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Donnerstag, 12. Oktober 2017, Ausgabe Nr. 41

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Geldanlage

Automatische Gewinne

Von Stefan Terliesner | 1. Juni 2017 | Ausgabe 22

Möglicherweise schon in wenigen Jahren werden Roboter in unserem Alltag selbstverständlich sein. Eine Riesenchance für Anleger.

BU_RoboterFonds
Foto: imago/china Foto Press

Roboter haben gute Karten für die Zukunft. So gibt es immer mehr Fonds, die ausschließlich auf die Hersteller der Automaten setzen.

Die Roboter kommen! So waren automatische Helfer dieses Jahr auch das Trendthema der Hannover Messe. Die Maschinen stoßen in immer neue Dimensionen vor. Ein paar Beispiele, über die Medien anlässlich der Ausstellung in der niedersächsischen Landeshauptstadt berichteten:

Der fahrende Lagerroboter Torsten orientiert sich im geschlossenen Raum, indem er seine Raddrehungen zählt und die Halle beim Fahren buchstäblich erfährt und sukzessiv kartiert. Entwickelt wurde er von dem Transporttechnikspezialisten Torwegge aus Bielefeld.

Auch auf der Industrieschau zu sehen war ein zweiarmiger Industrieroboter mit „Händen“, die es dem Gerät des schwäbischen Maschinenbauers Schunk ermöglichen, mit Kleinteilen zu hantieren. Dank Sensorik kann der Automat sogar Temperatur und Beschaffenheit der Gegenstände erkennen. Aus Japan kam ein intelligenter Tischtennisroboter. Mit Kameras erfasst das Spielgerät den Ball dreidimensional. Souverän wechselt der Blechkamerad zwischen Vor- und Rückhand, dosiert seine Schlagstärke und hat seinen menschlichen Gegner genau im Blick.

Die Liste der beeindruckenden Ingenieurleistungen ließe sich leicht fortsetzen. Der ein oder andere Leser hat vermutlich auch im privaten Alltag einen automatischen Helfer im Einsatz – zum Beispiel einen Saugroboter von iRobot. Dieses Unternehmen ist an der Börse notiert. Allein in den vergangenen zwölf Monaten hat sich der Aktienkurs mehr als verdoppelt – auf über 80 €. Fulminant entwickelt sich auch die Kuka-Aktie – schon lange bevor die chinesische Midea Group fast alle Titel aufgekauft hatte.

Steil aufwärts verlief zuletzt auch der Aktienkurs von Yaskawa, einem Roboterbauer aus Japan. Und bekannte Konzerne aus dem Silicon Valley haben ebenfalls längst das Potenzial von Automaten erkannt. Apple erhielt kürzlich vom Staat Kalifornien die Erlaubnis, auf öffentlichen Straßen autonome Fahrzeuge zu testen. Geht alles gut, dürften die Ergebnisse sogar den Aktienkurs des wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt positiv beeinflussen, schreiben die Analysten der Finanzwoche. Apple-Wettbewerber Alphabet, der Mutterkonzern unter anderem von Google, lässt seine Tochter Waymo bereits seit 2009 an einem Roboterauto basteln.

Neben der Fertigung könnten Roboter auch in der Altenpflege zum Einsatz kommen. Im überalterten Japan versorgen schon heute Maschinen bedürftige Menschen. Die Boston Consulting Group schätzt das weltweite Wachstum der Robotikanwendungen bis 2025 auf jährlich 10 %. Bis dahin würden die entsprechenden Ausgaben auf 67 Mrd. € steigen.

Privatanleger können von dieser Entwicklung profitieren. Um das mit wenigen Einzelinvestments verbundene Risiko zu streuen, bietet sich der Kauf von Fonds an. Für Johan van der Biest, Fondsmanager des Candriam Equity Robotics and Innovative Technology (ISIN: BE0176735018), sind Roboter „Teil der digitalen Revolution, die wie früher die industrielle Revolution vorausschauenden Investoren erhebliche Erträge bescheren kann“. Das von ihm verwaltete Sondervermögen investiert er nicht nur in Roboteranwendungen und Automation, sondern auch in Software. Bisher mit Erfolg. Der Wert eines Anteilsscheins ist in den letzten zwölf Monaten um über 36 % gestiegen. Zu den größten Positionen gehören Facebook, Alphabet, Microsoft, Siemens, SAP, Paypal, Amazon und ABB.

Der Fonds Pictet-Robotics (ISIN: LU1279334210) wurde in dieser Zeitung am 26. Februar 2016 bereits vorgestellt. Seitdem hat er rund 50 % an Wert zugelegt.

Als weiterer Anbieter ist AXA Investment Managers nachgezogen. Im Januar kam der AXA World Funds Framlington Robotech Fonds (ISIN: LU1536921650) auf den Markt. „Robotik wird in den kommenden Jahren einen spürbaren Einfluss auf die Gesellschaft entfalten, und dank zahlreicher neu gelisteter kleiner und mittelgroßer Unternehmen vermuten wir, dass sich konstant neue Investmentgelegenheiten eröffnen werden“, sagt Fondsmanager Tim Riley. Der Fonds ziele auf ein Portfolio von 40 bis 60 Unternehmen aus den Sektoren Industrie, Fertigung, Technologie, Gesundheit und Robotik- und Automatisierungslösungen.

Offenbar müssen Robotik-Fonds auch in verwandte Branchen investieren, weil reinrassige Automatenbauer wie Kuka oder iRobot nur selten an der Börse anzutreffen sind. Aber vermutlich wird das eine oder andere Unternehmen, das dieses Jahr in Hannover seine Helfer vorgestellt hat, schon bald eine Notierung anstreben, um bei Investoren Geld für seine Wachstumspläne einzusammeln. 

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