Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Dienstag, 12. Dezember 2017

Druckmaschinenbau

„Der positive Trend hält an“

Von Ulrich W. Schamari | 16. Februar 2017 | Ausgabe 07

Die Hersteller profitierten im vergangenen Jahr vom Abbau des Investitionsstaus in der Druckindustrie.

w - Druck BU
Foto: Heidelberger Druckmaschinen

Sanierungsstau aufgelöst: Maschinen für die Druck-Weiterverarbeitung waren 2016 gefragt. Im Bild eine Falzmaschine.

Angesichts protektionistischer Tendenzen wie des „America first“ von US-Präsident Donald Trump oder der nationalistischen Wunschziele des Brexit-Votums mahnte Kai Büntemeyer, Vorsitzender des VDMA-Fachverbands Druck- und Papiertechnik, auf der Jahrespressekonferenz seiner Organisation in Frankfurt letzte Woche zur Zurückhaltung. „Man sollte darauf vernünftig reagieren“, forderte er. Die andauernden deutschen Exportüberschüsse seien nicht Ausweis einer besonderen Leistungsfähigkeit und einer besonderen Gesundheit der deutschen Wirtschaft, sondern eines langjährigen und nachhaltigen strukturellen Ungleichgewichts.

„Der deutsche Druck- und Papiermaschinenbau mit über 80 % Exportanteil braucht Rahmenbedingungen, mit denen er planen kann. In dem Moment, wo die Rahmenbedingungen alle infrage gestellt werden, wird es natürlich für unsere Industrie schwierig“, stellte Markus Heering, Geschäftsführer des Fachverbands, klar. Mit den Herstellern in den USA sieht er den deutschen Maschinenbau angesichts der Debatte in einem Boot. Man sei technologisch komplementär aufgestellt, aber: „Sie brauchen mit ihren Technologien genauso freie Märkte wie wir auch.“

2016 haben Heering zufolge die USA das erste Mal nach fast zehn Jahren China als größten nationalen Exportmarkt wieder abgelöst. Insgesamt sei 2016 für die gesamte Druck- und Papiertechnik ein gutes Jahr gewesen, stellte Heering angesichts eines preisbereinigten Mehrumsatzes von 8 % gegenüber 2015 fest. Nach dem starken Auftragseingang im Vorjahr sei dies zu erwarten gewesen.

„Im Alltagsgeschäft gab es für unsere Mitgliedsfirmen viel Licht – und weniger Schatten“, lautete Heerings Resümee für 2016. Bei den Neubestellungen war zwar nur ein Plus von 1 % zu verzeichnen, doch habe dies angesichts eines zweistelligen Vorjahreszuwachses nicht überraschen können. Mit einem Anstieg des Auftragsvolumens um 7 % notierte die Branche eine gute Inlandsnachfrage, doch fiel der Auftragseingang aus dem Euroraum um 12 % geringer aus als 2015. Das Ausland jenseits der Eurozone erhöhte sein Auftragsvolumen um 4 %.

„Unsere Mitgliedsfirmen haben die vergangenen Jahre genutzt, um ihre Strukturen an die neuen Marktgegebenheiten anzupassen“, betonte Heering. Das zeige sich daran, dass sie im letzten Jahr mit einer Kapazitätsauslastung von durchschnittlich 90 % arbeiteten.

Besonders erfreut zeigte Heering sich über die Entwicklung im Markt für Papierverarbeitungsmaschinen: „Der positive Trend hält an. Langsam, aber sicher löst sich der langjährige Investitionsstau im Weiterverarbeitungsbereich.“

Für 2016 hätten die Hersteller in der Weiterverarbeitung 6 % mehr Umsatz und einen abermals um 13 % angestiegenen Auftragseingang gemeldet. Damit habe das Auftragsvolumen das dritte Jahr in Folge im zweistelligen Prozentbereich zugelegt. Druckereien und Buchbindereien fassten wieder Vertrauen und investierten in die Zukunft.

Die Druck- und Papiermaschinenbauer hätten sich für die Nachfrage der Druckereien nach Automation gerüstet und trieben daher automatisierte, digital vernetzte Prozesslösungen voran. Industrie 4.0 sei für die Branche längst keine Vision mehr. Deshalb könne man auch trotz aller Unsicherheiten auf den internationalen Märkten eine vorsichtige Prognose für 2017 wagen: Für den Bereich Druck- und Papiertechnik erwarte man Nullwachstum, während im Markt für Papierverarbeitungstechnik weiterhin Optimismus erlaubt sei.

stellenangebote

mehr