. Da beides ein weltweites Kostenproblem ist, waren Kukas Präsentationen überdurchschnittlich gut besucht. Für ein spielerisches Highlight sorgte dort der mit der Stanford University entwickelte "JediBot", bei dem der Roboter ein Lichtschwert führt. Dieser und andere vorgestellte Projekte zeigten, welche Fortschritte die Mensch-Roboter-Interaktion macht.

In diese Kategorie gehören auch die vielen neuen Roboterexperimente zur Unterstützung von chirurgischen Eingriffen. Ingenieure des Bostoner Kinder-Krankenhauses stellten ein System vor, bei dem eine chirurgische Biopsienadel mit den Daten eines MRI gesteuert wird. "Wir haben nachgewiesen, dass ein MRI wesentlich mehr Möglichkeiten bietet als nur einen Einblick in bestimmte Organe", sagte Pierre Dupont, Chef der Bioengineering-Abteilung der Kinderklinik, in seiner Präsentation. Zumindest die Kongressbesucher machten den Eindruck, dass längst auf praxistaugliche Service-Roboter gewartet wird. H. WEISS

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