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Dienstag, 12. Dezember 2017

Kommentar

Emissionswirrwarr

Von Peter Kellerhoff | 10. August 2017 | Ausgabe 32

Ein Softwareupdate also soll die Diesel-Pkw der Euro-5- und Euro-6-Norm sauberer machen. Die Chefs der drei großen deutschen Autokonzerne VW, BMW und Daimler konnten oder wollten sich zu mehr nicht durchringen.

Peter Kellerhoff, Redakteur, fragt sich, wohin die Reise beim Diesel gehen soll.

Keine Nachrüstungen auf der Hardwareseite, die nach Aussagen von Experten möglich und nötig wären. Zwar gehören über 50 % der hierzulande zugelassenen 15 Mio. Diesel-Pkw zu denen, die per Software aufgerüstet werden können, aber selbst danach stoßen sie im Realverkehr immer noch ein Vielfaches an Stickoxiden aus, die der Gesetzgeber in seinen Euronormen als Grenzwert vorgeschrieben hat.

Und Fahrverbote sind damit noch lange nicht vom Tisch, denn wer beim modernen Diesel an der Stickoxidschraube dreht, verändert auf der anderen Seite Verbrauch und Partikelausstoß.

Die politischen Ambitionen zum Schutz der Bevölkerung sind aller Ehren wert. Im Nachhinein zeigt sich allerdings, wie schwer sich die Hersteller bei der Umsetzung taten. Technisch waren sie zum Zeitpunkt der Einführung der nächsthöheren Euro-Stufe scheinbar noch nicht in der Lage, die gesetzlichen Emissionsvorgaben zu erreichen (siehe Grafik Seite 13). Theoretisch vielleicht, jedoch noch nicht für die Serienfertigung. So hinkten die Hersteller den politischen Vorgaben immer weiter hinterher.

Eventuell ist es so zu erklären, dass in manchen Hinterzimmern der Autohersteller erste Ideen entstanden, wie man die Grenzwerte doch noch einhalten könnte. Das ist beileibe kein Entschuldigung für illegale Abschalteinrichtungen, denn dafür kann es keine Rechtfertigung geben. Aber es ist eine Erklärung dafür, dass man auf Herstellerseite wirklich jede Möglichkeit ins Auge fasste, um zumindest auf dem Papier und auf dem Rollenprüfstand eine reine Weste zu haben.

Jetzt ist der Dieselmotor technisch kein Problemkind mehr. Die Techniken sind da, um alle Emissionsvorgaben zu erfüllen. Nur will es so recht niemand mehr glauben. Die sinkenden Dieselzulassungszahlen sprechen eine deutliche Sprache. Und die Autohersteller haben auf dem Dieselgipfel eines versäumt: Den Menschen eine Unternehmensethik zu vermitteln, die auf Ehrlichkeit beruht und Vertrauen bei den Käufern wieder herstellen kann.

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