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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Kommentar

Tief Luft holen

Von Regine Bönsch | 2. März 2017 | Ausgabe 09

Waren es mehr BMW oder mehr Seats? Wer diese Woche die Halle 3 auf dem Mobile World Congress in Barcelona durchstreifte, konnte sie alle sehen: die Topmodelle und die Elektromobile der großen Automobilhersteller. Sicher, Smartphones und Tablets gab es in Hülle und Fülle auf der weltgrößten Mobilfunkmesse, aber es sind eben die Autos, die für die kommende Netzgeneration, für 5G, stehen.

Regine Bönsch, Ressortleiterin, warnt davor, im Mobilfunk schnelles Geld zu erwarten.

Die Autos – und vielleicht noch einige Videoanwendungen, wie sie die Koreaner für die kommenden Olympischen Spiele demonstrierten – zeigten, wofür 5G wirklich gut ist. Mehr aber nicht. Die fünfte Generation – das wurde 2017 deutlich – ist die Zukunft. Überall dort, wo es tatsächlich auf geringe Verzögerungsraten ankommt, geht kein Weg an 5G vorbei. Vernetzte Fahrzeuge sind da das beste Beispiel. Riesige mobile Geräte eben.

Bis dahin aber hat sich die Branche jede Menge ausgedacht, um die vierte Generation, LTE, noch fitter zu machen. Die Shootingstars der Messe – bei Sony, bei Huawei, bei ZTE – waren Mobiltelefone mit 1-Gbit/s-Download-Geschwindigkeiten . Sie alle werden LTE nutzen – frische, schnellere 4G-Technik. Die Netze können bei diesem Tempo noch nicht mithalten, aber auch das komme Ende dieses Jahres, verspricht die Branche.

„Massive IoT“, eines der wohl wichtigsten Merkmale von 5G, bei dem große Sensornetze für alle nur erdenklichen Anwendungen im „Internet of Things“ gesponnen werden, lässt sich auch mit LTE-Variationen realisieren. Gut so, denn schließlich müssen die Betreiber der Netze zusehen, wie sie die Milliarden, die sie in die Infrastruktur gesteckt haben, zumindest im Ansatz durch Umsätze wieder reinholen. Ein schwieriges Geschäft in einer Branche, in der mit immer härteren Bandagen gekämpft wird.

Da machen sich nicht nur die Netzbetreiber Konkurrenz. Google, Facebook, Amazon & Co. entwickeln immer neue Geschäftsmodelle, die den Datenverkehr in den Netzen drastisch erhöhen. Längst schlagen Investoren Alarm. Die Telekommunikationsindustrie ist nichts für Spekulanten, die den schnellen Gewinn suchen.

Und genauso geht es 5G. Für die fünfte Generation braucht man neben guter Technik und Geschäftsmodellen einen langen Atem. Also: erst mal tief Luft holen.

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