Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Elektromobilität

Bosch setzt auf urbane Mobilitätslösungen

Von Johannes Winterhagen | 27. Juli 2017 | Ausgabe 30

Im Jahr 2020 werden laut Bosch, dem weltweit größten Automobilzulieferer, global 100 Mio. elektrisch angetriebene Leichtfahrzeuge produziert. Dazu gehören Elektroroller genauso wie Fahrzeuge mit drei oder vier Rädern, die konsequent für den Gebrauch in urbanen Ballungszentren konzipiert sind.

An diesem Wachstumsmarkt will der Autozulieferer künftig massiv partizipieren, wie Geschäftsführer Markus Heyn auf dem Motorpressekolloquium 2017 ausführte. Wesentlicher Hebel dafür sollen standardisierte 48-V-Antriebe sein, die einen geringen Applikationsaufwand erfordern.

Auch nach dem Verkauf der Startergeneratorsparte an ein chinesisches Konsortium sieht sich Bosch als Systemlieferant für die Niedervolt-Elektrifizierung. Unklar blieb, welche Umsatzziele sich Bosch für das Segment vorgenommen hat. Zwar sprach Heyn von einer jährlichen Wachstumsrate von 100 %, sagte zur absoluten Höhe jedoch nur, der Umsatz mit diesen Systemen sei noch „schrecklich klein“. Die geringe Spitzenleistung von maximal 20 kW – bei deutlich reduzierter Dauerleistung – sieht Heyn nicht als Hindernis: Solche Fahrzeuge wären nur auf typische Innenstadtgeschwindigkeiten ausgelegt. Als Beispiel nannte er den Stadtflitzer e.Go.

Darüber hinaus will sich Bosch auch als Dienstleister für urbane Mobilität etablieren. Coup, ein Tochterunternehmen, das in Berlin einen Verleihservice für 1600 elektrische Roller betreibt, soll seine Aktivitäten nun nach Paris ausweiten. Die Kundenakzeptanz habe sich erfreulicher entwickelt als gedacht, so Heyn.

Mindestens genauso wichtig ist ein Softwareprodukt, das Bosch derzeit testweise im Rahmen des Förderprojekts „moveBW“ in Stuttgart entwickelt. Das Unternehmen wird künftig verstärkt Lösungen für die Mobilität in vernetzten Städten entwickeln. So soll zum Beispiel ein digitaler Mobilitätsassistent auf Basis von Echtzeitdaten den Nutzer auf dem schnellsten Weg durch Stuttgart lotsen, unabhängig vom Verkehrsträger. Die Technik hinter der intermodalen Lösung soll in Kooperation mit Städten und Verkehrsbetrieben anschließend von der Landeshauptstadt auf andere Metropolen übertragen werden.

„Wir wollen mit technischen Lösungen zu mehr Lebensqualität in Metropolen und Megacities beitragen. Wesentlicher Hebel dazu ist die emissionsfreie, stressfreie und unfallfreie Mobilität“, sagt Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions.

stellenangebote

mehr