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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Cebit 2017

Japan lässt seine Roboter tanzen

Von Barbara Odrich | 16. März 2017 | Ausgabe 11

Autonomes Fahren, Robotik, aber auch das Internet der Dinge und Industrielösungen – Japans Unternehmen wollen ab Montag ganz groß in Hannover auftrumpfen.

BU Japan
Foto: R. Bönsch

Handshake mit der Kanzlerin: Der Humanoide Asimo war beim Besuch von Angela Merkel in Japan nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was ab nächster Woche auf der Cebit zu sehen sein wird.

Nippon ist zum ersten Mal Partnerland der Cebit in Hannover und plant mit 118 teilnehmenden Organisationen und Unternehmen einen Rekordauftritt. Die drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt will die Bühne dieser weltgrößten Computermesse nutzen, um zu demonstrieren, dass sie eine Brutstätte für neue Ideen ist und mit dem Wandel vom Hardwarehersteller zu einer datengetriebenen Industrie bereits begonnen hat.

Drei Bereiche sollen unter dem übergreifenden Thema „Create a New World with Japan – Society 5.0, Another Perspective“ im Mittelpunkt des Auftritts stehen. Das Land wird in Halle 4 mit digitalen Unternehmenslösungen und in Halle 12 mit Themen zur Rechenzentrumsinfrastruktur, dem Internet der Dinge sowie Kommunikations- und Netzwerken auftreten. Die japanische Außenhandelsförderorganisation Jetro wird gleichzeitig vier Veranstaltungen, darunter ein Symposium und ein Networking-Event, organisieren.

Der Länderpavillon des Landes der aufgehenden Sonne ist mit einer Gesamtfläche von 7200 m2 beinahe so groß wie ein Fußballfeld – die größte Beteiligung eines Partnerlandes in der Geschichte der Cebit. „Wir wollen der Welt die innovativen Technologien Japans und unsere Leistungsfähigkeit präsentieren“, betonte Takeshi Yagi, japanischer Botschafter in der Bundesrepublik, im Vorfeld der Messe.

Japan hofft, mit seinen Technologien die Welt ins Staunen versetzen. Das ist umso wichtiger, als eine jüngste Studie des japanischen Instituts für Wissenschafts- und Technologiepolitik (Nistep) zeigt, dass Japans Forschung global kaum exponiert ist, obwohl sie eine ganz zentrale Rolle für die weitere wirtschaftliche Entwicklung spielt.

Nippons Regierung kanalisiert seit Jahren gezielt hohe Summen in Forschungs- und Innovationsaktivitäten, die zu eindrucksvollen Neuheiten in der Automobil-, der Informations- und Kommunikationstechnik, der Robotik und der Gesundheitswirtschaft führen.

Im Mittelpunkt der staatlichen Anstrengungen steht dabei das Konzept der „Society 5.0“, ein ehrgeiziges Programm der japanischen Regierung, bei dem die Digitalisierung keineswegs nur die Fertigungstechnik erfasst, sondern sich die gesamte Gesellschaft mithilfe digitaler Techniken so stark wandelt, dass sie Herausforderungen wie der Überalterung der Gesellschaft, der Umweltverschmutzung und Naturkatastrophen gewachsen ist.

Eine der großen Stärken Japans liegt in der Robotik. Die Regierung in Tokio will ihre Digitalisierungsaktivitäten stark mit dem Robotik-Know-how der Industrie unterstützen. 67 Aussteller werden in Halle 4 im Bereich Leben/Büro/Gesellschaft ihr Augenmerk unter anderem auf den Einsatz von Robotern im Haushalt, in der Medizin und der Landwirtschaft legen. Wegen hoher Technikaffinität der Japaner sind humanoide Roboter hier bereits Realität, ob als Hilfestellung in Banken oder Hotels oder gar als Ausstellungsführer wie im technischen Nationalmuseum Miraikai in Tokio.

Der bekannte Robotikwissenschaftler Hiroshi Ishiguro reist mit seiner kahlköpfigen Elfe Telenoid, einem kleinkindgroßen Telepräsenzhumanoiden mit Stummelarmen und Silikonkörper, nach Hannover. Professor Ishiguro, Direktor des Intelligent Robotics Laboratory in Osaka, spricht auf den Global Conferences und stellt die Frage: „Wird der Mensch zum Auslaufmodell?“

Auf der Messe präsentiert das IT-Unternehmen Fujisoft den Palro, einen humanoiden Roboter, der bereits in japanischen Altersheimen zum Einsatz kommt. Der Industriespezialist Yaskawa zeigt zukunftsweisende Roboterneuheiten wie den kollaborierenden Motoman HC10, der eine flexible Interaktion zwischen dem Roboterarm und seiner Umgebung ermöglicht. Als Teil einer Konzeptstudie sollen Miniroboter Modellautos am Stand montieren.

Hatten viele japanische Unternehmen in den vergangenen Jahren noch auf einen eigenen Stand verzichtet, so lassen sich das diesmal gerade die Großen wie der IT-Konzern Fujitsu nicht entgehen. Dabei ist auch Epson, der die weltweit erste kompakte Papierrecyclingmaschine für Büros – genannt PaperLab – zeigt.

Große Exponate planen unter anderem Autohersteller wie Toyota, Honda und Mitsubishi mit Fokus auf das autonome Fahren. Der Autokonzern Nissan präsentiert das Elektroauto Leaf, ausgestattet mit „SAM“ (Seamless Autonomous Mobility), um das Zusammenspiel von Mensch und künstlicher Intelligenz zu demonstrieren.

Neben den Großen sind die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen und Organisationen kleine und mittelständische Betriebe, von denen einige ihre Produkte und Dienstleistungen erstmals jenseits des heimischen Marktes vorstellen.

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