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Donnerstag, 10. August 2017, Ausgabe Nr. 32

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Sensorik

Vernetzte Sensoren gleichen Messfehler aus

Von Georg Dlugosch | 18. Mai 2017 | Ausgabe 20

Kühe melden, was sie fressen. Meteorologen wissen, wie die Wetterlage an beliebigen Orten der Welt ist. Allein die Auswertung der gemeldeten Informationen stockt ein wenig, denn es entsteht eine Riesenwelle von Daten.

Der Rummel um das Internet der Dinge hat seinen Zenit noch lange nicht erreicht. Bis zum Jahr 2020 sollen mehr als 20 Mrd. Produkte eine Anbindung an das Internet haben. Neben Smartphones oder Maschinen werden es Dinge sein, in denen man derzeit noch nicht einmal Informationstechnik (IT) vermutet. Davon wollen auch die im AMA Verband für Sensorik und Messtechnik organisierten Hersteller profitieren, die sich vom 30. Mai bis 1. Juni zur Messe Sensor und Test in Nürnberg treffen.

Für die Branche ändert sich einiges. Bisher sendete in der Regel ein Sensor einfach seine elektrischen Signale. „Jetzt werden Sensoren mit signalverarbeitender Intelligenz verknüpft“, erläutert Andreas Schütze, Messtechnikexperte von der Universität des Saarlands. Dadurch würden sie smart. Für den ehemaligen Vorsitzenden des Wissenschaftsrats des AMA ist es dabei notwendig, dass sich die vernetzten Sensoren gegenseitig überwachen können. Dann könne der Stopp einer kompletten Fertigungslinie vermieden werden, wenn mal ein Sensor falsch misst. Bisher passiert das laut Schütze nur selten, denn „industrielle Sensoren sind auf hohe Zuverlässigkeit getrimmt.“ Die hohe Qualität der Sensoren schlägt sich aber im Preis nieder. Das sorgt für Unmut bei Abnehmern, die lieber günstige Sensoren einsetzen wollen.

Ändern könnte sich das durch neue Modelle, die in großen Mengen auf den Markt kommen. Nach Angaben von Schütze gibt es für deren Produktion zwar oft keine standardisierten Prüf- und Kalibrierverfahren. Durch ihre Vernetzung könnten aber auch damit gute Messergebnisse erzielt werden. Deshalb sieht der Experte künftig zwei Lösungsansätze: Entweder werden die Sensoren sehr genau, robust und teuer gefertigt oder weniger genau und günstiger – können aber dafür ihre niedrigere Präzision durch Redundanz im Netz ausgleichen.

Künftig sollen Sensoren nach dem Plug-and-Play-Prinzip einfach eingebaut oder ausgetauscht werden können. Das bedeutet, dass sie sich selbst in Betrieb nehmen und kalibrieren sollen. Damit rückt auch die Datenverarbeitung näher an den Sensor oder wird in das Sensorsystem integriert. Schütze sieht darin auch neue Herausforderungen für die Hersteller: „Die mittelständischen Hersteller, die bisher vor allem Physiker und Ingenieure als Entwickler haben, werden in Zukunft Informatiker benötigen – entweder aus eigener Kompetenz oder durch Kooperation.“

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