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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Kommentar

Grenze überschritten?

Von Bettina Reckter | 16. März 2017 | Ausgabe 11

Elke Büdenbender hatte Glück: Im Jahr 2010 erhielt die Ehefrau des designierten Bundespräsidenten eine Nierenspende von ihrem Ehemann Frank-Walter Steinmeier. Ihr Gesundheitszustand hatte sich zuvor akut zugespitzt.

Bettina Reckter, Redakteurin für Forschung, hofft, dass künftig weniger Menschen sterben, wenn es genügend Spenderorgane gibt.

Die Transplantation ist gelungen, beide sind seitdem wohlauf. Solch eine Chance bekommt längst nicht jeder, der auf eine Organspende angewiesen ist. Mancher wartet gar vergebens – sprich: Er stirbt, bevor sich ein passendes Organ findet. Trotz aufwendiger Kampagnen zum Erwerb eines Organspendeausweises sind immer noch nicht genug Menschen bereit, ihre Organe nach dem Tod zu spenden. Auch deshalb arbeiten Forscher weltweit fieberhaft an einer Lösung, um den Mangel an Spenderorganen zu beheben.

Ein Weg wäre der, den Forscher am Salk Institute im kalifornischen La Jolla jetzt beschreiten. Sie haben menschliche Stammzellen in einem Schwein heranwachsen lassen (s. Artikel). Daraus entwickelte sich lebendes menschliches Gewebe. Nach etwa vier Wochen wurde der Versuch abgebrochen. Auch wenn es sich hierbei um ein sehr frühes Stadium der embryonalen Entwicklung handelt: Das Experiment hat gezeigt, dass das Züchten von Organen für den Menschen mithilfe von Haustieren grundsätzlich möglich wäre.

Aber wäre es auch ethisch zu rechtfertigen? Oder würde hier eine Grenze überschritten? Eins vorweg: Derartige Forschung ist auch in Deutschland erlaubt. Denn das Embryonenschutzgesetz würde nur den umgekehrten Fall verhindern. Um beim Beispiel zu bleiben: wenn etwa Zellen eines Schweins in den Menschen eingepflanzt würden.

 Noch einmal: Der Bedarf an Transplantaten ist groß. Allein in Deutschland hoffen derzeit mehr als 10 000 Patienten auf ein Spenderorgan. Und es warten etwa dreimal so viele auf eine neue Niere, wie Transplantate vermittelt werden können. Wären wir in der Lage, Organe zu züchten, wären wir also nicht mehr von Organspenden abhängig, um Menschenleben zu retten.

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