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Dienstag, 12. Dezember 2017

Breitband

Schöne notwendige Glasfaserwelt

Von Gerhard Kafka | 4. Mai 2017 | Ausgabe 18

Wer in die Gigabit-Gesellschaft aufbrechen will, braucht Glasfasern. Dabei könnten die Kosten für den Ausbau in Europa signifikant, aber stemmbar sein.

x-ftth BU
Foto: Foto: panthermedia.net / alex1mx

Der Finanzmarkt hat die Attraktivität des Glasfaserausbaus erkannt und beteiligt sich immer häufiger mit erheblichen Summen an Netzbetreibern und deren Ausbauprojekten. So lautet ein Resümee der Glasfasermesse 2017, die vor einer Woche der Bundesverband Breitbandkommunikation in Frankfurt veranstaltete. „Wir müssen die Weichen jetzt richtig stellen, damit Deutschland mit der leistungsfähigsten Infrastruktur in Europa punkten kann“, erklärte Breko-Geschäftsführer Stefan Albers. Nur mit zukunftssicheren Glasfasernetzen könne der Übergang in die Gigabit-Gesellschaft gelingen, erklärte er. Und damit ist nichts Geringeres als die Digitalisierung auf sämtlichen Ebenen gemeint. Doch Deutschland hinkt der Entwicklung hinterher. Nur 2,9 Mio. von potenziell knapp über 40 Mio. Haushalten waren Ende 2016 laut Zahlen des TÜV Rheinland an die ultraschnellen Fasern angeschlossen.

Ein Grund: Glasfasern sind teuer. Das wissen die Protagonisten der Technik. Erst recht, wenn es um die Anbindung bis ins Haus, um FTTH oder Fibre-to-the-Home geht. Dennoch erstaunt eine Studie, die der FTTH Council Europe unlängst vorgestellt hat. Sie schätzt die Kosten für einen flächendeckenden Glasfaserausbau in Europa und soll zudem einen Beitrag zu der laufenden legislativen Debatte über den Vorschlag der Europäischen Kommission für einen Kodex der europäischen elektronischen Kommunikation (European Electronic Communications Code) liefern.

Um sämtliche Haushalte der 28 EU-Mitgliedsländer an die Glasfaser anzuschließen, entstehen laut Studie Kosten in Höhe von 156 Mrd. €. Unter Berücksichtigung der bereits existierenden Infrastrukturen und möglichen sparsamen Verlegemaßnahmen könnte sich diese Summe jedoch noch auf 137 Mrd. € verringern.

„Diese geschätzten Kosten zeigen, dass Glasfaserinfrastrukturen beträchtliche Investitionen erfordern, aber durchaus für ganz Europa machbar sind“, kommentierte Erzsebet Fitori, Geschäftsführerin des FTTH Council Europe, die Analyse. Und sie ist überzeugt: „Europa benötigt glasfaserbasierte Netzwerke mit hoher Kapazität, um so die Anforderungen einer digitalen Wirtschaft und Gesellschaft zu erfüllen.“

 Eine glasfaserbasierte Infrastruktur sei Grundvoraussetzung für Europas digitale Wettbewerbsfähigkeit, betont auch Ronan Kelly, Präsident des FTTH Council Europe. „Unsere Vision“, so Kelly, „besteht darin, dass die Glasfaserkonnektivität die Art und Weise, wie wir leben, handeln und interagieren, verändert und erweitert sowie jeden und alles überall miteinander verbindet.“

Das vom belgischen Planungsbüro Comsof im Auftrag des Councils erstellte Kostenmodell hatte bereits 2013 die Kosten nur für Deutschland mit 46 Mrd. € beziffert. Die frischgebackene Studie berücksichtigt die aktuelle Bevölkerungszahl, das neue EU-Mitglied Kroatien, die bereits errichteten Netzwerke und den Einfluss von kostenreduzierenden Maßnahmen. Zu den letzteren zählen: Wiederverwendung bestehender Infrastrukturen wie Leerrohre, Koordination und Aufteilung von Tiefbaukosten sowie Nutzung der bereits existierenden Infrastrukturen in Gebäuden. Damit lassen sich – wie erwähnt – noch weitere 12 % der Gesamtkosten in Höhe von 156 Mrd. € einsparen.

Das komplexe Kostenmodell berücksichtigt alle Komponenten sowie Verlege- und Installationskosten von der Vermittlungsstelle bis zu den individuellen Haushalten. Die Kostenschätzung bezieht sich auf die Ziele der Digitalen Agenda Europa. Sie berücksichtigt die Bevölkerungsdichte in den 28 EU-Ländern, aber auch die Arbeitslöhne. Die Kalkulation geht von einer 100 %igen Anschlussrate aus, wobei 50 % der Haushalte tatsächlich angeschlossen wären.  

Foto: VDI nachrichten

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