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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Windkraft

Offshore mit Rückenwind

Von Stephan W. Eder | 27. April 2017 | Ausgabe 17

Vor gut zwei Wochen passierte eine „offensichtliche Überraschung für alle“, so Stefan Kapferer, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands BDEW. Erstmals wollten Bewerber in Deutschland für Ökostrom-Großprojekte keine Förderung, und zwar für drei Offshore-Windparks, die 2025 in Betrieb gehen sollen.

Doch übertragbar auf andere Technologien und Projekte sind die Ausschreibungsergebnisse nicht, wurde auf der Messe deutlich. „Das ist eine Größenordnung, die weder für Photovoltaik noch Wind onshore erreichbar ist“, sagte Matthias Zelinger, Geschäftsführer von VDMA Power Systems, in Hannover.

Es gelte, Onshore-Ausschreibungsergebnisse, die man in den nächsten Wochen sehen werde und die 2018 gebaut werden würden, nicht mit solchen Langfristprojekten zu vergleichen. Dennoch sieht Zelinger Druck entlang der gesamten Wertschöpfungskette: „Auch bei Wind onshore sind noch Kostensenkungspotenziale da.“

Die Zuschlagswerte der ersten Offshore-Ausschreibungsrunde seien nicht ohne Weiteres auf den Onshore-Bereich übertragbar, erklärte auch Felix Rehwald, Pressesprecher des Windkraftanlagenherstellers Enercon in Aurich, der in Hannover ausstellt. Sowohl die Rahmenbedingungen als auch die vorherrschende Akteursstruktur seien verschieden. „Onshore-Planer können keine Wetten auf drastisch sinkende Technologiekosten eingehen“, betonte Rehwald, und ergänzt: „Für Wind-Onshore-Projekte gilt zudem ein wesentlich kürzerer Planungs- und Realisierungshorizont. Da für die Teilnahme an einer Ausschreibungsrunde eine erteilte BImSchG-Genehmigung erforderlich ist, müssen die Projekte fertig entwickelt sein, was die Festlegung auf eine bereits am Markt verfügbare Anlagentechnologie voraussetzt.“

Die Systemkosten für den Ökostromausbau seien nicht allein auf Gebotspreise im Ausschreibungsverfahren reduzierbar, so Hanns Koenig, Energiemarktexperte beim Beratungshaus Aurora Energy Research. „Bei Wind offshore ist es zum Beispiel so, dass die Bieter den Netzanschluss nicht mitbezahlen.“ Den stellten in Deutschland die Übertragungsnetzbetreiber. Bei Onshore-Windparks sei das anders.

Aurora Research hat diesen Vorteil für den größten der drei Null-Euro-Gebote, den Windpark „He Dreiht“, auf ca. 12 €/MWh berechnet. „Für die nächste Bieterrunde zu Offshore-Wind im kommenden Jahr erwarten wir tendenziell höhere Preise“, so Koenig. Hauptursache: Es würden 500 MW in der Ostsee ausgeschrieben, für die andere Randbedingungen gelten.

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