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Freitag, 15. Dezember 2017

Automobil

Tesla macht Montage zum Event

Von Martin Ciupek | 4. Oktober 2013 | Ausgabe 40

Mit der Eröffnung seines ersten europäischen Montagewerks in Tilburg, Niederlande, setzt Elektroautohersteller Tesla ein Zeichen. Jährlich sollen dort 10 000 Fahrzeuge für den europäischen Markt gebaut werden.

$Bild2$US-Hersteller montiert in Europa: Tesla-Mitarbeiter verbinden in Tilburg Karosserie, Antrieb sowie Batterie und führen anschließend Funktionstests durch. Foto: M. Ciupek

Von skeptischer Zurückhaltung war Anfang September bei der Eröffnung des Tesla Montagewerks im niederländischen Tilburg nichts zu spüren. Stattdessen tummelten sich dort begeisterte Besitzer und andere geladene Gäste. Tesla-Manager Bryan Batista konnte das als Bestätigung für die Standortwahl werten. Die Logistikinfrastruktur, die Verfügbarkeit von qualifizierten Fachkräften sowie die Begeisterungsfähigkeit für Elektromobilität seien laut Batista in Tilburg gegeben.

"Die gute logistische Anbindung über den Hafen von Rotterdam war für uns ein wichtiges Argument", erklärte er bei der Werkseröffnung. Obwohl Tesla viele Zulieferer in Deutschland habe, sei dies neben günstigeren Steuern ein wesentliches Kriterium für den Standort in den Niederlanden gewesen, gefolgt von der Mehrsprachigkeit der Bevölkerung.

Nach Tilburg gelangen die Zulieferteile deutscher Unternehmen wie Bosch und Continental über den Hauptsitz in Kalifornien. Dort werden die Tesla Roadster und Tesla S zunächst in einem von Toyota übernommenen Werk komplett produziert. Einige Anlagen habe man davon laut Batista für die Produktion der Elektrosportwagen verwenden können, andere wie Spritzgussmaschinen seien zusätzlich installiert worden.

Nach ersten Funktionstests in den USA gehen die Fahrzeuge demontiert in die Einheiten Karosserie, Batterie und Antrieb in Containern auf den Weg nach Tilburg. Etwa 2 h benötigen die Monteure, um die drei Baugruppen zusammenzusetzen. Dabei gestaltet sich nach Angaben von Tesla die Montage der Batterie etwas aufwendiger als die des Antriebes. Anschließend erfolgen Zahlreiche Funktionstests, z. B. der Elektrik, der Antriebe und der Bremsen. 24 h nach Anlieferung sei das Fahrzeug dann bereit zur Auslieferung.

Mit der Werkseröffnung konnten die ersten Kunden aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland ihre Tesla-S-Fahrzeuge in Empfang nehmen. Unter Applaus der anwesenden Mitarbeiter und Gäste schickte der Automobilhersteller die Kunden, die teilweise schon Erfahrungen mit dem Roadster gesammelt hatten, auf ihre erste Reise.

So erzeugt Tesla Enthusiasmus bei seinen Käufern, der der Begeisterung von frühen Apple-Kunden nahekommt. Es bleibt nun die Frage nach der entsprechenden Ladeinfrastruktur. Das ist auch Batista bewusst.

"Anders als bei Elektrofahrzeugen mit kleiner Reichweite spielen für uns öffentliche Ladestationen nicht so eine große Rolle", erklärte Barista in Tilburg. Bei den vom Hersteller angegebenen Reichweiten von bis zu 500 km sei öffentliches Laden für viele Kunden im Alltag nicht so wichtig, da sie meist die Möglichkeit hätten, die Fahrzeuge zu Hause aufzuladen. Wichtiger sei es für den Tesla-Manager ein Netz von Schnellladestationen aufzubauen.

"Wir möchten, dass unsere Kunden auf Langstreckenfahrten ihr Fahrzeug in 30 min kostenlos aufladen können, während sie etwas anderes tun können." Je nach Ladezustand der Batterie und Ladestrom dauert das im Moment etwa 2 h bis 8 h. Auch mit induktivem Laden beschäftigten sich die Tesla-Ingenieure. Der aktuelle Fokus liege jedoch klar auf der Schnellladetechnik.  MARTIN CIUPEK

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