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Freitag, 15. Dezember 2017

Börsenspiel

Die Top-Aktien der Ingenieure legen zu

Von Peter Schwarz | 2. März 2017 | Ausgabe 09

Seit Jahresbeginn notiert der Ingenieurfonds über dem Referenzindex MSCI World – dank starker Nebenwerte.

Finanzen (3)
Foto: Pfeiffer Vacuum

Auf dem Präsentierteller: Die mögliche Übernahme der Pfeiffer Vacuum Technology AG trieb deren Aktienkurs auf über 100 € – Verkaufssignal für die Manager des Ingenieurfonds. Das Foto zeigt die Fertigung von Turboscheiben.

Acht deutsche Aktien, ein amerikanischer und ein japanischer Titel – so setzte sich bei Redaktionsschluss der Ingenieurfonds zusammen. Bei der Aktienauswahl (siehe Tabelle) beweisen die 3500 Teilnehmer des VDI-nachrichten-Börsenspiels einen guten Riecher: Seit Jahresbeginn stieg der Ingenieurfonds um rund 5,4 %, während der Referenzindex MSCI World nur um 3,9 % zulegte.

Ingenieurfonds: 1000 € für den Sieger

Beim Stock Picking zeigten sich die Teilnehmer zuletzt mutig. Fünf deutsche Nebenwerte wählten sie in den Fonds. „Es ist eine clevere Strategie, verstärkt auch auf Werte aus der zweiten Reihe zu schauen. Die Schwankungen sind dort zwar höher, zugleich aber auch die Renditechancen“, kommentiert Aktienexperte Michael Thaler von der Top Vermögen AG, der den Ingenieurfonds betreut.

Foto: VDI nachrichten

Bei Pfeiffer Vacuum legten unsere Fondsmanager überdies perfektes Timing an den Tag. Sie entschieden sich für den Tec-Dax-Titel, als gute Geschäftszahlen und eine mögliche Übernahme den Kurs puschten. Inzwischen notiert der Wert über 100 €. Ob die familiengeführte Busch-Gruppe den Pumpenhersteller tatsächlich komplett übernehmen wird, ist jedoch offen. Am Montag haben Vorstand und Aufsichtsrat von Pfeiffer Vacuum den Aktionären empfohlen, die Offerte der Busch-Gruppe von 96,20 € abzulehnen. Die Teilnehmer unseres Börsenspiels sehen bei dem Wert offenbar wenig Luft nach oben. Anfang der Woche flog er aus dem Ingenieurfonds.

Für die Aktienmärkte insgesamt sieht Vermögensexperte Thaler allerdings noch „Aufwärtspotenzial“. Obwohl das US-Börsenbarometer Dow Jones bereits ein neues Allzeithoch erreicht und auch der Dax seit Jahresbeginn zugelegt hat, spricht aus seiner Sicht vieles für steigende Kurse: „Alle weltweiten Konjunkturindikatoren schlagen derzeit zum ersten Mal seit der Finanzkrise nach oben aus. Die Arbeitslosigkeit geht auf breiter Front zurück, die Industriekapazitäten sind gut ausgelastet, die Wachstumsraten können sich sehen lassen.“

Was die Entwicklung in Europa angeht, sieht Thaler aber auch Risiken. Vor allem die Wahlen in Frankreich und den Niederlanden bereiten ihm Kopfzerbrechen. Ein Sieg populistischer Kandidaten könne die Konjunktur abwürgen. Hinzu komme, dass Spekulationen über einen Grexit nicht verstummten.

Und was ist mit der Gefahr eines weltweiten Handelskrieges, den die markige Parole von US-Präsident Donald Trump („America first!“) heraufbeschwört? „Die Gefahr sehe ich nicht“, so der Leiter des Ingenieurfonds. „Der US-Kongress, indem es viel ökonomischen Sachverstand gibt, wird einschneidende Handelsbeschränkungen etwa gegen China verhindern“, ist sich Thaler sicher.

China verfüge über erhebliche Druckmittel, weil es den Vereinigten Staaten ihre Staatspapiere abnehme. Wenn die Regierung in Peking das nicht mehr täte, stiegen die Zinsen drastisch an. „Schon deshalb werden sich die Amerikaner nicht ernsthaft mit den Chinesen anlegen.“

Auch deutsche Unternehmen müssen sich laut Thaler keine großen Sorgen machen, dass ihnen die neue Regierung das Leben schwer macht. „Viele deutsche Firmen, die stark in den USA engagiert sind, produzieren vor Ort. Sie wären von Importzöllen kaum betroffen.“  

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