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Donnerstag, 16. November 2017, Ausgabe Nr. 46

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Messe ISH

Vernetztes Gebäude

Von Fabian Kurmann | 23. März 2017 | Ausgabe 12

Auf der diesjährigen Branchenleitmesse der Gebäudetechnik zeigte sich die Digitalisierung an vielen Orten im Gebäude.

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Foto: Fabian Kurmann

Digitaler Installateur: Die Brille erkennt die Montagesituation und blendet auf dem transparenten Schirm Wartungsanweisungen ein.

Dass Produktionsanlagen in Zukunft vernetzt sein werden, propagiert die Industrie mit dem Begriff 4.0 schon seit einigen Jahren. Nun hat die Digitalisierungswelle auch die Gebäudetechnik erreicht. Auf der ISH, der Leitmesse für Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik vergangene Woche in Frankfurt, stellte die Branche digitalen Service und smarte Produkte vor. Pumpenhersteller Wilo etwa präsentierte „die erste smarte Pumpe“ für Heizungs- und Klimaanlagen. So können Gebäudebetreiber den Energieverbrauch aus der Ferne verfolgen und regeln. Ältere Modelle ab dem Jahr 2007 sollen mit Smart-Modulen nachgerüstet werden können.

Foto: Fabian Kurmann

Integriert: Enocean-Alliance-Chef Graham Martin kümmert sich darum, wie smarte Fenster ihre Daten an die smarte Heimzentrale senden.

Auch die Heizungsbranche geht mit dem Trend. Die Geräte von Bosch Thermotechnik, Vaillant und Viessmann lassen sich über eine App auf dem Smartphone steuern, wodurch sich Endnutzer wieder für ihre Heizungen interessieren. Die Digitalisierung schweißt konkurrierende Hersteller zusammen, denn es gibt ein gemeinsames Ziel. „Wir müssen als Industrie ein Bewusstsein schaffen, dass mehr neue Heizungen eingebaut werden“, erklärte Uwe Glock, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Bosch Thermotechnik.

Bei den Kommunikationsstandards im Gebäude, über die Sensoren und Aktoren kommunizieren, werde mittlerweile ebenfalls zusammengearbeitet, statt wie früher konkurriert, sagt Graham Martin, Geschäftsführer der Enocean Alliance. „Der Kunde interessiert sich nicht dafür, welchen Standard er nutzt, sondern es muss einfach funktionieren.“

Mittlerweile steigt auch die Fensterindustrie beim Smart Home ein. „Sie integriert Sensoren direkt ins Fenster“, erklärt Martin. Produkte von Herstellern wie Winkhaus stellen den Öffnungsstatus fest und erkennen Einbrüche durch die Vibrationen.

Während vernetzte Sensoren Einzug ins Gebäude halten, bereiten sich IT-Unternehmen bereits auf die Zukunft vor. „Der nächste Schritt sind selbstlernende, sogenannte kognitive Gebäude“, sagt Martin. In der Cloud analysieren Firmen wie IBM die Belegung von Räumen, die Auslastung der Gebäudetechnik sowie den Energie- und Ressourcenverbrauch. Für das kleine Eigenheim lohnt sich das nicht, aber für große Bürogebäudekomplexe. Präsenzmelder messen beispielsweise, wie Räume genutzt werden, und die Cloud errechnet, wann die Heizung morgens anspringen soll und welche Arbeitsplätze vakant sind, weil Mitarbeiter verreist sind.

Auch der Installateur könnte in Zukunft digital ausgestattet werden. Wilo stellte auf der Messe sein Entwicklungsprojekt mit smarten Brillen vor. „Das reale Bild wird durch Videos mit Wartungsanleitungen überlagert“, sagt Niko Kösling, zuständig für Service Portfolio Management bei Wilo. Die Brille zeigt außerdem an, ob der Träger beim Wartungsschritt an die richtige Stelle greift.

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