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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Kommentar

Besser als sein Ruf

Von Stephan W. Eder | 9. März 2017 | Ausgabe 10

Der Ausbau des deutschen Hoch- und Höchstspannungsnetzes gilt als eine Hauptsäule der deutschen Energiewende. Dass die trägt, dafür sieht es schlecht aus, glaubt man dem Energiewende-Index, den McKinsey diese Woche vorlegte.

Stephan W. Eder, Energieredakteur, wirbt für mehr Vertrauen in die deutsche Stromnetzstrategie.

Bisher seien 632 km zugebaut, 1909 km sollten es bis 2020 sein. Um dieses Ziel noch zu erreichen, müssten 320 km pro Jahr neu gebaut werden – „Zielerreichung unrealistisch“ nennen das die Unternehmensberater. Es gelte also, mehr zu tun.

Nur ist gleichzeitig der Transportnetzausbau unter politischem Druck. Denn seine Kosten werden auf den Strompreis umgelegt. Und wer will schon – 2017 ist Wahljahr – den Souverän mit steigenden Preisen konfrontieren.

Wie gut, dass die Entwicklung von Technologien läuft, die dazu führen können, dass der künftige Bedarf an Transportnetzkapazitäten mit weniger oder preiswerterem Netzausbau gedeckt werden kann (s. nebenstehender Artikel). Jedes bisschen hilft hier.

Prinzipiell ist das vom Gesetzgeber aufgesetzte System des alle zwei Jahre zu aktualisierenden Netzentwicklungsplans flexibel genug, um Neuerungen aufzunehmen. Die Übertragungsnetzbetreiber können ihre Planungen, die sie einreichen, entsprechend anpassen. Die Bundesnetzagentur prüft die Pläne auf Kosteneffizienz und Notwendigkeit.

Knackpunkt dabei ist, dass neue Technologien in der Marktanlaufphase oft mehr Geld kosten. Die Bundesnetzagentur pocht aber als Wächter der Stromzahler auf die preiswertesten Lösungen. Das passt nicht immer zusammen. Aber die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Behörde berechtigte Anregungen aus der Branche aufnimmt. Vielleicht nicht sofort, aber sie handelt.

Auch wenn der tatsächliche Ausbau dem Plan hinterherhinkt und das System kritikwürdig ist: Wichtig ist, Vertrauen in den Prozess zu haben. Denn der ist robust und funktioniert bisher, trotz aller Unkenrufe. In Zeiten populistischen Säbelrasselns ein echtes Plus.

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