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Mittwoch, 13. Dezember 2017

FSG 2017

Autonom am Start

Von Regine Bönsch | 27. Juli 2017 | Ausgabe 30

Die Automobilindustrie bereitet sich auf eine neue Ära vor, die Formula Student Germany (FSG) auch: FSG- Vorstandsmitglied Ludwig Vollrath über die Klasse „Driverless“.

BU vollrath
Foto: Fabio Meier

Das Team der ETH Zürich ist eine von 15 Mannschaften, die auf dem Hockenheimring in der Driverless-Klasse der Formula Student Germany antreten werden. Hier testen die Schweizer Studenten ihren mit Sensorik gespickten Boliden auf einer Strecke in Alpnach.

VDI nachrichten: Warum hat sich die Formula Student entschieden, erstmals autonome Boliden ins Rennen zu schicken?

Foto: Mazur

Ludwig Vollrath gab bereits 2005 als Geschäftsführer der VDI-Gesellschaft Fahrzeug und Verkehrstechnik den Startschuss für die Formula Student Germany. 

Ludwig Vollrath: Die Formula Student bildet eine Plattform mit der Zielsetzung, Studenten auf ihre berufliche Zukunft und Karriere auszurichten. Insoweit war es nur folgerichtig, das Thema „Autonomes Fahren“ mit der Klasse „Driverless“ (FSD) in den Wettbewerb zu integrieren. Hiermit übernimmt die Formula Student Germany eine Vorreiterrolle und hat ein entsprechendes englischsprachiges Regelwerk aufgesetzt, das künftig von den anderen Wettbewerben weltweit übernommen werden wird.

Die Formula Student Germany

Wie sehen die Fahrzeuge aus?

Auf den ersten Blick ist wohl nur für den aufmerksamen Betrachter der Unterschied zu den etablierten Klassen „Combustion“ (Verbrennungsmotoren, Anm. d. Red.) und „Electric“ erkennbar, denn die Teams werden mit Vorjahresfahrzeugen antreten, die auf autonomes Fahren umgerüstet sind. Dieser Ansatz wurde gewählt, damit sich die Studenten ganz auf ihr Driverless-Konzept konzentrieren können.

Welche Techniken stecken in den Boliden?

Zwei Hauptaufgaben stellen sich den Teams: Wie ist die Sensorik für die Umfelderkennung zu gestalten und wie wird die Aktuatorik ausgelegt, so dass das Fahrzeug der gesetzten Strecke folgt? Hierbei ist die Fahrstrecke ähnlich aufgebaut wie bei den anderen Klassen durch eine Markierung mit Leitkegeln. Mit welcher technischen Lösung die Teams antreten, bleibt ihnen weitgehend überlassen.

Wie sieht dann speziell der dynamische Wettbewerb, also das Befahren der Parcours, aus?

Drei dynamische Disziplinen sind zu bewältigen. Hier lehnt sich das Driverless-Regelwerk an die etablierten Klassen an: Beschleunigungsstrecke (Acceleration), Handlingskurs (Skid Pad) und Fahrstrecke (Trackdrive). Der Trackdrive wird streckentechnisch eigenständig ausgelegt und auch kürzer sein als bei den anderen Klassen.

Gibt es noch andere Besonderheiten?

Wie bei allen Fahrdisziplinen der Formula Student steht die Sicherheit des Wettbewerbs im Fokus. Für die Driverless-Klasse bedeutet dies, dass im Regelwerk eine Sicherheitsnotbremsung (EBS) vorgeschrieben ist. Diese kann durch die Rennleitung per Funkstrecke aktiviert werden.

Wie kommt die neue Klasse bei den Teams an?

Das Konzept wurde von den studentischen Teams mit großer Begeisterung angenommen, nachdem es im letzten Jahr in Hockenheim vorgestellt wurde. Hier fand auch ein Workshop statt, um in Zusammenarbeit mit den Teams die Eckdaten für die neue Klasse zu setzen.

Wie viele Teams fahren insgesamt nächste Woche in Hockenheim?

Wichtig ist für uns, dass die Formula Student Germany ein Umfeld bietet, in dem genügend Zeitraum zur Verfügung steht, in dem Studenten und Juroren in intensiven Austausch miteinander über das jeweilige (und immer individuelle) Fahrzeugkonzept treten können. Insoweit ist die Formula Student Germany auf eine Teilnahme von 115 Teams beschränkt.

2017 werden 65 Teams mit Verbrennerfahrzeugen antreten, 35 Teams fahren rein elektrisch und 15 Teams starten in der Driverless-Klasse. Wir freuen uns, dass in dieser neuen Klasse bereits fünf Nationen vertreten sind, ein Team reist aus China an, um sein Konzept den Kollegen aus Europa zu zeigen und sich mit ihnen zu messen.

Was lässt sich aus dem autonomen Fahren lernen?

Lassen Sie mich einen Schwerpunkt wie folgt setzen: Die Fahrzeuge in der Driverless-Klasse werden nicht allein von Studenten aus den Fakultäten des Maschinenbaus und der Elektrotechnik entwickelt, vielmehr ist hier umfängliches Wissen in Informatik, Datenverarbeitung und Sensorik gefragt.

Somit öffnet die Formula Student ein Feld für völlig neue Disziplinen, die für die Zukunft der Automobiltechnik und -industrie von essenzieller Bedeutung sind.

Angesichts der erlebten Begeisterung der Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen an einem gemeinsamen Ziel zu arbeiten, bin ich der festen Überzeugung, dass mit der Einführung der Formula Student Driverless der richtige Weg beschritten wird.

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