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Mittwoch, 13. Dezember 2017

Parkettnotizen

Wie Anleger vom Immobilienhoch profitieren können

Von Stefan Wolff | 9. März 2017 | Ausgabe 10

Spätestens vor eineinhalb Jahren ist der Immobilienboom auch an der Börse angekommen. Im September 2015 gelang der Wohnungsgesellschaft Vonovia der Aufstieg in den Deutschen Aktienindex.

Foto: Wolff

Stefan Wolff arbeitet als Finanzjournalist u. a. für das ARD-Börsenstudio.

Zum ersten Mal schaffte es damit ein Unternehmen der Branche in die höchste Börsenliga. Die Geschäfte laufen gut. Im vergangenen Jahr ist das Unternehmen dank Übernahmen deutlich gewachsen. Anleger können sich auf eine Dividende freuen, die mit 1,12 € je Anteilsschein um 19 % höher als im Vorjahr ausfallen wird.

Immobilienaktien sind auch sonst prominent vertreten. Allein im M-Dax tummeln sich mit der Deutschen Euroshop, der Deutschen Wohnen LEG und TAG gleich vier Firmen. Im Kleinwerteindex S-Dax finden sich Adler real Estate, TLG und Hamborner Reit. Reits (Real Estate Investment Trusts) haben sich in Deutschland trotz aller Bemühungen nicht durchsetzen können. Dabei sind die börsennotierten Immobilien-Aktiengesellschaften aus Anlegersicht durchaus attraktiv, da sie mindestens 75 % ihres Gewinns ausschütten müssen. Im Gegenzug werden sie steuerlich begünstigt.

Hohe Kursgewinne haben alle börsennotierten Immobilienunternehmen zuletzt eingefahren. Der Branchenindex Dax Real Estate ist in den vergangenen fünf Jahren um über 160 % gestiegen und hat damit den Dax abgehängt. Ebenfalls stark präsentierte sich Dax Construction, der mit 150 % Plus den Boom am Bau spiegelt.

Richtig glücklich konnten Aktionäre der großen Baufirmen allerdings nicht sein. Bilfinger-Papiere erlitten im vergangenen Jahr einen Kurssturz. Das Unternehmen hat sein Tafelsilber verkauft und ist gerade dabei, sich neu zu ordnen. Analysten bezeichnen 2017 als „Übergangsjahr“ für den Konzern.

Offene Immobilienfonds erzielen im Schnitt eine Rendite von 2,3 % pro Jahr. Trotz bescheidener Verzinsung sind sie beliebt wie selten und schwimmen im Anlegergeld. Die Folge: Die Fondsmanager kommen mit Immobilienkäufen kaum nach und halten fast ein Viertel der Anlagesumme in Liquidität, was natürlich bei den niedrigen Zinsen auf die Performance drückt.

Ein Problem der offenen Immobilienfonds hat sich damit erledigt: Vor einigen Jahren mussten viele Produkte schließen, weil sie die massiven Mittelabflüsse nach der Finanzmarktkrise nicht verkraftet haben. Anleger hatten auf der Suche nach Rendite die Fonds als Geldmarktkonto „missbraucht“ und so für entsprechende Verwerfungen gesorgt. In der Folge schritt der Gesetzgeber ein und schrieb Haltefristen für Anleger vor.

Eine eher magere Verzinsung bieten auch Anleihen, die Immobilienunternehmen begeben. So rentieren Vonovia-Papiere mit 7,5 Jahren Laufzeit gerade mal mit 1,29 %.

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