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Freitag, 15. Dezember 2017

Maschinenbau

Über den Berg

Von Eckart Pasche | 7. Dezember 2017 | Ausgabe 49

Die deutschen Bergbaumaschinenhersteller haben nach vier Jahren die Talfahrt ihrer Erlöse gestoppt. Der Auftragseingang legte 2017 bisher ordentlich zu.

w - VDMA Mining BU
Foto: imago/biky

Bergbaumaschinen für Deutschland liefert die Branche immer seltener. Im Juli übergab Eickhoff der RAG Ruhrkohle den letzten Walzenschrämlader.

Beim Jahrestreffen des VDMA-Fachverbands Mining Ende November in Essen gab sich dessen Vorsitzender Michael Schulte Strathaus hoffnungsvoll. Das laufende Jahr werde voraussichtlich mit einer schwarzen Null abgeschlossen: „Unsere Industrie hat den Turnaround geschafft. Wir sind sehr zuversichtlich, unseren Vorjahresumsatz von 2,95 Mrd. € zumindest halten zu können.“ Erwirtschaftet wird dieser von 11 600 Mitarbeitern in 146 Mitgliedsbetrieben.

Als Grund gab Schulte Strathaus die seit dem vierten Quartal 2016 kräftig gestiegenen Auftragseingänge aus dem Ausland an. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hätten sie in den ersten drei Quartalen 2017 um 38 % zugelegt. Steigende Auftragseingänge machten sich allerdings erst zeitversetzt in den Bilanzen und beim Umsatz bemerkbar. Deshalb und weil die Kunden in der Rohstoffindustrie wieder angemessene Gewinne erzielten, sodass sie wieder investieren könnten, blicke die Branche auch für die Jahre 2018 und 2019 optimistisch in die Zukunft.

Für die Inlandsumsätze im Jahr 2017 prognostiziert der Verband einen weiteren Rückgang um 15 % auf 110 Mio. €, der sich danach fortsetzen werde. Dabei handele es sich nur um Ersatzinvestitionen. Denn die beiden letzten noch fördernden Steinkohlezechen schließen Ende 2018 und die Braunkohle stehe politisch vor einer ungewissen Zukunft.

Der Umsatz der Branche im Inland von 110 Mio. € entspreche nur 4 % des weltweiten Gesamtumsatzes von 2,95 Mrd. €. Dabei schwankten die Exporte in die einzelnen Weltregionen oft erheblich. „Da unsere Industrie praktisch auf allen Märkten präsent ist, sind wir zunehmend in der Lage, derartige Schwankungen auszugleichen“, so Schulte Strathaus.

Die Ausfuhren in die EU seien gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7 % auf 28 % gestiegen, die damit die größte Exportregion für die Bergbaumaschinenhersteller sei. In Spanien, Portugal, Serbien, Großbritannien und Polen gebe es Bergbau- und Tunnelprojekte. Gefragt seien nicht nur Maschinen und Anlagen zur Gewinnung von Rohstoffen, sondern vor allem Fördertechnik, Sicherheitseinrichtungen und Zubehör.

In die USA seien in den ersten drei Quartalen 2017 rund 15 % der Ausfuhren – vorwiegend Aufbereitungstechnik und Tiefbohrgeräte – geliefert worden, was einer Zunahme um 5 % entspreche. „US-Präsident Trump hat seine Ankündigung, die Kohlengewinnung nicht zurückzufahren und von Bergwerksschließungen abzusehen, zumindest bisher weitgehend erfüllt“, freut sich der Fachverbandsvorsitzende. Da auch die Arbeitsplätze erhalten worden seien, rechnet er mit einem weiteren Anziehen der Exporte.

Die Ausfuhren in den Nahen und Mittleren Osten seien von 9 % auf knapp 8 % zurückgegangen. Dahingegen habe der Markt in China um 1 % auf 7 % zugenommen. Das Land verfolge schon seit Jahren den Plan, kleine, unsichere und ineffiziente Gruben zu schließen und an deren Stelle neue große Hochleistungsbergwerke zu formieren mit dem Ziel, die Effizienz zu steigern. Gekauft würden westliche Hightechanlagen vorzugsweise aus Deutschland. „Positiv wirken sich dabei unsere langjährigen Erfahrungen im Steinkohlenbergbau aus“, sagt Schulte Strathaus. „Wir können den Chinesen genau das bieten, was sie wollen.“

Aufgrund eines großen Nachholbedarfs seien auch die russischen Importe um 2 % gestiegen, zumal Bergwerksmaschinen nicht von den verhängten Sanktionen betroffen seien. Die Märkte in Lateinamerika und in Afrika beurteilt der VDMA als unsicher, aber auch hier gibt er sich zuversichtlich.

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