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Dienstag, 12. Dezember 2017

Automation

Die Lücke nach der Produktionsplanung

Von Martin Ciupek | 26. Januar 2017 | Ausgabe 04

Viele Industrieunternehmen lassen Potenziale digitaler Technologie ungenutzt, legt eine diese Woche vorgestellte Untersuchung nahe.

Deutliche Unterschiede beim Einsatz von Digitaltechnologien in der Industrie hat eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) und der Hochschule Karlsruhe identifiziert, die diese Woche auf der VDI-Tagung Industrie 4.0 in Düsseldorf vorgestellt wurde. Mit Produktionsplanungssystemen (PPS) sind die meisten Industrieunternehmen demnach branchenübergreifend vertraut, ansonsten beschränke sich der Einsatz digitaler Technologien auf einzelne, vorwiegend größere Unternehmen. „Die deutschen Industrieunternehmen digitalisieren sich zu vorsichtig“, folgert daraus Udo Ungeheuer, Präsident des VDI. Das gelte insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU).

Technologiefelder für die Digitalisierung

Obwohl laut der Untersuchung insgesamt zwei von drei Unternehmen PPS im Einsatz haben sowie Lieferkettenmanagement (Supply Chain Management) und digitale Visualisierungssysteme in einigen Industriebranchen stark genutzt werden, zeigten andere Branchen dafür noch wenig Interesse. Auch das Produkt-Lebenszyklus-Management (PLM) werde branchenübergreifend nur von 11 % der befragten Unternehmen eingesetzt.

Dabei wirkt sich die Nutzung von Digitalisierungstechnologien laut Steffen Kinkel von der Hochschule Karlsruhe, „eindeutig positiv auf die Arbeitsproduktivität aus“ – und zwar unabhängig von der Unternehmensgröße. Hinsichtlich der Gesamtfaktorproduktivität – der Wertschöpfung bezogen auf die Summe aus Personal- und Kapitalkosten – zeigt sich allerdings ein differenziertes Bild. Zwar ergeben sich dort durch die Nutzung unterschiedlicher Digitalisierungskonzepte aus mehreren Technologiefeldern (siehe Kasten) signifikante Vorteile, doch müssten kleinere Unternehmen aufpassen, sich hier nicht zu übernehmen.

Der Forscher empfiehlt KMU daher ein fokussiertes Vorgehen, „um sich bei der Finanzierung der Digitalisierungsinvestitionen nicht zu übernehmen.“ Dabei gelte es auch, die Notwendigkeit laufender Nachinvestitionen z. B. für Updates zu berücksichtigen. Die Befragung macht zudem branchenspezifische Verbreitungsmuster deutlich. „Der Fahrzeugbau ist z. B. bei den digitalen Technologien der Intra- und Extralogistik sowie beim Einsatz mobiler Geräte führend“, sagt Kinkel.

Komplexe Produkte und Großserien böten hier günstige Einsatzbedingungen. Führend beim Einsatz von PPS- und PLM-Systemen seinen dagegen die Hersteller von optischen Technologien und Unternehmen aus der Elektrotechnik. Echtzeitnahe Produktionsleitsysteme seinen wiederum vor allem in Prozessindustrien verbreitet, z.B. in der Chemie- und Kunststoffindustrie. „Der Maschinenbau ist zwar bei keiner der Einzeltechnologien führend, aber mit seinen komplexen und oftmals im Kundenauftrag hergestellten Produkten beim Einsatz digitaler Managementsysteme und Technologien zur drahtlosen Mensch-Maschine-Kommunikation jeweils unter den Top-3 der Branchen zu finden“, hebt er hervor.

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