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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Produktion

Etiketten als Hightech-Produkte

Von Simone Fasse | 6. April 2017 | Ausgabe 14

Etiketten als Hightech-Produkte

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Foto: Schreiner ProSecure

Produktkennzeichnung: Die Identifikation eines serialisierten Produkts gewährleistet noch nicht dessen Echtheit. Zur Authentifizierung gibt es spezielle Merkmale.

Bis zu 300 Teile der Schreiner Group befinden sich in einem Fahrzeug, die Anforderungen der Hersteller und Behörden sind hoch. „Ein Label im Motorraum muss beispielsweise 15 Jahre lesbar und funktionstüchtig sein“, beschreibt es Robert Weiß, Leiter Technologie- und Innovationsmanagement der Schreiner Group mit Hauptsitz in Oberschleißheim bei München.

Die Schreiner Group

Auf den ersten Blick sind sie meist unauffällig, doch die Label und Funktionselemente von Schreiner haben es in sich. „Unser Unternehmen entwickelt sich immer mehr zum hoch spezialisierten Lieferanten intelligenter Funktionsteile und Hightech-Etiketten, weg vom klassischen Etikettendrucker“, so Geschäftsführer Roland Schreiner, der die Firma in dritter Generation führt. „Unsere Etiketten sind keine einfachen Kennzeichnungslabel. Es sind komplexe Produkte, die immer mindestens eine Funktion mitbringen“, ergänzt Robert Weiß.

Foto: Bernhard Assfalg/Schreiner ProSecure

Robert Weiß, Leiter Technologie- und Innovationsmanagement, ist auf der Suche nach neuen Schlüsseltechnologien.

Mehr als 65 Jahre besteht das Unternehmen, das als kleiner Garagenbetrieb gegründet wurde und als Spezialfabrik für geprägte Siegelmarken und Etiketten begann. Heute ist die Schreiner Group ein Anbieter verschiedenster Hightech-Anwendungen, das Portfolio reicht von Kennzeichnungen medizinischer Spritzen mit Erstöffnungsschutz über Lösungen für intelligentes Behältertracking oder Funktionsfolien im Umfeld von Industrie 4.0 bis hin zu extrem robusten und hitzebeständigen RFID-Etiketten für den Karosseriebau. „Häufig werden dabei mehrere Funktionen kombiniert – beispielsweise im Fälschungs- und Erstöffnungsschutz, mit oder ohne Interaktivität mittels NFC oder RFID“, erklärt Weiß.

Foto: Schreiner ProSecure

Roland Schreiner leitet die Firma in dritter Generation und entwickelt sie weiter.

Geschäftsführer Roland Schreiner denkt oft daran zurück, wie er als Kind durch die ersten Firmenräume mitten in der Münchner Innenstadt lief. Erst 1993 verlagerte die Firma ihren Hauptsitz nach Oberschleißheim. „Innovation und Weiterentwicklung haben die Unternehmensgeschichte bestimmt“, erinnert sich Schreiner. „Derzeit kommen wieder eine Vielzahl von Funktionalitäten und Anwendungen auf uns zu, etwa in der Elektronik mit gedruckten Batterien und Sensoren.“

Unter dem Dach der Schreiner Group sind die Geschäftsbereiche Schreiner MediPharm, Schreiner ProTech und Schreiner PrinTrust gebündelt. Hinzu kommen Competence Center wie Schreiner ProSecure. Während Schreiner MediPharm Spezialetiketten und selbstklebende Kennzeichnungslösungen für pharmazeutische Unternehmen entwickelt, geht es bei Schreiner ProTech um Hightech-Produkte für die technische Industrie und die Integration der Lösungen in bestehende Kundenprozesse. Als Spezialist für Sicherheit und Authentifizierung, unter anderem für Behörden, hat sich darüber hinaus Schreiner PrinTrust etabliert.

Zwischen den einzelnen Abteilungen findet laut Weiß ein ständiger Wissensaustausch statt, Produkte und Innovationen entstehen in enger Zusammenarbeit mit Kunden und Partnerfirmen. Die Anpassung an den Markt bringt dabei immer wieder Veränderungen. „Wir müssen bestehende Prozesse permanent hinterfragen und herausfinden, wo die neuen Schlüsseltechnologien zu finden sind“, sagt Weiß. Denn: „Wir bewegen uns in einem sehr komplexen Umfeld im Bezug auf Materialien, Automatisierung, Digitalisierung und Sicherheit. Genau diese Komplexität ist aber auch unsere Chance und unser Alleinstellungsmerkmal.“

Die Konkurrenz kommt unter anderem aus Asien. „Die Dynamik im Markt hat deutlich zugenommen“, so Weiß. „Was noch vor fünf Jahren Hightech war, ist heute Commodity.“ Die Komponenten werden immer günstiger, die Anwendungen gleichzeitig immer komplexer, etwa in der gedruckten Elektronik: „Elektronik und Intelligenz kommen auf Chipbasis zusammen. Hier gibt es inzwischen immer mehr Möglichkeiten, neue Funktionalitäten zu integrieren und über Sensoreingänge etwa in die Richtung Internet der Dinge zu entwickeln.“

Diese Komplexität verlangt den inzwischen mehr als 1000 Mitarbeitern eine Menge ab, denn auch die Berufsbilder ändern sich stetig. „Die permanente Entwicklung nach vorn verlangt auch die Bereitschaft unserer Mitarbeiter, ständig dazu zu lernen“, berichtet Geschäftsführer Schreiner. Technologisierung, Automatisierung sowie ein hohes Qualitätsbewusstsein seien gefragt. „Die Herausforderung im Recruiting liegt in unserer hohen Spezialisierung – selbst bei guten Voraussetzungen dauert die Einarbeitungszeit an manchen Maschinen mehr als ein Jahr.“

Die Digitalisierung ist für die Schreiner Group dabei Fluch und Segen zugleich. Denn das Unternehmen muss auf beiden Seiten das Tempo halten. Zum einen in den eigenen Abläufen, um effizienter und besser zu werden. „Zum anderen aber auch in der Zusammenarbeit mit unseren Partnern, die mit unseren Produkten diese Themen treiben können“, meint Schreiner, der das Wachstum der Gruppe bewusst steuert. „Mein persönliches Ziel ist es nicht, die Firma so groß wie möglich zu machen. Mir geht es darum, dass das Unternehmen robust und professionell aufgestellt ist. Ein jährliches Wachstum von rund 6 % legt dafür eine gesunde Basis.“

Wichtiger Treiber für die Aufwärtsbewegung ist der Fälschungsschutz, der sich laut Weiß als Top-Thema über alle Märkte entwickelt. Dabei werden Sicherheitsmerkmale immer öfter mit interaktiven Funktionen verknüpft. Auch im Bereich von Mehrwertdiensten und digitalen Komplettlösungen will die Schreiner Group wachsen, um sich noch deutlicher im internationalen Wettbewerb abzuheben.  ciu

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