Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Dienstag, 12. Dezember 2017

Kommentar

Umparken im Kopf

Von Martin Ciupek | 23. Februar 2017 | Ausgabe 08

Opel-Mitarbeiter in der deutschen Automobilindustrie haben es im Moment nicht leicht, selbst wenn sie noch motiviert zur Arbeit gehen. Der wahrscheinliche Verkauf von Opel an den französischen Fahrzeugbauer PSA mit seinen Marken Peugeot, Citroën und DS, das stimmt nachdenklich.

Martin Ciupek, Ressortleiter: Wenn die Mitarbeiter sich mitgenommen fühlen, kann es gelingen.

Ein „weiter so“ wird es mittelfristig nicht mehr geben können – weder für die Mitarbeiter noch für das Management.

Sehnsüchtig mag da der Blick in die Vergangenheit schweifen, wo man mit Wettbewerber VW im Mittelklassesegment noch auf Augenhöhe lag. Doch bis heute hat sich Opel nicht von der Ära López erholt.

Unter Führung eines von General Motors eingesetzten amerikanischen Managements galt es in den Jahren zwischen 1987 und 1992 unter José Ignacio López vor allem Kosten zu senken und Profite zu steigern. Während damals Mitarbeiter in der Produktion für das Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9000 geschult wurden, setzte der Spanier auf Kostensenkungen im Einkauf – zu Lasten der Produktqualität. Damit wurde das bis dahin gute Image der Marke nachhaltig geschädigt und die Mitarbeiter demotiviert.

Erst dem Ex-BMW-Manager Carl-Peter Forster gelang es ab 2001, den Fall der Marke zu stoppen und das Vertrauen der Kunden langsam zurückzugewinnen. Doch weder er noch die ihm nachfolgenden Manager waren bis heute in der Lage, den alten Wettbewerb mit VW im Volumensegment wiederherzustellen.

Nun sollen es also die Franzosen richten. Zusammen mit PSA könnte Opel in Europa tatsächlich wieder zum VW-Konzern aufschließen. Denn es gibt Chancen, unter einer neuen Führung Märkte zu erobern, die unter General Motors verschlossen waren. Die Frage ist, ob die Mitarbeiter der bisher konkurrierenden Unternehmen an einem Strang ziehen können. Dafür muss aus einem deutschen und einem französichen Automobilbauer eine europäisches Unternehmen werden. Um Großes zu erreichen, hilft vielleicht auch das ehemalige Opel-Werbemotto „Umparken im Kopf“ – sowohl in Paris als auch in Rüsselsheim.

stellenangebote

mehr