Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Montag, 11. Dezember 2017

Finanzierung

Mehr Börsengänge erwartet

Von Christoph Böckmann | 4. Mai 2017 | Ausgabe 18

Von Investoren werden besonders Firmen mit einem erfahrenen Management gesucht, die sich auf Wachstum fokussieren, sagen Experten.

BU_Kapitalmarktpanel
Foto: Aumann AG

Maschinenbauer Aumann war dieses Jahr das erste Unternehmen, das den Schritt auf das Börsenparkett wagte.

Der Münsterländer Maschinenhersteller für Drahtlackier- und Spulentechnik sowie Automation hat‘s vorgemacht. Ende März brachte Aumann seine Anteilsscheine an die Börse und diese fanden das Interesse der Anleger und Investoren.

Kapitalmarktpanel

Der erste Kurs wurde am 24. März mit 48,20 € festgestellt, heute liegen die Aktien bei über 56 €. Aumann wird künftig vom Elektroautoboom profitieren, so die Hoffnung der Käufer. Die Firma, die mit ihren knapp 600 Mitarbeitern Spezialmaschinen und automatisierte Fertigungslinien für die Elektromotorenproduktion baut, beliefert unter anderem BMW, Daimler, VW, Bosch, Continental, Siemens und Lenze aber auch Miele. Das 1936 von Willy Aumann in Berlin gegründete Unternehmen gehört seit 2015 zum MBB-Konzern.

Nachgezogen hat Ibu-Tec. Der Forschungs- und Produktionsdienstleister für anorganische Stoffe ist der zweite, der dieses Jahr den Sprung aufs Börsenparkett wagte – und das ebenfalls Ende März. Seine Papiere konnte der Weimarer Mittelständler für 16,50 € platzieren. Heute stehen sie bei 18 €. Ibu-Tec ist auf die Veredelung und Optimierung von Pulvern, Granulaten und Suspensionen spezialisiert. Das Unternehmen beschäftigt rund 160 Mitarbeiter und erzielte 2016 einen Umsatz von 17,7 Mio. €.

Dem Beispiel von Aumann und Ibu-Tec dürften in diesem Jahr wohl einige Firmen folgen. Davon gehen jedenfalls die Emissionsexperten von 45 Finanzinstituten aus. Die Expertise der Banker hat die Beratungsgesellschaft Cometis AG für die VDI nachrichten eingeholt. Nach dem eher zurückhaltenden Börsenjahr 2016 mit lediglich sechs Neuemissionen, zeigen sich die befragten Banker für dieses Jahr optimistisch und rechnen mit neun bis zehn Börsengängen (IPO).

Aspiranten sehen die Befragten vor allem im Industriesektor. 73 % der Experten gehen davon aus, dass verstärkt Unternehmen aus diesem Bereich den Weg an die Börse gehen werden. Ebenfalls auf dem Zettel haben sie Technologieanbieter (64 %) und Softwareentwickler (45 %).

Dabei rechnen die Leiter des Emissionsgeschäfts etablierten Unternehmen die höchsten Erfolgschancen am Kapitalmarkt aus. Wachstumsstorys werden seltener genannt. Die Hälfte der Befragten nennen Ausgründungen von Unternehmenssparten als erfolgsversprechende Spielart. Letztes Jahr waren nur 38 % dieser Überzeugung.

Ein erfahrenes Management, gefolgt von einem auf Wachstum gerichteten Fokus sowie Profitabilität, seien die Anforderungen, die Investoren besonders wichtig wären. Markenanteile oder gar relevante Marktanteile wurden selten genannt.

Befragt nach den Gründen, warum Börsengänge in Deutschland scheitern, nennt die große Mehrheit zuerst die unterschiedlichen Preisvorstellungen von Emittenten und Investoren (82 %). Die allgemeine Volatilität des Börsenumfelds, von der Mehrzahl der Befragten im Vorjahr genannt, folgt erst mit Abstand auf dem zweiten Platz (45 %). Wie im Vorjahr folgt an dritter Stelle der Hinweis auf die Strukturierung des Emissionskonzepts, die den Geschmack der Investoren verfehlen kann (27 %). Geringe Transaktionsvolumen und weit beziehungsweise unklar definierte Mittelverwendung sind nur nachrangig als Hindernisse genannt (jeweils 9 %) worden.

Was die generelle Kapitalmarktentwicklung betrifft, haben die Fundamentaldaten der Unternehmen mit 78 % an Einfluss gewonnen und belegen nun den ersten Platz. Im zweiten Halbjahr 2016 wurden diese nur von 36 % genannt.

Die Entwicklung des weltwirtschaftlichen Umfelds wurde mit 56 % als wichtiger erachtet als im Vorjahr. Im zweiten Halbjahr 2016 waren es nur 45 %. Weiterhin relevant aus Sicht der knappen Mehrheit der Befragten sind die zinspolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (56 %). Der US-Politik wird nur eine untergeordnete Bedeutung beigemessen (11 %). Die Entwicklung Chinas spielt aus Sicht der Befragten keine Rolle (0 %).

stellenangebote

mehr