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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Kommentar

Die Schuld Einzelner zieht Kreise

Von Udo Ungeheuer | 23. November 2017 | Ausgabe 47

Vor einigen Wochen habe ich meine Meinung als Ingenieur deutlich zum Ausdruck gebracht, über Umfang sowie Art und Weise, wie die deutsche Automobilindustrie ins Fadenkreuz der öffentlichen Kritik geraten ist.

Foto: VDI

Prof. Udo Ungeheuer, Präsident des VDI, sorgt sich um die Auswirkungen der Dieseldebatte.

Ich finde es erstaunlich, wie viele Vertreter von Politik und Medien in der Debatte um den Verbrennungsmotor Themen und Fakten entgegen aller naturwissenschaftlichen und technischen Logik miteinander vermengen sowie diese oft zusammenhanglos oder falsch widergeben. Dies schadet nicht nur unserer eminent wichtigen Automobilindustrie, sondern letztlich auch Klima, Umwelt und damit uns allen.

Das nicht zu tolerierende Fehlverhalten und die Manipulationen Einzelner im Management eines unserer global agierenden Konzerne, wird von vielen als Steilvorlage genutzt, um pauschal die gesamte deutsche Automobilindustrie anzugreifen. Das Ganze heißt dann „Dieselskandal“. Ganz so, als ob die Technologie Schuld wäre und nicht der einzelne Manager, der Recht und Gesetz gebrochen hat.

Ist es nicht auch denkbar, dass bestimmte Kreise bewusst Stimmung gegen den Diesel machen? Kreise, die ein Interesse daran haben, dass wir uns in Deutschland den Verbrennungsmotor schlechter reden als er ist, die diese Technologie aufgeben und damit auch gleich unsere individuelle Freiheit und Mobilität infrage stellen. Kreise, die Ängste schüren, indem sie die Risiken von Klimawandel, Feinstaubbelastung und Stickstoffoxiden größer reden, als sie nach all dem technischen Fortschritt beim Verbrennungsmotor in den letzten Jahren tatsächlich noch sind.

Dass die modernen Diesel viel sauberer als ihr Ruf sind, wird in der faktenorientierten Serie „Brennpunkt Technik“ hier in den VDI nachrichten eindrucksvoll durch Experten aufgezeigt. Eine Sache beschäftigt mich aber nach all den unsachlichen Angriffen vieler Medien und Politiker zutiefst: Hat mal jemand darüber nachgedacht, was eigentlich in den vielen Zehntausenden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des oben angesprochenen Konzerns vorgeht, die tagein tagaus mit ihrer ganzen Kraft, ehrlich, kenntnisreich und gewissenhaft ihre Arbeit machen? Sie stehen sicher auch fassungslos dem Geschehen und den Taten Einzelner gegenüber. Schlimmer noch, sie müssen die massiven Konsequenzen für ihre Unternehmen ausbaden. Das gilt auch für die vielen weiteren Arbeitnehmer der in der Kritik stehenden Automobilbranche. Ich denke auch an sie.

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