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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

Messe „Bau 2015“

Welt der Baustoffe in München

Von Elmar Wallerang | 16. Januar 2015 | Ausgabe 03

Vom 19. bis 24. Januar steht München im Zeichen der Messe Bau. Als Forum der Zulieferindustrie des Hochbaus widmet sich die Schau vor allem dem rationellen Bauen und der Verbesserung der Energieeffizienz von Konstruktionsmaterialien. Die Bauchemie stellt anlässlich der Überschwemmungen in den letzten Jahren neue Hochwasserschutz- und Instandsetzungsmethoden für gefährdete und betroffene Häuser vor.

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Foto: Fraunhofer UMSICHT

Fassadentechnik: Das System zur vertikalen Begrünung auf Basis von Kalksandstein senkt Heizkosten, vermindert Luftverschmutzung und schützt vor übermäßigen Lärm.

Zukunftsweisende Baustoffe und Bausysteme stehen im Mittelpunkt der Präsentation, wenn am 19. Januar in München die Messe Bau 2015 für sechs Tage ihre Tore öffnet. Alle zwei Jahre wird München zum Treffpunkt für die Zulieferindustrie des Hochbaus. Nach Angaben der Messeverantwortlichen sollen rund 2000 Aussteller auf 180 000 m2 Fläche ihre Produkte für rationelles und energieeffizientes Bauen präsentieren.

Der VDI informiert dieses Jahr über Möglichkeiten der optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Gebäuden. Auch andere Verbände wollen Ergebnisse der Bauforschung vorstellten.

Eine besondere Rolle spielt auf der diesjährigen Messe das Thema energieeffizientes Bauen. Aus Sicht der Zulieferer bedeutet das, bauphysikalische Lösungen wie Ziegel und Paneele mit hoher Dämmwirkung anzubieten. Indes: Allzu üppige Dämmmaßnahmen gerieten in den letzten Monaten in Verruf. Einige der Bedenken waren die Veralgung von Gebäuden und Brandgefahren.

Foto: Poroton

Hohlraummauersteine von Poroton. Die Füllung besteht aus vulkanischem Gestein oder aus Mineralwolle.

Entsprechend punkten auf der Bau 2015 Aussteller, die das Dämmen mauerwerksintern lösen. So präsentiert etwa der Ziegelhersteller Poroton Hohlraummauersteine, die über eine Füllung verfügen. Diese besteht aus vulkanischem Gestein oder aus Mineralwolle. Diese Methode mache eine „künstliche Dämmung“ verzichtbar, erläutert der Aussteller.

Im Ausstellungsbereich Steine/Erden bietet der Baustoff Beton auf der Messe einen eigenen Schwerpunkt. Thomas Kaczmarek, Geschäftsführer von BetonMarketing Deutschland, macht in diesem Zusammenhang vor allem auf die Möglichkeiten der Betonkernaktivierung oder des Sichtbetons mit unterschiedlichen Oberflächenbearbeitungen aufmerksam. Die Betonkernaktivierung soll die Klimatisierung eines Gebäudes deutlich verbessern, da die betreffenden Betonteile über wasserführende Hohlräume verfügen.

Einen weiteren Schwerpunkt beim Beton bilde – so Kaczmarek – der offenporige, wasserdurchlässige „Dränbeton“, der besonders als Deckschicht im Straßenbau geeignet ist. Im Gegensatz zur Asphalt- oder Pflasterbauweise ließe sich damit die Versiegelung von Verkehrsflächen vermeiden.

Durchlässigkeit ist auch bei einem Projekt des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik gefragt (Halle A2). Die Fraunhofer-Experten werden ein Konzept und System zur vertikalen Begrünung auf Basis von mineralischen Baustoffen wie Kalksandstein vorstellen. Das Material soll Feuchtigkeit gut transportieren und speichern, was eine einfache und flächendeckende Bewässerung ermögliche. In Zukunft könnte sie in Städten zum Einsatz kommen.

In der Halle B6 findet der Besucher den Bereich Bauchemie. Durch die Flutereignisse in Süd- und Ostdeutschland habe das klassische Bauchemiethema „Abdichtung“ besondere Aktualität erhalten, so Norbert Schröter, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Bauchemie. Noch immer dauerten in den Regionen die Sanierungsarbeiten an. „Das größte Problem beim Hochwasser sind die Schad- und Schwimmstoffe, die mit der Flut ins Gebäude gelangen“, erläutert Schröter.

Deshalb präsentieren Hersteller in München aktuelle Lösungen zur vorbeugenden Abdichtung an der Gebäudeaußenseite. Hierbei kommen weitgehend bituminöse Produkte zum Tragen. Auch sollen auf der Bau 2015 wegen der vergangenen Hochwasserereignisse neue Sanierputzsysteme vorgestellt werden.

Fassaden- und Sonnenschutzsysteme aus Stahl präsentiert die Halle B2. Ebenso Produkte aus Edelstahl, Zink und Kupfer sind hier zu Hause sowie energieerzeugende Systeme aus Stahl. In der Halle ist überdies die Energie und Solartechnik platziert. Hersteller wollen zeigen, wie man technische Lösungen architektonisch anspruchsvoll in das Gebäude integrieren könne.

Um die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit textiler Materialien zu demonstrieren, findet die Sonderschau „Textile Architektur“ unter freiem Himmel im Atrium der Messe statt. Gewebe- und Folienprodukte werden dort präsentiert, um die Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der textilen Materialien zu belegen.

Die Informationstechnologie (IT) im Baubereich wird mit der wachsenden Vernetzung und Digitalisierung immer wichtiger. Cloud-Lösungen für vernetzte 3-D-Pläne und mobile Apps sind mittlerweile auch ein wachsender Trend in der Bautechnik. Sie werden die komplette Halle C3 füllen – mit direktem Anschluss an den Eingang Nord. Wenn es nach Mirko Arend, Projektleiter der Messe München, geht, dann soll der Bereich Bau IT auch weiterhin seinen Status als „größte Schau dieser Art in Europa“ behalten.

Auch die Institute und Verbände der Bauwirtschaft fordern, dass es weiter vorangeht. „Investieren in die Zukunft“ lautet ihr Motto in Halle B0. Dort findet der Messebesucher Ansprechpartner und auf der Forumsbühne stehen die Themen Forschung und Förderung am Bau im Vordergrund. Dazu gibt es eine eigene Vortragsreihe rund um das Thema Bauen im Bestand.

Auf der Bau 2015 werden die Exponate dieses Jahr wieder größtenteils nach Materialien geordnet sein und nicht nach Konstruktionsmerkmalen. Die Besucher werden also weite Stecken zurücklegen müssen.

Wie in früheren Jahren wird auch 2015 die VDI-Gesellschaft Bauen und Gebäudetechnik vertreten sein. Besucher finden den VDI-Stand direkt am Eingang West, Stand Nr. EW10. Schwerpunktmäßig dreht sich die Präsentation um die Themen Building Information Modeling (BIM), Barrierefreiheit, Smart City, Schadstoffsanierung, Abbruch und Gebäude-Energetik.

Im Rahmen einer Posterausstellung sollen auf dem Stand auch die besten Entwürfe des VDI-Wettbewerbs Integrale Planung „Nachhaltiges Holzhotel“ gezeigt werden. Ebenfalls mit am VDI-Stand vertreten: das VDI-Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE). Es will dort seine Kurzanalysen und Arbeitsmittel rund um das Themenfeld Ressourceneffizienz im Bauwesen präsentieren.

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