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Dienstag, 12. Dezember 2017

Parkettnotizen

Mit angezogener Handbremse

Von Stefan Wolff | 12. Januar 2017 | Ausgabe 01

Der Endspurt war eindrucksvoll, doch inzwischen ist aus der Jahresendrallye die Luft raus. Kein Wunder, war der Dax doch am letzten Handelstag des vergangenen Jahres auf ein neues Jahreshoch geklettert und hatte am ersten Tag 2017 noch eine Schippe draufgelegt.

Foto: Wolff

Stefan Wolff arbeitet als Finanzjournalist u. a. für das ARD-Börsenstudio.

 Inzwischen dominieren die Fragezeichen das Börsengeschehen. Viele der bekannten Belastungsfaktoren haben die Anleger ins neue Jahr mitgenommen.

 Wenn Donald Trump in ein paar Tagen als neuer US-Präsident ins Weiße Haus einzieht, sind längst nicht alle Fragen beantwortet, die sich mit seinen Aussagen im Wahlkampf verbinden. Vor allem die Autoindustrie blickt recht skeptisch über den großen Teich. Die Androhung von Strafzöllen beunruhigt die Hersteller. Ford hat bereits den Zeichen der Zeit entsprochen und seine Pläne für ein Werk in Mexiko auf Eis gelegt. Toyota gibt sich gelassen, verweist auf Tausende Arbeitsplätze, die der Konzern auch in den USA geschaffen habe und verfolgt die Pläne für eine Fabrik südlich des Rio Grande weiter.

Der Brexit wird die Börse ebenso weiterbeschäftigen. Das Spiel liegt bei der britischen Premierministerin Theresa May, die zur Jahresmitte die Austrittskarte ziehen will. Es hängt maßgeblich von den Briten ab, ob es zu einem sauberen Schnitt oder einer schmutzigen Scheidung kommt.

Und dann sind noch die vielen Unbekannten. Vergangenes Jahr hatte an Überraschungen kein Mangel geherrscht. Das dürfte auch 2017 der Fall sein. Zu den bekannten Unbekannten gehören der Anstieg von Nationalismus und Protektionismus. Hier haben in vielen europäischen Ländern nicht nur Anleger die Wahl.

In den Prognosen für 2017 herrscht nur leichter Optimismus. Daran, dass es bei der Nullzinspolitik der EZB bleiben wird, besteht kein Zweifel. Im Euroraum dürften die Anleihezinsen also höchstens moderat steigen. 2016 war die Umlaufrendite (das ist der durchschnittlich für alle gehandelten Bundespapiere gewährte Zins) erstmals in den negativen Bereich gefallen.

Da die US-Notenbank die Zinsen weiter anheben wird, werden diese weiter auseinanderdriften, was den Dollar stärken und den Euro tendenziell schwächen sollte. Der Euro könnte – so die Vorhersagen – recht bald die Parität zum Dollar erreichen. Ein Euro würde dann einen Dollar kosten. Und vermutlich weiter fallen.

Auch am Aktienmarkt dürften die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Im Schnitt sehen die Prognosen stagnierende Börsen voraus. Bei den großen Banken und Fondsgesellschaften reichen die Vorhersagen von einem vermuteten Rückgang auf 11 000 Dax-Punkte bis zu einem Anstieg auf 12 000 Punkte. Im Durchschnitt bedeutet dies Stagnation. Mit ihren vor einem Jahr gestellten Prognosen haben die Auguren gar nicht mal schlecht gelegen. Die immer wieder gestellten Extremszenarien mal ausgeklammert, lagen die Vorhersagen im Durchschnitt bei 11 860 Punkten und damit nur leicht über dem tatsächlichen Jahresendstand.  

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