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Montag, 11. Dezember 2017

Maschinenbau

Rekord für Robotik und Automation

Von Martin Ciupek | 22. Juni 2017 | Ausgabe 25

Branchenverband VDMA erwartet nach dem Umsatzrekord 2016 ein Wachstum von 7 % für das laufende Jahr.

Deutsche Hersteller von Produkten für die Robotik und Automation können sich über Rekordumsätze freuen. Laut dem entsprechenden Fachverband im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) wird für das laufende Geschäftsjahr mit einem Wachstum von 7 % gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Nach dem Rekordumsatz von 12,8 Mrd. € im Jahr 2016 wird dann mit einem Branchenumsatz von 13,7 Mrd. € gerechnet.

Das freut Norbert Stein, den Vorstandsvorsitzenden vom VDMA-Fachverband Robotik + Automation. Auf der Jahrespressekonferenz am Dienstag in Frankfurt stellte er fest: „Im weltweiten Wettlauf, die Industrie zu modernisieren, profitieren die Marktteilnehmer aus Deutschland von einer robusten Konjunktur.“ Deshalb schaue seine Branche mit Optimismus in die Zukunft.

Profitieren könnte die Branche in den kommenden Jahren zudem vom demografischen Wandel – zumindest in Deutschland. Denn laut dem Institut für die Geschichte und Zukunft der Arbeit (IGZA), Berlin, wird die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland bis zum Jahr 2040 um etwa 10 Mio. Personen sinken, wenn die Babyboomer-Generation das Renteneintrittsalter erreicht. Selbst wenn dann weniger Arbeitskräfte benötigt würden und manche Stellen durch Zuwanderer besetzt werden könnten, entstehe eine Lücke. Diese kann nach Ansicht der IGZA durch Digitalisierung und Automatisierung geschlossen werden.

Horst Neumann vom IGZA sagt dazu: „Demografie und Digitalisierung bieten in den nächsten Jahrzehnten für Deutschland die einmalige Chance, Innovation, Qualifikation und Wettbewerbsfähigkeit zu einer positiven Allianz von wirtschaftlicher Stärke und sozialer Solidarität zu verbinden.“ Der ehemalige VW-Personalvorstand kommt zu dem Schluss: „Eine beschleunigte Digitalisierung und daraus folgende Produktivitätssteigerungen sind zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig und bilden die Basis der Finanzierung von Infrastruktur, Bildungs- und Rentensystem.“

Auch wenn der Fokus der Industrie 4.0 eher auf der individualisierten Produktion zu Kosten einer Massenproduktion als auf Produktivitätssteigerungen liegt, sieht man beim VDMA durchaus Potenziale dafür. Diese lägen demnach z. B. in neuen Anwendungsbereichen der Robotik und Automation, wie Inspektionssystemen und Lösungen zur vorausschauenden Instandhaltung. Damit ließen sich ungeplante Stillstände vermeiden und Maschinen besser ausnutzen.

Bis sich die neuen Technologien durchsetzen, profitiert die Branche vor allem von klassischen Lösungen. Die größte Teilbranche der deutschen Robotik und Automation bleibt dabei die Montagetechnik mit dem Lösungsgeschäft (Integrated Assembly Solutions). Hier stieg der Umsatz 2016 gegenüber dem Vorjahr um 2 % auf 7 Mrd. €. Die Robotik erzielte mit 3,6 Mrd. € ein Umsatzplus von 8 % und die Industrielle Bildverarbeitung steigerte sich um 9 % auf 2,2 Mrd. €.

Insgesamt erfreut sich die Branche einer starken Auslandsnachfrage. Nur 43 % des Umsatzes wurden 2016 in Deutschland erwirtschaftet, 30 % in Europa und 10 % in China.

Umsatzbringer: Seit der Wirtschaftskrise 2009 haben die deutschen Hersteller von Robotik und Automatisierungstechnik (Montagetechnik und Bildverarbeitung) ihren Umsatz mehr als verdoppelt.

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