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Donnerstag, 14. September 2017, Ausgabe Nr. 37

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Ethikkommission

20 Regeln fürs automatisierte Fahren

Von Heike Freimann | 29. Juni 2017 | Ausgabe 26

Die Datenhoheit der Verkehrsteilnehmer, die Standardisierung der Übergabevorgänge zwischen Mensch und Maschine, die Grenzen erlaubter Geschäftsmodelle – die 20 ethischen Regeln, die die Ethikkommission zum automatisierten Fahren am Dienstag letzter Woche in Berlin vorlegte, haben es durchaus in sich. Auch deshalb, weil hier 14 Experten unterschiedlichster Couleur, aus Wissenschaft, Automobilindustrie, Verbänden, IT und der Kirche, mit einer Stimme sprechen.

Foto: Continental

„Der Bericht entspricht unserem Bedarf nach richtungsweisenden Regelungen für unsere Programmierer und Entwickler.“ Elmar Degenhart, Continental-Vorstand.

Die Einführung der neuen Technologie begrüßen sie und bauen auf deren Sicherheitsversprechen. Die Vermeidung von Unfällen sei das Leitbild, „wobei technisch unvermeidbare Restrisiken einer Einführung des automatisierten Fahrens bei Vorliegen einer grundsätzlich positiven Risikobilanz nicht entgegenstehen“. Um Potenziale der Schadensminderung zu nutzen, könne die Einführung vollautomatisierter Fahrsysteme sogar „gesellschaftlich und ethisch geboten sein“. Eine gesetzliche Pflicht zu ihrer Nutzung lehnt die Kommission zugleich ab. Die eigenverantwortliche Handlungsfreiheit dürfe nicht an den Rand gedrängt, der Mensch nicht zum „bloßen Netzwerkelement“ degradiert werden. Ein Spagat, den die Experten in ihrem Regelwerk nicht auflösen.

Kommissions-Präsident Udo Di Fabio hatte klargestellt: „Wir kommen hier nicht vom Berg Sinai mit feststehenden normativen Geboten.“ Und so möchte auch sein Kommissionskollege Armin Grunwald, Experte für Technikfolgenabschätzung, verstanden werden. Der Kommissionsbericht sei ein Referenzdokument für die weitere Diskussion. „Darauf aufbauend, muss das Nachdenken weitergehen, vor allem in Richtung auf die rechtliche und technische Implementation ethischer Regeln.“ Für Kommissionsmitglied Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, steht fest: „Die gesellschaftliche Debatte muss weitergehen.“

Aus der Industrie kam unterdessen viel Lob. Für Continental-Vorstand Elmar Degenhart entspricht der Kommissionsbericht „unserem Bedarf nach richtungsweisenden Regelungen für unsere Programmierer und Entwickler auf diesem Gebiet“. Und auch der Verband der Automobilhersteller sieht hier „den notwendigen Rahmen und damit Orientierung“. Immerhin werde die deutsche Automobilindustrie in den nächsten drei bis vier Jahren 16 Mrd. € bis 18 Mrd. € „in Technologien der Digitalisierung“ investieren. 

 HEIKE FREIMANN

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