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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Messe Intersolar

Modular der Sonne entgegen

Von Hans-Christoph Neidlein | 25. Mai 2017 | Ausgabe 21

Zahlreiche Neuheiten werden kommende Woche auf der Fachmesse Intersolar Europe 2017 in München vorgestellt – längst nicht nur Solarmodule. Die Intersolar mit der integrierten Stromspeichermesse „ees Europe“ stellt vor allem die Batterietechnik in den Vordergrund.

w - Intersolar BU
Foto: Solarwatt

Modularer Stromspeicher: Derartige Systeme bestehen aus einem Batteriemodul (hell) und einer Steuereinheit (dunkel), die über einen großen Bereich skaliert werden können.

Im Trend liegen modulare Speicher, die einfach montiert und ausgetauscht sowie individuell auf die benötigte Speicherleistung zugeschnitten werden können. Kaum noch eine neue Photovoltaikanlage kommt ohne Speicher aufs Dach. Hersteller wie Varta, Tesvolt, ADS-Tec und Axitec stellen auf der Messe modulare und skalierbare Batteriespeicher vor.

Die Branche habe zudem andere dezentrale Stromerzeugungsanlagen wie Windenergie oder Biogas im Visier, erläutert Andreas Gutsch, Geschäftsführer des Technologiezentrums Solar Innovation in Frechen. Einen sehr großen Markt sieht er in der Nachrüstung Hunderttausender Solarstromanlagen, die ab kommendem Jahr aus der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fallen. Durch eine passgenaue Dimensionierung der Speicherleistung könne zudem die Wirtschaftlichkeit optimiert werden.

So bringt der Dresdner Anbieter Solarwatt nun das erste vollständig modulare Batteriespeichersystem auf den Markt. Der My Reserve (MR) Matrix besteht aus zwei Elementen in der Größe eines Schuhkartons: aus einem Lithium-Ionen-Batteriemodul mit einer Speicherkapazität von 2,2 kWh und einem Steuermodul. In Letzterem steckt die gesamte Leistungselektronik des Speichers inklusive Anschlüssen, Sensoren und Software.

Eine Steuereinheit kann mit je bis zu fünf Batteriemodulen kombiniert werden, was einer Kapazität von 11 kWh und einer Leistung von 4 kW entspricht. „Unser gesamtes System besteht aus einer Matrix dieser beiden Grundbausteine“, sagt Gutsch, dessen Technologiezentrum zu Solarwatt gehört und der die Speicherentwicklung verantwortet. Die Skalierbarkeit ermögliche anwendungsorientierte Konfigurationen in einer Größenordnung bis zu 2 MWh. „Mit diesem System können wir 90 % aller Einsatzbereiche von Speichern abdecken“, sagt Detlef Neuhaus, Geschäftsführer von Solarwatt. Die Bandbreite der Anwendungen reiche vom Einfamilienhaus über Handwerksbetriebe, Quartierspeicher und Netzspeicher bis hin zur Industrie.

Der Batteriespeicher hat herstelleroffene Schnittstellen für Wechselrichter und ist laut Gutsch für Netzdienstleistungen ausgelegt. „Gerade in der Kooperation mit Stadtwerken und regionalen Netzbetreibern sehen wir breite Anwendungsmöglichkeiten unseres neuen Speichersystems“, sagt er.

Zudem sei der Austausch defekter oder veralteter Module einfach. Das System könne ohne großen Aufwand demontiert und die eingesetzten Bauteile zu über 80 % wiederverwendet werden. Die Lithium-Ionen-Zellen stammen vom südkoreanischen Hersteller SK. Der Verkauf soll im Juni starten.

Auf Skalierbarkeit und einfache Montage setzt auch das modulare Speichersystem B-Box des chinesischen Herstellers BYD. Ihre einzelnen Batteriemodule können ohne Verkabeln einfach ineinandergesteckt und zu Speichern mit einer Kapazität von 2,5 kWh bis 80 kWh kombiniert werden. Verwendet werden Lithium-Eisenphosphat-Batterien, die Weltmarktführer BYD vor allem bei Elektrofahrzeugen einsetzt.

BYD bietet die Box auch als Hochvoltsystem an. Hierbei sei die Energie bereits auf dem benötigten Spannungsniveau, so dass Wandlungsverluste minimiert würden und der Speicher effizienter arbeite, so der Hersteller. Zudem sinken die Systemkosten, da auch günstigere, weniger komplexe Wechselrichter genutzt werden könnten.

„Die B-Box-Serie bietet ein breites Leistungsspektrum für regenerative Energien, um so leichte bis schwere elektrische Lastnutzungs-, Off-Grid- oder On-Grid-, Einphasen- oder Dreiphasenanwendungen abzudecken“, so Julia Chen, Global Sales Director bei BYD Batteries. Das modulare Design ermögliche privaten und kommerziellen Nutzern mit einer geringen Investition zu starten und das Speichervolumen später zu erweitern und an künftige Entwicklungen wie die Integration von Elektrofahrzeugen anzupassen.

Der Kasseler Wechselrichterhersteller SMA ist strategischer Partner und bietet die passenden Zusatztechnik für die Hochvolt-Box an. „Mit dieser Innovation können wir das wirtschaftlichste Wechselstrom-Energiespeichersystem im Markt anbieten“, sagt Michael Ebel, Technical Sales Mananager bei SMA. Genaue Verkaufspreise sollen auf der Intersolar bekannt gegeben werden.

Ab Juli will die bayerische Solarmax mit der Auslieferung des modularen Speichersystems Maxstorage TP-S starten. Die dreiphasige Systemlösung vereint in einem Gehäuse einen Lithium-Ionen-Batteriespeicher, ein selbstlernendes Energiemanagementsystem und einen Wechselrichter vom Typ Solarmax 7 TP2 mit 7 kW Leistung. Dank des modularen Aufbaus sind DC-Wandler und Batteriepacks laut Unternehmenssprecherin Iris Krampitz einfach nachzurüsten. Insgesamt ließen sich bis zu vier Batteriepacks mit einer Nennkapazität von 2,3 kWh pro Modul montieren, was in Summe bis zu 9,2 kWh ermögliche. Ein bidirektionaler DC/DC-Booster soll für hohe Wirkungsgrade sorgen. Das Modell kommt mit zahlreichen Schnittstellen wie LAN, RS485, Modbus, KNX und eine Schnittstelle für die Direktvermarktung.

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