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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Cebit 2017

Es hakt noch bei den digitalen Geschäftsmodellen

Von Jens D. Billerbeck | 23. März 2017 | Ausgabe 12

In einigen Bereichen kommt die Digitalisierung gut voran, doch fehlen zunehmend Fachkräfte.

Für VDI-Direktor Ralph Appel ist klar: „Die digitale Transformation durchdringt alle Branchen.“ Am ersten Tag der Messe Cebit stellte er in Hannover Ergebnisse einer Befragung unter 600 Mitgliedern dazu vor, in welchen Bereichen Deutschland gut aufgestellt ist und warum es bisweilen an der Umsetzung der Digitalisierung hapert.

Foto: J. Billerbeck

Um zukunftsfähig zu sein, müssen Unternehmen Produkte mit mit intelligenten Dienstleitungen verknüpfen, ist VDI-Direktor Ralph Appel überzeugt.

„Es fällt auf, dass die Entwicklung von Dienstleistungen und digitalen Geschäftsmodellen relativ schlecht bewertet wird“, sagt Appel. Hier sehen nur 16 % bzw. 14 % Deutschland als gut aufgestellt an. „Wir müssen viel mehr in digitalen Geschäftsmodellen denken“, lautete Appels Appell. Das sei für die Unternehmen die größte Herausforderung.

Dagegen wird die Position Deutschlands in der Produktionstechnik – Stichwort Industrie 4.0 – gut bewertet. Fortschritte hat der digitale Wandel vor allem in den additiven Fertigungsverfahren und im Bauwesen gemacht.

Die neuen Technologien verändern nicht nur das, was produziert wird, sie verändern auch die Art und Weise, wie etwas produziert wird und auch wie es genutzt wird. Appel illustrierte das am Beispiel der Automobilindustrie: In nicht allzu ferner Zukunft könne das Auto Beiwerk zu einem digitalen Mobilitätsservice sein. „Es geht darum“, so der VDI-Direktor, „ein Produkt mit weitreichenden Funktionalitäten auszustatten und mit intelligenten Dienstleistungen zu verknüpfen.“

Doch gerade da herrscht in Deutschland weitgehend Flaute: Nur 9 % der Befragten geben an, großen Erfolg mit neuen Geschäftsmodellen zu erzielen, magere 11 % sagen immerhin, dass sie „sehr intensiv solche neuen Geschäftsmodelle entwickeln“. Appel: „Das ist nicht viel und überzeugt nicht!“

Für das Gelingen der digitalen Transformation ganz entscheidend sind ausreichend viele qualifizierte Mitarbeiter. „Die Nachfrage nach Fachkräften in der Informationstechnik steigt kontinuierlich immer weiter“, sagt Dieter Westerkamp, Bereichsleiter Technik und Wissenschaft im VDI. „Auf einen arbeitslos gemeldeten Informatiker kommen heute 3,5 Stellen.“ Dabei tun sich große wie kleine Unternehmen schwer, IT-Fachkräfte zu finden.

Als Hauptgrund nennen die Befragten, dass sich zu wenig Fachpersonal bei ihnen bewirbt. Problematisch sei, dass die Unternehmen deswegen IT-Entwicklungsleistungen ins Ausland verlagern oder ganz aus dem Unternehmen herausgeben. Als Konsequenz daraus werde, so Westerkamp, das für die digitale Transformation notwendige Know-how nicht im eigenen Unternehmen aufgebaut – und auch nicht am Standort Deutschland.

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