Passwort vergessen?  | 
 |  Passwort vergessen?  | 
Suche
  • Login
  • Login

Donnerstag, 12. Oktober 2017, Ausgabe Nr. 41

Donnerstag, 12. Oktober 2017, Ausgabe Nr. 41

Kommentar

Vorrang für pfiffig

Von Stephan W. Eder | 11. Mai 2017 | Ausgabe 19

Deutschland sollte es eilig haben in Sachen Ausbau von Stromübertragungsnetzen, denn Ende 2022 werden alle heute noch am Netz befindlichen Kernkraftwerke den Leistungsbetrieb einstellen. Dennoch entschloss sich die Bundesregierung bei den geplanten drei großen Nord-Süd-Trassen, Erdkabeln Vorrang zu geben.

Stephan W. Eder, Energieredakteur, befürwortet mehr Pilotprojekte für neue Technologien bei der Erdverkabelung.

Damit verliert sie Zeit, weil laufende Genehmigungsverfahren neu aufgerollt werden müssen; aber sie gewinnt Akzeptanz. Das bestätigte am Montag dieser Woche Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur in Bonn, bei der jährlichen Jahrespressekonferenz. Er gibt sich daher sehr zuversichtlich, dass bis 2025 „diese Stromautobahnen irgendwie stehen“.

Nun wacht Homanns Agentur auch darüber, dass preiswerte Lösungen zum Einsatz kommen. Und die Erdverkabelei ist aufwendig und teuer. Pfiffige Ingenieure basteln daher an neuen, effizienteren und preisgünstigeren Verlegeverfahren. Eines kommt von der AGS-Verfahrenstechnik Gmbh aus Stade – eine der fünf Nominierten zum Hermes Award 2017. Einen Probelauf ihrer Technik gibt es bereits, finanziert von den Stadtwerken Stade, mit 20 % Miteigner des Unternehmens.

Das ist gut für die AGS. Die Bundesnetzagentur kann zwar die preiswerteste Lösung anmahnen – aber nur, wenn diese bewiesen hat, dass sie kann, was sie verspricht. Sonst sagen die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) zu Recht, dass der Einsatz einer neuen Technik durch sie nicht zu verantworten ist– schließlich gilt es, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

Es geht also um das elementare Henne-Ei-Problem jeder Technologieentwicklung. Konkret: Nur durch Praxis haben neue Verlegetechniken eine Chance, auf den Radar einer der vier deutschen ÜNB zu kommen. Die aber sollten neuen Technologien die Chance wirklich einräumen. Wenn es nachher schneller und preiswerter wird, haben sie etwas davon. Den Entwicklern kann man nur empfehlen, was die AGS vormacht: Sie hat sich lokal mit einem Verteilnetzbetreiber einen Partner für ein Pilotprojekt gesucht. Dann öffnen sich vielleicht auch die nächsten Türen einfacher.

stellenangebote

mehr