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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Energiewirtschaft

Trianel will zügig konsolidieren

Von Stephan W. Eder | 13. Juli 2017 | Ausgabe 28

„Wir sind weiter ein gesundes und liquides Unternehmen, das auch weiter investieren wird“, sagte Sven Becker, Vorstandschef des Stadtwerkekonzerns Trianel. Dem Ton nach, in dem Becker, seit 2005 an der Spitze des Aachener Konzerns, das sagte, scheint es ein Stück Selbstvergewisserung zu sein.

w - Trianel BU
Foto: Trianel

Verlustbringer: Das Steinkohlenkraftwerk Lünen bereitet den Eigentümern, der Aachener Trianel, große Sorgen.

 Denn mit 4,1 Mio. € fuhr das Unternehmen 2016 den ersten Verlust in der 18-jährigen Firmengeschichte ein, nach einem 300 000-€-Gewinn im Jahr 2015.

„In den letzten Jahren haben wir die Belastungen aus der konventionellen Erzeugung sowie den zunehmenden Margendruck kompensieren können. 2016 ist es uns trotz der großen Anstrengungen aller Mitarbeiter nicht gelungen“, konstatierte Becker Anfang letzter Woche bei der Vorstellung der Jahreszahlen 2016 im Düsseldorfer Industrie-Club.

Seit Jahren schon hat Trianel eine Drohverlustrückstellung von knapp 38 Mrd. € aufgebaut. Vor allem für eine Anlage: das 2013 in Betrieb genommene 750-MW-Steinkohlenkraftwerk in Lünen. Seit Jahren ein Zuschussgeschäft angesichts fallender Börsenstrompreise, der Terminmarkt sank 2016 sogar auf ein Niveau von 20 €/MWh. Rund 20 €/MWh bis 25 €/MWh mehr als heute müsste der Markt hergeben, damit Lünen für Trianel gedeihlich arbeitet, machte Becker klar.

Bisher hat man die Verluste durch das Kerngeschäft auffangen können, doch die starke Konkurrenz hat die Margen im Handel abschmelzen lassen. Daher hat es 2016 trotz eines leicht erhöhten Umsatzes von 2,136 Mrd. € nicht gereicht.

Dennoch hofft Becker ab 2017 dauerhaft jährlich 7,5 Mio. € einsparen zu können, um so im laufenden Geschäftsjahr schon wieder „eine schwarze Null“ zu erreichen. Trianel startet ein Sparprogramm, das in den Händen von Oliver Runte liegt, seit Mitte Januar Geschäftsführer. Auf „Kosteneffizienz, Prozessexzellenz und auf die Weiterentwicklung einzelner Geschäftsfelder“ wolle man sich konzentrieren, so Runte. Etwa 15 % der knapp 350 Stellen seien betroffen, etwa durch Aufhebungsverträge, aber es gebe keinen Einstellungsstopp. Die Prozessautomatisierung konzentriere sich auf den Handelsbereich.

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