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Donnerstag, 14. September 2017, Ausgabe Nr. 37

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Verwertung

Bordmenü von Airlines liefert Energie

Von Bettina Reckter | 29. Juni 2017 | Ausgabe 26

Es ist kaum vorstellbar, aber bislang wurde der Kabinenmüll aus Flugzeugen einfach weggeworfen. Das soll sich ändern, denn am Flughafen London-Gatwick hat der Logistikkonzern DHL kürzlich eine Verwertungsanlage in Betrieb genommen, die die übrig gebliebenen Lebensmittel wie auch die Verpackungen aus Flugzeugen vor Ort energetisch nutzen soll.

DHL (2)
Foto: Gatwick

Flughafen Gatwick: Hier wurde kürzlich die weltweit erste Recyclinganlage für Abfälle von Bord der Flugzeuge in Betrieb genommen.

Rund 2200 t Küchenabfälle und Essensreste, aber auch Verpackungen, Becher und Tabletts aus den Fliegern sowie aus den umliegenden Flughafengebäuden wurden in Gatwick bisher pro Jahr zum lokalen Müllhof gebracht. Das verursachte erhebliche Transport- und vor allem Entsorgungskosten.

In der neuen, rund 4,5 Mio. € teuren Anlage direkt am Flughafen wird der Müll vorsortiert. Papier und Kartons dienen als Brennstoff, der Bioabfall wird vorgetrocknet und anschließend verbrannt. Nach Angaben von DHL könnte die Anlage pro Einsatztag rund 1100 € an Energie- und Abfallentsorgungskosten einsparen helfen.

Ziel ist es, die Recyclingquote des Flughafens im Süden von London bis zum Jahr 2020 von derzeit 49 % auf ca. 85 % zu steigern. „Auf unserem Weg, einer der umweltfreundlichsten Flughäfen der Welt zu werden, verwandelt unsere neue Abfallentsorgungsanlage ein schwieriges Abfallproblem in eine nachhaltige Energiequelle“, sagte Stewart Wingate, CEO des Flughafens Gatwick, bei der Inbetriebnahme. „Wir sind optimistisch, damit einen Standard zu setzen, dem andere bei der Abfallentsorgung folgen werden.“

Die Luftverkehrsbranche erzeugt derzeit pro Jahr ungefähr 4,5 Mio. t Kabinenabfälle, was Kosten in Höhe von ca. 500 Mio. $ nach sich zieht. Experten gehen zudem davon aus, dass sich die Abfallmenge in den kommenden 15 Jahren voraussichtlich verdoppeln wird. „Gatwick hat bei der Umwandlung von Abfall in Energie eine führende Rolle übernommen“, sagte Martin Willmor von DHL in Großbritannien. „Wir prüfen derzeit bereits weitere Initiativen zur Förderung einer nachhaltigen Energiegewinnung.“

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