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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Geld

App statt Geldbörse

Von Christoph Böckmann | 15. Juni 2017 | Ausgabe 24

Der Mobile-Payment-Markt hat in Deutschland großes Potenzial. Um dieses zu heben, braucht es aber eine einheitliche Technologie.

BU_Mobile Payment
Foto: panthermedia.net/HighwayStarz

Nach Kleingeld kramen war gestern. Gerade bei geringen Beträgen zeigt sich der Charme von Mobile-Payment-Lösungen.

Am ehesten würden sie Klamotten, Lebensmittel oder Benzin mobil bezahlen. Tatsächlich zücken heute aber nur 13 % der Deutschen das Smartphone statt der Geldbörse, wenn die Rechnung kommt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC).

Am liebsten zahlen die Bundesbürger bar. Aber auch Überweisungen oder die EC- und Kreditkarte erfreuen sich deutlich höherer Beliebtheit als Mobile-Payment-Lösungen. Dabei könnte sich das bald ändern. 42 % der Befragten gaben an, dass sie künftig gerne an der Kasse auf das Smartphone zurückgreifen wollen, obwohl sie das bisher noch nicht getan haben.

Mobile Payment kommt für 44 % der Deutschen nicht infrage. Der Rest steht dem Thema aufgeschlossen gegenüber.

„Dass Mobile Payment in Deutschland noch nicht massentauglich ist, liegt unter anderem an der starken Marktfragmentierung“, meint Dagmar Schadbach, Co-Autorin der PwC-Studie. „Es gab und gibt immer noch zu viele konkurrierende Technologien und Anbieter.“ Das verwirre die Verbraucher und hemme sie, vom gewohnten Zahlen umzusteigen, so die Prokuristin Business Development & Innovation.

Unter den Anbietern tummeln sich neben Banken und Finanzdienstleistern (Paydirekt, Giropay, Wirecard) auch Händler (Amazon Payments), Internetkonzerne (Google Wallet) sowie Smartphone-Hersteller (Samsung Pay, Apple Pay).

Die Studie verdeutlicht: Über die Hälfte der Befragten fordert eine flächendeckende Lösung für Mobile Payment, vergleichbar mit Giro- und Kreditkarten.

Doch wie sieht die perfekte App aus? „Verbraucher wünschen sich eine Bezahl-App mit zusätzlichen Services wie Rabatt- und Bonusprogrammen oder einer Funktion zum Speichern der Rechnung“, erklärt Gerd Bovensiepen, Leiter Handel und Konsumgüter bei PwC. „Je besser es Anbietern gelingt, den Kunden einen echten Mehrwert zu bieten, desto größer ist die Akzeptanz von Mobile Payment.“ Gewünscht ist laut Umfrageergebnis außerdem, dass die Technologie leicht und schnell bedienbar ist, was auch kurze Registrierungszeiten und Bezahlprozesse einschließt. Und natürlich spielen auch die Gebühren für die Nutzer eine große Rolle. Gefragt, welche Punkte entscheidend seien, damit Mobile Payment sich in Deutschland durchsetzen werde, wählten sie geringe Nutzungskosten gemeinsam mit der leichten Bedienbarkeit auf Platz zwei.

Bezahl-Apps müssen sicher sein. Das ist das größte Anliegen ihrer Nutzer.

Am entscheidendsten für die Befragten, und damit auf Platz eins, ist aber das Thema Sicherheit. Denn der Großteil fürchtet, Opfer von Hackerangriffen oder Datenmissbrauch zu werden. Knapp jeder Zweite vertraut den eingesetzten Technologien nicht. Allerdings versprechen sich die meisten der Befragten, dass durch biometrische Daten wie Fingerabdrücke, Stimme und Gesichtserkennung die Sicherheit der Programme steigen könnte.

Sicherheit ist so einer der wichtigsten Ansatzpunkte. Anbieter von Mobile-Payment-Lösungen stünden besonders in Deutschland vor der Aufgabe, den Verbrauchern die Sorgen um ihre Daten zu nehmen, rät PwC.

Da sich das Mobile Payment vor allem im Alltag und bei kleineren Beträgen durchsetze, sei eine stetige Überprüfung der Abbuchungen vom Bankkonto besonders wichtig, meint die Verbraucherzentrale NRW. Bei unbekannten Transaktionen sollten Nutzer sofort Kontakt mit dem Anbieter aufnehmen.

Aber nicht nur bei Mobile-Payment-Anwendungen ist Vorsicht geboten. „Generell gilt, beim Einkaufen im Internet wie beim Onlinebanking darauf zu achten, dass alle Daten über eine sichere SSL-Verbindung verschlüsselt übertragen werden“, so die Verbraucherschützer. Das beträfe sowohl persönlichen Angaben als auch alle Informationen zu Bankverbindungen oder Kreditkarteninformationen. Zu erkennen ist das daran, dass in der Adresszeile des Browsers statt „http“ nun „https“ bzw. ein Schlosssymbol am Anfang der Webadresse angezeigt wird.

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