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Donnerstag, 14. Dezember 2017

Stahlindustrie

Werkschutz

Von Iestyn Hartbrich | 4. Mai 2017 | Ausgabe 18

Es war schon ziemlich ungewöhnlich, dass die USA Antidumpingverfahren gegen Stahlhersteller aus zwölf Ländern eröffnet haben – darunter auch gegen Salzgitter und die Dillinger Hütte aus Deutschland. Klagen nicht die deutschen wie auch die US-amerikanischen Hersteller laut, ausdauernd und vor allem gemeinsam über chinesisches Dumping? Nun gibt es eine weitere Konfliktlinie in der Branche.

 Ein weiteres Indiz dafür, was bereits alle wissen: Es gibt auf der Welt zu viel Stahlproduktion.

Was war passiert? Das US-Handelsministerium hatte Grobblechlieferungen sanktioniert: Im Fall Salzgitter mit einem Strafzoll von 22,9 %. Bei Lieferungen aus Dillingen gilt ein Strafzoll von 5,38 %. Diese werden allerdings nur vorbehaltlich einer finalen Entscheidung Mitte Mai fällig. Beide deutschen Unternehmen haben vorsorglich die Lieferungen eingestellt. „Die Zölle seien „schmerzhaft“, kommunizierte Dillinger, da Umleitungseffekte der abgeblockten Warenströme in die EU zu erwarten seien.

Salzgitter wurde deutlicher. Laut Welthandelsorganisation WTO liegt Dumping vor, wenn a) der Importpreis unter den Herstellungskosten liegt und b) eine Schädigung des Einfuhrmarktes vorliegt. Salzgitter-Chef Heinz Jörg Fuhrmann kommentierte das vor Journalisten so: „Wir haben weder zu Preisen verkauft, die einer WTO-gemäßen Dumpingdefinition genügen, noch können wir den Markt geschädigt haben, weil wir von 200 000 t, die wir geliefert haben, 180 000 t in unserem eigenen Rohrwerk weiter verarbeitet haben.“ Um dann süffisant hinzuzufügen: „Ich glaube nicht, dass man mit 20 000 t diesen riesigen US-Markt nachhaltig schädigen kann.“

Fuhrmann spricht von überschaubaren Auswirkungen durch die Strafzölle. „Der amerikanische Großrohrmarkt ist im Augenblick wegen der niedrigen Öl- und Gaspreise verhältnismäßig wenig aktiv“, sagt der Stahlmanager.

Deutliche Kritik an den US-Strafzöllen kam auch von der Wirtschaftsvereinigung Stahl. „Gegen Handelsverteidigung nach den WTO-Regeln ist nichts zu sagen, aber protektionistische Maßnahmen – wie derzeit in den USA zum Beispiel in Form von ‚buy American‘ angedroht – dürfen sich nicht weiter ausbreiten“, sagt Präsident Hans Jürgen Kerkhoff. In den USA seien 110 Antidumpingmaßnahmen in Kraft, in Europa nur 20.

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