Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Montag, 11. Dezember 2017

Infrastruktur

Parkplätze für fahrerlose Automobile

Von Peter Odrich | 15. Juni 2017 | Ausgabe 24

Die Erwartung, dass in den nächsten Jahren Autos fahrerlos über die Straßen rollen, zwinge Betreiber von Großparkplätzen dazu, bereits jetzt radikal umzudenken. Dies sagte der Vorstandsvorsitzende des britischen Flughafens London Stansted, Andrew Cowan, kürzlich auf dem „Stansted Area Transport Forum“.

BU Parken für Fahrerlose Autos
Foto: Manchester Airport Group

Deutlich mehr Autos könnten in Zukunft auf die riesigen Parkflächen an Flughäfen wie hier in Stansted passen – wenn sie fahrerlos parken.

Der Parkplatzbedarf soll nach Schätzungen der Betreiber großer Flughäfen um 20 % bis 30 % gegenüber dem heutigen sinken. Zusätzlich könnten 10 % bis 20 % der Zu- und Abfahrstrecken eingespart werden.

Automobilhersteller Audi geht in einer Projektstudie für sein Parksystem sogar von noch größerem Einsparpotenzial aus, denn man brauche nur eine Kreisrampe. Treppenhäuser und Aufzüge entfallen ganz und die Fahrzeuge können in mehreren Reihen hintereinander und sehr dicht geparkt werden. Durch hochpräzise Fahrmanöver autonomer Autos lässt sich erheblich verdichten. Aus dem Wagen muss am Ende kein Fahrer mehr aussteigen.

Die Flughafenbetreiber sehen vor, dass fahrerlose Autos automatisch während des Absetzens der Insassen „befragt“ werden, ob sie den Flughafen wieder verlassen oder aber parken wollen. Möglich wird dies durch eine automatisierte Leitzentrale, mit der die Fahrzeuge kommunizieren. Über Induktionsschleifen im Boden registriert die Leitzentrale, welche Parkplätze tatsächlich frei sind und lenkt die Fahrzeuge dorthin.

Durch die automatische Einweisung soll in Zukunft die Auslastung der vorhandenen Parkflächen optimiert werden. Für Elektroautos wären auch Ladestationen und -schleifen im Boden denkbar, so dass der Akku beim Parken aufgeladen wird.

Auf Basis der laufenden Fahrzeugbewegungen könnten auch Parkgebühren ermittelt und von den Konten der Fahrzeughalter eingezogen werden. In diesem Fall bräuchten Parkflächen für fahrerlose Fahrzeuge weder Ein- noch Ausfahrschranken. 

Bis 2021 erwarten die Betreiber britischer Flughäfen eine größere Zahl fahrerloser Autos. Überlegungen wie diese gingen also schon heute in manche mittelfristige Parkplatzplanung ein, sagt Cowan. Während Freiflächen neben den Induktionsschleifen und der Leitzentrale nur eine neue Bemalung des Asphalts benötigen, ist die Modernisierung von Parkhäusern deutlich aufwendiger. Dort sei es oft günstiger abzureißen und neu zu bauen, als den Bestand umzubauen, sagt Cowan. Die Kosten für den Umstieg auf Parkhäuser für fahrerlose Autos sollen aber auf jeden Fall durch den geringeren Platzbedarf pro Auto kompensiert werden. Manche Betreiber erwarten sogar geringere Investitionen als in der Vergangenheit. Da autonome Autos auch in die heimische Garage zurückkehren können, werde künftig nur bei langen Anfahrtswegen am Flughafen geparkt.

stellenangebote

mehr