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Donnerstag, 23. November 2017, Ausgabe Nr. 47

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Cebit 2015

Wettbewerb wider den Innovationsnotstand

Von Ariane Rüdiger | 13. März 2015 | Ausgabe 11

Auch in diesem Jahr werden anlässlich der Messe Cebit in Hannover innovative Start-ups mit digitalem Geschäftsmodell prämiert. Die zahlreichen deutschen Bewerber in der Endauswahl belegen, dass es hierzulande durchaus junge Digitalunternehmen mit Zukunftspotenzial gibt.

z - CeBIT - Code-n - BU
Foto: Code_n

Von Messebesuchern gesteuert, wird Robochop in Halle 16 maßgefertigte Liebhaberstücke aus Styropor schneiden.

„Internet of Things“ lautet in diesem Jahr das Motto des Start-up-Wettbewerbs Code_n, bei dem innovative Digitalunternehmen auf der Cebit prämiert werden. Die Teilnehmer dürfen nicht vor 2009 gegründet worden sein, es muss sich um echte Gründerunternehmen handeln und sie müssen ein digitales Geschäftsmodell verfolgen. Die vorgestellten Novitäten können sich an End- oder Geschäftskunden richten.

Rund 400 Firmen aus aller Welt beteiligten sich an dem Wettbewerb in einer der vier Kategorien Smart City, Industrie 4.0, Future Mobility und Digital Life, die die Haupteinsatzgebiete der aufkommenden Vernetzung von allem und jedem widerspiegeln.

Die demonstriert der interaktive Roboter Robochop: Messebesucher können sich eine Smartphone-App auf ihr Endgerät laden und mit dieser ein dreidimensionales Werkstück am Bildschirm gestalten. Wird das digitale Muster anschließend vom Smartphone an den Roboter geschickt, der in Halle 16 auf Aufträge wartet, schneidet er die vorgegebene Form aus im Regal bereitgehaltenen Styroporböcken. Er zeigt so, wie zukünftig mehrere Glieder einer Produktionskette zusammenwirken können, um die „Losgröße 1“ und damit kundenindividuelle Produkte zu verwirklichen.

Bevor es auf der Cebit in die Endrunde des Wettbewerbs geht, wurden nach den Kriterien Innovationsgrad, Entwicklungsreife, Präsentation und Geschäftsaussichten/Geschäftsplanung die 50 vielversprechendsten Jungunternehmen ausgewählt. Prämiert werden die Vorschläge durch eine mit Vertretern von Industrieunternehmen, Medien, Beratungshäusern und Venture-Capital-Gebern besetzten Jury.

Noch haben es innovative deutsche Unternehmen schwer. Dietmar Harhoff vom Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb in München: „In Deutschland bevorzugen Gesetzgebung und Fördermechanismen die größten Unternehmen, weil deren Verbände zu viel Einfluss auf die Politikgestaltung haben.“ Darunter habe dann die Start-up-Kultur zu leiden. Der Mangel an Venture Capital tue ein Übriges, um Neugründungen zu behindern. Die Finalisten gehören insofern zu den Hoffnungsträgern der Nation – und stehen dabei an durchaus sehr unterschiedlichen Punkten ihrer Unternehmensentwicklung. Kiwi.Ki, ein Unternehmen, das ein berührungsloses Schlüsselsystem für Haustüren bei Mehrfamilienhäusern, etwa bei großen städtischen Wohnungsbaugesellschaften, entwickelt hat, beschäftigt bereits 27 Mitarbeiter. Der Türsensor funkt dabei mit Zigbee, ein zentrales Gateway, das die Gesamtanlage steuert, auf einer lizenzfreien 868-MHz-Frequenz. Die Lösung funktioniert zwar nur dann, wenn Strom vorhanden ist – Anwender brauchen also im Zweifel eine unterbrechungsfeie Stromversorgung im Haus, um auch bei Stromausfall hineinzukommen, oder ein konventionelles Schließsystem, um das digitale im Fall des Falles zu ersetzen.

Das scheint allerdings namhafte Anwender nicht zu schrecken. Mitgründer Peter Dietrich kann bereits auf Kunden wie die Deutsche Post, Berlin Recycling, die Berliner Feuerwehr oder die Allianz-Versicherung verweisen, die ihre Dienstgebäude mit Kiwi.Ki ausgerüstet haben.

Com2m, ein Start-up, das aus einem Projekt an der FH Dortmund heraus entstanden ist, hat dagegen erst fünf Mitarbeiter. „Wir haben ein System entwickelt, um sehr einfach vernetzte Dinge aus dem Hintergrund zu steuern oder zu warten“, erklärt Gründer Martin Peters.

Die mit dem System ausgerüsteten Anlagen oder Geräte schicken selbsttätig und regelmäßig Daten an eine Zentrale. Bei Fehlern wird ein Alarm ausgesandt, den die Zuständigen auch am Mobiltelefon entgegennehmen und bearbeiten können. Auf dem Telefondisplay sieht das Wartungspersonal die Betriebs- und mögliche Steuerparameter, Systemereignisse und benötigte Ersatzteile. „Damit lässt sich viel einfacher eine vorbeugende Wartung realisieren“, sagt der 28-jährige Peters.

Anwendungsfelder sieht er in der Prozessoptimierung, beispielsweise bei der Beschickung von Getränke- oder anderen Verkaufsautomaten oder im Umweltmanagement. Ein Pilotprojekt beschäftigt sich mit der Überwachung von Kleinkläranlagen. „Sicher wird die wichtigste Herausforderung die Vermarktung unserer Business-to-Business-Lösung sein“, meint Peters. Zu der dürfte die Publicity rund um die Code_n-Finalisten positiv beitragen. Dem Gewinner winkt zusätzlich eine Prämie von 30 000 €.

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