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Freitag, 15. Dezember 2017

Informationstechnik

Mangel an Standards und Entwicklern bremst Cloud

Von Harald Weiss | 11. Mai 2017 | Ausgabe 19

Cloud-Nutzung wird auch in Deutschland immer beliebter. Doch der Ansturm übersteigt oftmals die Möglichkeiten der Anbieter.

CFF BU1
Foto: panthermedia.net/maxkabakov

Alle wollen in die Cloud: Software aus dem Netz wird vor allem im Mittelstand immer beliebter.

Cloud-Computing ist der neue Standard bei der Informationsverarbeitung. Selbst einstmals kritische Anwender nutzen inzwischen diese IT-Angebote übers Netz, da die Vorteile die potenziellen Risiken bei Weitem übertreffen.

Vor allem beim Mittelstand ist Cloud-Computing sehr beliebt. Das Marktforschungsunternehmen Gartner sagt, dass der weltweite Cloud-Markt in diesem Jahr um 18 % auf rund 250 Mrd. $ anwachsen wird. Den größten Zuwachs wird es mit einem Plus von 37 % bei der Public-Cloud-Infrastruktur geben, die auf 35 Mrd. $ ansteigen wird.

In Europa und in Deutschland ist die Entwicklung ähnlich. Nach Angaben der Marktforscher von Research & Markets betrug der Cloud-Markt in Europa im vorigen Jahr knapp 20 Mrd. $. Crisp Research meint, dass sich in Deutschland bereits über 85 % der Unternehmen aktiv mit einer Cloud-Nutzung befassen.

Doch der neue Cloud-Boom hat auch seine Schattenseiten. So schnell, wie viele IT-Chefs jetzt auf eine Cloud-Plattform wechseln möchten, lassen sich die bestehenden Strukturen und Anwendungen nicht umkrempeln.

So mangelt es an verbindlichen Standards, um etwa Anwendungen problemlos von einer Public-Cloud-Plattform auf eine andere wahlfrei verschieben zu können. Experten des Cloud-Management-Anbieters Right Scale haben herausgefunden, dass derzeit bereits jede Anwendung durchschnittlich auf 1,8 Public und 2,3 Private Clouds betrieben wird. Von dieser Anwendungsmobilität würden die IT-Chefs gerne noch mehr Gebrauch machen, denn es würde ihre Unabhängigkeit gegenüber einzelnen Cloud-Providern deutlich verbessern.

Foto: Cloud Foundry Foundation

„Der Flaschenhals bei der weiteren Cloud-Verbreitung ist das Fehlen von gut ausgebildeten Entwicklern.“ Abby Kearns, Executive Director der Cloud Foundry Foundation (CFF).

Ein weiteres Problem sind die neuen und geplanten Anwendungen, die heute als Erstes für Cloud und Mobile entwickelt werden sollen. Dafür aber fehlen die erforderlichen Programmierer. „Der Flaschenhals bei der weiteren Cloud-Verbreitung ist das Fehlen von gut ausgebildeten Entwicklern“, sagt Abby Kearns, Executive Director der Cloud Foundry Foundation (CFF, s. Kasten). Ihrer Ansicht nach sind weltweit rund 250 000 Entwicklerjobs unbesetzt, was vor allem die Erstellung neuer Cloud-Applikationen deutlich ausbremst. Bei beiden Problembereichen will die Non-Profit-Organisation Abhilfe schaffen.

Die von der CFF propagierte Cloud Foundry ist eine Plattform, die es erlaubt Anwendungen bei verschiedenen Cloud-Anbietern zu betreiben. Ihre Architektur basiert auf der Containertechnologie, einer Weiterentwicklung der Virtualisierung. Dabei werden alle für den Betrieb einer Software benötigten Komponenten in einem „Container“ zusammengefasst. Alle für die Cloud Foundry entwickelten Anwendungen sind damit auf vielen Public-Cloud-Plattformen lauffähig, unter anderen auf Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure, Google Compute Plattform (GCP), OpenStack, VMware vSphere, und IBM Softlayer. Zur Cloud Foundry gehört seit Dezember 2016 auch der Open Service Broker (OSB). Das ist eine einheitliche Programmschnittstelle, über die Anwendungen externe Services wie Datenbanken, Dateisysteme und Nachrichten aufrufen können.

Cloud Foundry Foundation

Entwickelt wurde die Cloud-Foundry-Plattform 2009 beim Virtualisierungsspezialisten VMware. 2013 wurde sie als Open-Source-Software an die von EMC und VMware neu gegründete Firma Pivotal überstellt. Entstanden ist so ein De-facto-Standard, der gerade in Deutschland besonders beliebt ist. „Das Interesse an der Plattform ist gerade in Deutschland wegen der Portierbarkeit von Anwendungen besonders groß“, sagt Kearns über ihre hiesigen Erfolge.

Doch auch was das zweite Problem betrifft – also den Mangel an qualifizierten Entwicklern –, bietet die CFF Lösungen an. So startet sie im Juni den speziellen Onlinekurs „Cloud Foundry for Developers“.

Dieses Trainingspaket zielt darauf ab, die Entwicklung von Anwendungen auf der Plattform zu beschleunigen. Denn es fehlten vor allem qualifizierte Entwickler, die sicher auf der Cloud-Foundry-Plattform arbeiten könnten, sagt Kearns. Und bekommt dafür Unterstützung bei der deutschen SAP: „Wir sehen Entwickler als die Speerspitze für weitere Cloud-basierte Innovationen und für die digitale Transformation an“, sagt Björn Goerke, Chef der Cloud-Plattform des Softwarekonzerns.

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