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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Börsenspiel

Heimische Aktien begehrt

Von Christoph Böckmann | 22. Juni 2017 | Ausgabe 25

US-Anleger sehen sich vermehrt in Deutschland um. Auch die Ingenieure legen sich fast ausschließlich Werte aus Dax und TecDax ins Depot.

BU_Ingenieurfonds
Foto: panthermedia.net/lightwise

 

Die Zweifel werden größer. Wie lange kann er wohl noch weiter steigen, wann ist das Ende der Fahnenstange erreicht? Das fragen sich zurzeit immer mehr Anleger, wenn sie auf den Dax blicken. Als vergangene Woche in den USA Tech-Werte wie die Google-Mutter Alphabet einbrachen, sahen Pessimisten den Deutschen Aktienindex schon in den Keller rauschen. Doch der erklomm nach einem nur minimalen Rücksetzer den nächsten Rekord und durchschlug die 12 900-Punktemarke.

Ingenieurfonds: 1000 € für den Sieger

Keinen Grund für Schwarzmalerei sieht Hubert Thaler von der Top Vermögen AG, der mit seinem Sohn Michael das VDI-nachrichten-Börsenspiel betreut. Dass die Technologiewerte in den USA sanken, sei auf Gewinnmitnahmen der Investoren zurückzuführen. Diese Entwicklung sei nach der Hausse, die diese Werte in den letzten Monaten erlebt hatten, normal.

Das zeigt auch der Aktienchart von Alphabet. Zwar sackte der Wert im Juni binnen weniger Tage von 895 $ auf 857 $. Anfang Februar war er allerdings noch für 100 $ weniger zu haben. Mittlerweile haben Anleger wieder Vertrauen gefasst und fragen die Aktie nach. Der Preis stieg dementsprechend wieder.

Generell geht Thaler aber davon aus, dass sich die Konjunktur in den USA langsam etwas abkühlt und Wachstumsraten von über 2 % der Vergangenheit angehören werden. Positiver sieht der Vermögensverwalter die Aussichten für Unternehmen aus heimischen Gefilden: „Europa hat noch Wachstumspotenzial und Deutschland sogar noch deutliches.“

Das sieht auch Achim Wambach, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), so. „Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind nach wie vor günstig. Dies liegt nicht zuletzt an der positiven Entwicklung des Wachstums in der Europäischen Union im ersten Quartal dieses Jahres“, so der Ökonom.

Das ZEW befragt regelmäßig Finanzexperten zu ihren Konjunkturerwartungen. Das aktuelle Ergebnis: Derzeit gehen 70,8 % von einer Fortdauer der sehr guten Lage aus. 23,9 % der Finanzmarktexperten rechnen sogar mit einer Verbesserung in den nächsten sechs Monaten. So sei es auch kein Wunder, dass mittlerweile selbst US-Investmentfirmen bei Aktien vermehrt in Deutschland zugriffen, meint Bankfachwirt Thaler.

Beim Börsenspiel vertrauen die Teilnehmer ebenfalls vor allem deutschen Aktien. Unter den zehn beliebtesten Werten stammen mit Carl Zeiss Meditec, Kuka, SAP, Wirecard, Lufthansa, BASF, Bayer, der Commerzbank und Tui neun aus heimischen Landen. Nummer zehn ist mit Amazon einer der US-Tech-Werte, der kürzlich etwas eingebüßt hat. Die Ingenieure glauben, dass die Aktie die verlorenen Prozente bald wieder aufholt.

Bisher haben sich die Teilnehmer unseres Börsenspiels sehr gut geschlagen. Der Ingenieurfonds legte seit Start der Spielrunde über 11 % an Wert zu. Er besteht aus den zehn Werten, die sich die Teilnehmer am häufigsten in ihre Spieldepots legen.

Im Vergleich haben sich die internationalen Aktienmärkte längst nicht so stark entwickelt. Das zeigt der MSCI-World Index. Er listet 1637 Aktien aus 23 Industrienationen. Der vom US-Finanzdienstleister MSCI zusammengestellte Index stieg im gleichen Zeitraum nur um 2,5 %.

Was die Branchen betrifft, rät Thaler zu Firmen aus dem Konsum-, Bau-, Infrastruktur- und Gesundheitsbereich. Der deutsche Außenhandelsüberschuss wird mittlerweile nicht nur im Ausland, sondern auch von deutschen Ökonomen angemahnt. Um ihn auszugleichen, könnte Berlin auf Maßnahmen zurückgreifen, die den privaten Konsum befeuern, oder versuchen, ihn durch verstärkte Investitionen in die Infrastruktur auszugleichen.

Die aktuelle Runde läuft noch bis zum 30. Juni. Wer dann mit seinem Spieldepot die größte Rendite vorzeigen kann, den belohnen wir mit 1000 € bar.

Ab 1. Juli werden die Karten wieder neu gemischt und alle Zeiger auf null gestellt. Dann startet das Börsenspiel in die neue Runde, die bis zum 31. Dezember läuft. Und natürlich winken dann auch wieder zehn grüne Scheinchen.

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