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Dienstag, 12. Dezember 2017

Parkettnotizen

Die Wette auf den Dollar

Von Stefan Wolff | 2. März 2017 | Ausgabe 09

Eigentlich war die Sache klar: US-Präsident Trump würde dem Dollar zu alter Größe verhelfen. Höhere Zinsen locken Investoren an.

Foto: Wolff

Stefan Wolff arbeitet als Finanzjournalist u. a. für das ARD-Börsenstudio.

Heimische Anleger sammeln außerdem das Geld ein, das sie in der Welt verteilt haben und holen es in die USA zurück. Höhere Staatsausgaben führen zu höheren Schulden. Das bedeutet: Es werden mehr Anleihen verkauft. Auch das erhöht die Nachfrage nach dem Dollar.

Bislang ist aber wenig geschehen. Die Steuerreform – laut Trump ein „Riesending“ – hat ebenso wenig Kontur angenommen wie ein Konjunkturprogramm. Noch bleibt alles im Vagen. Das hat an den Finanzmärkten für Unruhe gesorgt. Der Dollar schwankt heftig. Ein anhaltender Aufschwung gilt längst nicht mehr als ausgemacht. Dabei hat gerade die Diskussion um steigende Zinsen in den USA den Dollar in den vergangenen Wochen stark beflügelt. Dieser Aufschwung sollte das Ende einer längeren Schwächeperiode markieren.

Anleger haben zum Teil einen langen Atem benötigt. Wer z. B. vor 15 Jahren Dollars gekauft hat (in der Erwartung, dass er steigt), brauchte viel Geduld. Bei der Einführung des Euro vor 15 Jahren war der Dollar stark, fiel aber kontinuierlich, weil die Zinsen in den USA sanken.

Vor allem die Immobilien- und Finanzkrise setzte der US-Währung zu. Danach zog der Dollar wieder an, unter anderem wegen der Euroschuldenkrise und weil die Zinsen in Europa sanken. Doch von alter Stärke ist der Dollar noch weit entfernt.

Gerade während der Eurokrise verlagerten viele Anleger in Europa ihr Geld in den Dollarraum. Dieser Trend wackelt nun. Präsident Trump hat den Dollar als zu teuer bezeichnet und damit sämtliche Überlegungen auf den Kopf gestellt. Denn damit steht auch die Zinsstrategie der US-Notenbank Fed zur Disposition.

Die Fed ist zwar politisch unabhängig und keinen Weisungen unterworfen. Doch Ende des Jahres endet die Amtszeit von US-Notenbankchefin Janet Yellen. Trump könnte sie durch einen Kandidaten ersetzen, der die Märkte weiter mit Geld flutet. Eine weitere Amtszeit Yellens darf als äußerst unwahrscheinlich gelten.

Geldanlage in Devisen ist übrigens nicht nur Großanlegern vorbehalten. Wer ausländische Aktien oder Anleihen kauft, hält bereits ein Währungsrisiko – oder eine Chance.

Reine Devisenanlage ist unter anderem über Fremdwährungskonten bei der eigenen Hausbank möglich. Hier können allerdings Gebühren anfallen. Alternativ können Sparer ein Konto bei einer ausländischen Bank eröffnen, aber Achtung: Die Einlagen sind nicht immer gegen Ausfälle abgesichert.

Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, Optionsscheine oder Zertifikate auf Währungen zu kaufen. Dabei handelt es sich um Wetten auf Gewinne oder Verluste, die sehr riskant sein können. Im Ernstfall ist der Einsatz weg.

Solche Wetten mögen verpönt sein – doch wer in den USA Urlaub machen will, kann jetzt Dollars kaufen, wenn er glaubt, dass der Kurs bis zu den Ferien steigt.  

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