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Dienstag, 12. Dezember 2017

Finanzierung

„Ich sehe großes Potenzial in Kooperationen“

Von Sabine Philipp | 25. Mai 2017 | Ausgabe 21

Wie Start-ups mit wenig Cash loslegen können und welche Erfahrungen er damit machte, erklärt Gründer Andreas Bihlmaier.

BU_Interview Bihlmaier
Foto: Wissensfabrik/Slavica

Stolz präsentiert Andreas Bihlmaier eines seiner Mechatronikmodule. Hätte er die Infrastruktur des KiT nicht nutzen können, stände der Gründer mit leeren Händen da.

VDI Nachrichten: Sie haben vor einem Jahr Ihr Unternehmen gegründet. Wie haben Sie die Gründerlandschaft in Deutschland erlebt?

Bihlmaier: Man merkt, dass die Politik das Thema auf ihre Agenda gesetzt hat. Prinzipiell gibt es eine Vielzahl an Anlaufstellen, Beratungszentren und Förderprogramme für Gründer. Start-ups, die physische Produkte entwickeln, dürften mit den Fördermitteln aber nicht allzu weit kommen. Wir hatten das Glück, dass wir – durch individuelle Absprache – die Infrastruktur des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), speziell des Lehrstuhls für Intelligente Prozessautomation und Robotik (IPR), nutzen konnten.

Andreas Bihlmaier

Was hätten Sie ohne diese Möglichkeit getan?

Robodev

Ohne die Hilfe hätten wir unsere Geschäftsidee wahrscheinlich nicht umsetzen können. Viele Start-ups aus dem Engineering-Bereich geben ihr Vorhaben auf, weil Mittel für die Maschinen und den Prototypenbau fehlen. Ein Bankkredit ist für die Wenigsten eine Option, zumal sehr viele Geschäftsgründungen scheitern.

Wie löst man das Problem?

Ich sehe großes Potenzial in Kooperationen mit dem Mittelstand. Gerade im ländlichen Bereich suchen viele Unternehmen händeringend Informatiker und Ingenieure, um neue Ideen, etwa im Bereich der Industrie 4.0, umzusetzen. Die gut ausgebildeten Fachkräfte zieht es aber nun einmal in die Metropolen wie München. Nun verfügen diese Unternehmen jedoch über ein Gut, das sie für Start-ups interessant macht.

Welches?

Einen Maschinenpark, der eigentlich nie voll ausgelastet ist. Hier könnten sich Start-ups und mittelständische Unternehmen zusammenschließen. Die Gründer könnten nachts, wenn die letzte Schicht gefahren ist, die freien Kapazitäten nutzen, um ihre Produkte zu entwickeln und zu testen. Als Gegenleistung könnten sie den Unternehmen ihr Know-how zur Verfügung stellen. Man müsste nur einen Rahmen finden, der die beiden Seiten zusammenbringt. Auf der Einzelebene wird das nur in Ausnahmefällen funktionieren.

Wie könnte ein solcher Rahmen aussehen?

Ich kann mir vorstellen, dass gut vernetzte Institutionen wie das Cyber Forum in Karlsruhe eine Vermittlerfunktion übernehmen könnten. Prinzipiell müsste auch im Vorfeld geklärt werden, wie die Zusammenarbeit konkret erfolgen soll. Und welchen Benefit der mittelständische Betrieb für sein Engagement erhält.

Wenn Sie zurückblicken: Was hätten Sie anders gemacht?

Ich wäre viel offensiver mit meiner Geschäftsidee umgegangen. Wie viele Gründer hatten auch wir Angst, dass uns jemand unsere Idee klauen könnte. Also haben wir Geheimhaltung betrieben. Das ist natürlich Unsinn. Denn die Idee an sich ist relativ wertlos. Erst die Umsetzung macht sie wertvoll. Und für die Umsetzung ist es sehr hilfreich, wenn man sich schon sehr früh Feedback einholt. Gleichzeitig kommt man so in Kontakt mit potenziellen Kunden und Kooperationspartnern. cb

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