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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Kommentar

Genug geackert?

Von Martin Ciupek | 9. November 2017 | Ausgabe 45

Landmaschinen fahren in Schwärmen vollautomatisiert über die Äcker. Sensoren erkennen, wie viel gedüngt werden muss, wo Pflanzenschutzmittel benötigt wird und welche Früchte reif zur Ernte sind.

Martin Ciupek, Ressortleiter, hält menschliche Anstrengung für notwendig.

Sie erkennen auch, wenn Leistungsdaten der Maschinen schlechter werden und steuern dem entgegen. Hilfsarbeiter brauchen sich nicht mehr auf den Feldern zu quälen. Der Landwirt wird noch mehr zum Manager, der alle Prozesse vom Büro oder einem mobilen Computer aus überwachen kann. So stellen sich Digitalisierungsexperten die Zukunft der Landtechnik vor.

Doch so ganz so einfach ist das nicht. Denn der Mensch wächst mit seinen Aufgaben. Und da beginnt das Problem: Natürlich lässt sich viel Wissen über Pflanzen, Böden, Schädlinge und Wettereinflüsse in Algorithmen abbilden. Das macht es den Landwirten einfacher, die die Wechselwirkungen der vielen Parameter bereits kennen. Deutlich schwerer aber dürfte es künftig für diejenigen werden, die die Zusammenhänge nie selbst erleben durften, weil ihnen vollautomatisierte Maschinen alles abnehmen. Ihr betriebswirtschaftlicher Erfolg würde noch stärker von der Funktionstüchtigkeit ihrer Maschinen abhängen als ohnehin schon.

Zudem würde die Welt einiges an Vielfalt verlieren, wenn allein Algorithmen und kurzfristige wirtschaftliche Aspekte im Vordergrund stünden. Ein Beispiel ist die Supermarkttomate: Knackig, rot und lange haltbar. Damit sie kostengünstig angeboten werden kann, wächst sie idealerweise an Pflanzen die sich leicht abernten lassen. Soweit so gut. Doch jetzt fällt immer mehr Verbrauchern auf, dass dabei der Geschmack auf der Strecke geblieben ist.

Das Fazit kann also nur lauten: Der Mensch muss sich auch künftig anstrengen, wenn er sich gemeinsam mit seinem Umfeld weiterentwickeln will. Dabei wird weniger die schweißtreibende Arbeit auf dem Acker im Mittelpunkt stehen, sondern eher das Fingerspitzengefühl für Entwicklungen, die nicht so leicht von Algorithmen berechnet werden können.

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