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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Cebit 2017

Der Mittelstand entdeckt die Cloud

Von Jens D. Billerbeck | 23. März 2017 | Ausgabe 12

Lange hat es gedauert, doch jetzt ist das Cloud-Computing auch bei kleinen und mittleren Unternehmen angekommen.

Cloud BU
Foto: panthermedia.net/sdecoret

Sicherheitsbedenken spielen bei der Auslagerung von IT-Leistungen in externe Rechenzentren eine immer geringere Rolle.

Axel Pols, Geschäftsführer bei Bitkom Research, ist sich sicher: „Cloud-Computing ist einer der spannendsten Technologietrends.“ Davon gab und gibt es zwar viele, wie die jeweilige Themenlage der Cebit zeigt, doch „das Cloud-Computing ist ein Trend der bleibt“, sagte Pols anlässlich der Vorstellung des Cloud-Monitors 2017 eine Woche vor Cebit-Beginn.

Public und Private Cloud

Seit über fünf Jahren untersucht die Marktforschungsabteilung des Branchenverbandes Bitkom im Auftrag des Beratungsunternehmens KPMG die Cloud-Landschaft in Deutschland in einer repräsentativen Befragung unter mehreren Hundert Unternehmen. Eines der wichtigsten Ergebnisse der jüngsten Erhebung Ende 2016: Kleine und mittlere Unternehmen haben ihre Vorbehalte gegen das Auslagern von Rechenleistung und Unternehmensanwendungen in die Cloud aufgegeben.

Das zeigt die Entwicklung über die letzten drei Jahre deutlich: Nutzten in Unternehmen mit 20 bis 99 Mitarbeitern im Jahr 2014 nur 41 % die Cloud, also deutlich weniger als die Hälfte, stieg dieser Anteil 2015 auf 52 % und legte 2016 noch einmal kräftig auf 64 % zu. „Damit haben die kleinen Unternehmen mit den größeren Unternehmen gleichgezogen“, meinte Pols (s. Grafik).

Die Vorteile der Cloud sind für den Bitkom-Marktforscher offensichtlich: „Die bedarfsgerechte Nutzung von IT-Leistungen über Datennetze bietet enorme Vorteile. Cloud-Computing macht die betrieblichen Prozesse effizienter und ermöglicht die Entwicklung neuer, digitaler Geschäftsmodelle.“

Das bestätigt auch eine Untersuchung des Analystenhauses Crisp Research und des IT-Spezialisten Nexinto, die sich Ende letzten Jahres mit den Auswirkungen des Trends hin zur Cloud auf die Rechenzentren auseinandersetzte. Kernaussage: Die Cloud ist die Schlüsseltechnologie für den digitalen Wandel.

Doch in den Anfangsjahren des Cloud-Trends agierten deutsche Unternehmen vor allem mit Skepsis und Misstrauen. Das habe sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert: „Standardisierte Prozesse und Technologien, deutsche Cloud-Anbieter und ein größeres Bewusstsein für das Thema haben die Cloud heute zur Commodity werden lassen“, schreibt Philip Reisberger, Chefstratege bei Nexinto, in einem Beitrag auf der Webseite CloudComputing-Insider.de. Sein Fazit: Unternehmen, die Cloud-Modelle operativ einsetzten, wollten oder könnten gar nicht mehr ohne.

Mit der generellen Akzeptanz des Cloud-Modells wächst auch die Bereitschaft der Unternehmen, eigene IT-Ressourcen abzubauen. „Der Trend in den Unternehmen geht seit einigen Jahren dahin, auch den Betrieb von Private Clouds an externe IT-Dienstleister zu vergeben“, sagte Pols. Nur noch 13 % der befragten Unternehmen betreiben Private Clouds komplett in Eigenregie. Vor vier Jahren war der Anteil noch doppelt so hoch. 

Einen weiteren Aufschwung verzeichnet auch das Public-Cloud-Computing, bei dem Kunden IT-Leistungen über das öffentliche Internet nutzen. 29 % der befragten Unternehmen haben im Jahr 2016 Public-Cloud-Computing eingesetzt. Im Jahr 2015 waren es 26 % und im Jahr davor erst 16 %. „Nach dem Durchbruch für die Public Cloud im Vorjahr legt die Nutzung weiter zu“, sagte Pols. 

Ab in die Wolke: Während bei großen Unternehmen die Cloud-Nutzung seit Jahren etabliert ist, legen jetzt die kleinen kräftig zu.

Vor allem Sicherheitsbedenken waren es anfänglich, die deutsche Unternehmen gegen die Cloud ins Feld führten. Heute ist sie immer mehr eine Quelle für mehr Sicherheit: Sicherheitslösungen aus der Cloud nutzen mittlerweile 44 % der Unternehmen. Ein deutlicher Sprung nach vorne, denn im Vorjahr nutzten erst 29 % „Security as a Service“ in der Public Cloud. „Immer mehr Unternehmen erkennen die Chance, die Datensicherheit mit Public-Cloud-Lösungen zu verbessern“, erklärte Marko Vogel, Director Cyber Security bei KPMG. 

Mittlerweile hält mehr als die Hälfte der befragten Geschäftsführer und IT-Verantwortlichen ihre Unternehmensdaten in der Public Cloud für „sehr sicher“ oder „eher sicher“. Dagegen ist der Anteil derer, die mit „sehr unsicher“ oder „eher unsicher“ antworteten, auf nur noch 4 % geschrumpft. Allerdings haben sich auch 37 % nicht klar positionieren können und mit „teils/teils“ geantwortet. „Die große Mehrheit der Unternehmen hat Vertrauen in die Sicherheit ihrer Daten in der Cloud“, sagte Vogel.

Interessant ist der Vergleich der internen IT-Systeme mit der Cloud in Sachen Sicherheit. Konkrete Datensicherheitsvorfälle in ihrer hauseigenen IT oder einen entsprechenden Verdacht hatten insgesamt 41 % der Befragten. In der Public Cloud waren es nur 32 %, wobei die Zahl der Verdachtsfälle deutlich niedriger ausfiel als in der hauseigenen IT. „Unternehmensdaten sind in der Public Cloud genauso gut geschützt wie in internen IT-Systemen“, resümierte Vogel diese Ergebnisse.

„Unternehmen benötigen für ihre Public-Cloud-Anwendungen aber ein angepasstes Sicherheitsmanagement“, mahnt der KPMG-Mann. Laut Umfrage speichern 84 % nur vermeintlich unkritische Informationen in der Public Cloud. Personenbezogene Daten lagern 27 % aus und nur 19 % tun dies auch mit kritischen Business-Informationen.

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