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Dienstag, 12. Dezember 2017

Börsenspiel

Ingenieure holen mehr Prozente

Von Christoph Böckmann | 6. April 2017 | Ausgabe 14

Die Ingenieure setzen auf Investitionswerte und beweisen damit Aktiengespür. Französische Werte und Pharmaaktien sind ebenfalls hoch im Kurs.

BU_Ingifonds
Foto: ddp images/Bernhard Classen

Abfüllanlagenspezialist Krones ist bei den Teilnehmern unseres Börsenspiels aktuell einer der beliebtesten Werte.

Wer hätte das vor einem Jahr gedacht? In den letzten zwölf Monaten wurde Donald Trump zum neuen US-Präsidenten gewählt, die Briten sagten „Goodbye“ zur EU und in der Türkei herrscht seit einem Putschversuch der Ausnahmezustand – trotzdem strotzen die Aktienmärkte vor Euphorie. Der Dax durchschoss mühelos die 12 000-Punkte-Marke auf seinem Weg nach oben.

Ingenieurfonds: 1000 € für den Sieger

Die Ingenieure setzen bei unserem Börsenspiel aktuell auf deutsche Investitionswerte. So zählen zu den beliebtesten Aktien Kuka, Jenoptik und Krones. Der Maschinenbauer bietet Lösungen für die Befüllung und Verpackung von PET-Flaschen an. Michael Thaler von der Top Vermögen AG, der unser Börsenspiel betreut, begrüßt das: „Wenn der Capex-Zyklus anzieht, dann werden diese Werte sehr profitieren.“ Der Capital-Expenditure-Zyklus bezeichnet den Zeitraum, in dem ein Unternehmen seine Anlagen erneuert. Dabei geht Betriebswirt Thaler davon aus, dass es für Unternehmen bald an der Zeit sein könnte, neue Investitionen in Anlagen zu tätigen. „Seit der Finanzkrise hatte es nur eine Erholung gegeben, es wäre wieder Zeit für einen richtigen Aufschwung.“ Die Konjunktur und Stimmungsdaten gäben erste Hinweise in diese Richtung. Auch dass die US-Notenbank Fed die Leitzinsen kürzlich wieder erhöhte, deutet Analyst Thaler als Indiz, dass die Währungshüter mit einem substanziellen Wachstum rechnen.

Der Ingenieurfonds, der aus den zehn Aktien besteht, die sich die Ingenieure am häufigsten ins Spieldepot legten, hat seit Januar 3,18 % an Wert gewonnen. Damit beweisen die Teilnehmer unseres Börsenspiels ihr Aktiengeschick. Denn der MSCI-World-Index, der 1600 Aktien aus 23 Industrienationen listet und so die Entwicklung der globalen Wertpapierbörsen widerspiegelt, ist im selben Zeitraum nur um 2,47 % gestiegen.

Für alle, die noch auf der Suche nach ein paar interessanten Anteilsscheinen für ihr Spieldepot sind, hat Thaler einen Tipp: „Zu den deutlichen Gewinnern an den Aktienmärkten zählen momentan Pharmawerte.“ Sie profitierten davon, dass Trump es nicht gelungen ist, Obamacare zu kippen. „Vor Obamacare war es konjunkturabhängig, was sich die Amerikaner verschreiben ließen. Viele konnten sich ohne die Versicherung bestimmte Medikamente einfach nicht leisten.“ Dass Obamacare und damit die Krankenversicherungspflicht bleibe, stütze den Absatz der Medikamentenhersteller.

Ebenfalls lohnt sich der Blick ins Nachbarland. „Französische Werte sind momentan sehr gefragt“, weiß Thaler. „Das liegt daran, dass Börsianer davon ausgehen, dass die Wähler dieses Mal nicht bei den Sozialisten das Kreuz machen und auch nicht bei Marie Le Pen, sondern beim Wirtschaftsliberalen Emmanuel Macron. Von dem versprechen sich Aktienkäufer steigende Kurse.“

Die Finger lassen würde Thaler vorerst von Automobilkonzernen. Im US-Gebrauchtwagenmarkt stünden viele Pkw auf Halde und drückten aktuell die Preise. Dies belaste natürlich auch den Verkauf von Neuwägen. So würde versucht, Käufer über günstige Finanzierungsmodelle zu finden, bei denen auch bei nicht allzu solvente Kunden ein Auge zugedrückt würde. Das Problem aber: „Hierdurch kommt es in den USA zu vielen Ausfällen bei den Autokrediten. Das belastet die Banken der Autohersteller und damit wieder die Konzerne selbst. Über deutschen Herstellern schwebe zusätzlich das Damoklesschwert des Dieselverbots in Städten. „Wenn das Verbot kommt, werden alte Dieselfahrzeuge zum Schleuderpreis angeboten. Das senkt dann natürlich automatisch den Preis, den Verkäufer für Neuwagen verlangen können“, gibt Thaler zu bedenken.

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