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Donnerstag, 12. Oktober 2017, Ausgabe Nr. 41

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Automation

„Wir haben die Lücke geschlossen“

Von Martin Ciupek | 18. Mai 2017 | Ausgabe 20

Peter Terwiesch, Präsident der Industrial Automation Division von ABB, erklärt die B&R-Übernahme.

VDI nachrichten: B&R soll zum globalen Entwicklungszentrum für Maschinen- und Fabrikautomatisierung innerhalb des ABB-Konzerns werden. Wie soll das praktisch funktionieren?

Foto: ABB AG

Peter Terwiesch vom ABB-Vorstand möchte auf den Stärken von B&R aufbauen und den Standort Eggelsberg als Kompetenzzentrum integrieren.

Terwiesch: Wenn man sich ABB und B&R anschaut, dann gibt es kaum Überlappungen in den Portfolios. ABB hat an der Stelle der Fabrikautomatisierung eine historische Lücke. Im Bereich der SPS (Anm. d. Red.: Speicherprogrammierbare Steuerungen), Industrie-PC und Servomotoren ist B&R mit sehr guten Lösungen unterwegs und passt perfekt in diese Lücke.

Peter Terwiesch und die B&R-Übernahme

Wie sieht das dann innerhalb Ihrer Konzernstruktur aus?

In der ABB-Struktur haben wir vier weltweite Divisionen, in denen es wiederum global operierende Business Units gibt. B&R wird als eine solche Business Unit in die Industrial Automation Division integriert. Für unsere Kunden und Mitarbeiter wird künftig das Management von B&R auch das Management der Business Unit sein. An den Kontakten zu den Kunden und der Art, wie Kundenlösungen entwickelt werden, ändert sich also nichts. Das sind Stärken, auf denen wir aufsetzen wollen. Das werden wir 1:1 übernehmen.

Gleichzeitig fragen wir uns, wie wir in allen Business Units das Geschäft weiterentwickeln können. Es geht darum, gemeinsam Themen anzugehen, die unsere Kunden weiterbringen und für Wachstum sorgen.

Wie liefen die Verhandlungen mit den beiden Gründern, den Herren Bernecker und Rainer?

Wir waren über Jahre in Kontakt und sind froh, dass uns die Gründer als Berater weiterhin zur Seite stehen werden. Das heißt, sie begleiten uns auch bei den nächsten Schritten. Es ging in den Gesprächen nie nur darum, wie wir zusammen passen, sondern immer auch darum, wie wir uns zusammen weiterentwickeln wollen.

Können Sie das bitte konkretisieren?

B&R ist heute weltweit aufgestellt und hat einige Vertriebsorganisationen und Partner. Davon sind zwei Drittel in Europa. Das Geschäft in Asien und dem Mittleren Osten wurde mit Schwung aufgebaut, genauso wie Amerika. Beide Regionen tragen heute zu je einem Sechstel am B&R-Umsatz bei.

Bei ABB verteilt sich der Umsatzanteil zu etwa je einem Drittel auf Europa, Amerika sowie Asien mit dem Mittleren Osten und Afrika . Da können wir uns mit regionaler Präsenz ergänzen. Darüber hinaus haben wir beim Thema Digitalisierung mit ABB Ability bereits eine große und leistungsstarke Plattform. Hier sehe ich weitere Anknüpfungspunkte, bei denen B&R durch ABB Wachstum generieren kann. Das soll aber keine Einbahnstraße werden. Wir wollen voneinander lernen.

Was kann ABB von B&R lernen?

Ich denke da an die Kunden- und Lösungsorientierung, aber auch daran, wie neue Technologien vorangetrieben werden. Dabei wird sehr systematisch vorgegangen.

Können Sie sagen wie viele gemeinsame Kunden Sie haben?

Wir sind ja noch in der Phase, in der wir den Wettbewerbsbehörden entsprechende Angaben machen müssen. Über Details dazu sprechen wir, wenn wir die Transaktion abgeschlossen haben. Auf jeden Fall zeigt sich bereits bei den jeweiligen Anwenderbranchen, dass die Stärken in unterschiedlichen Bereichen liegen.

Wann wird das behördliche Genehmigungsverfahren abgeschlossen sein?

Wir gehen davon aus, dass dies im Sommer 2017 der Fall sein wird.

Siemens hat die Lücke zwischen der diskontinuierlichen Fabrikautomation und der kontinuierlichen Prozessautomation schon länger geschlossen und den Begriff der Hybridindustrie geprägt. Wo sehen Sie sich mit ABB nun?

In der Prozessautomatisierung sind wir die Nummer eins, auch mit unseren Prozessleitsystemen. Was die Maschinen- und Fabrikautomatisierung betrifft, stößt mit B&R nun der größte unabhängige Unternehmen in dem Bereich zu uns. Auch wenn wir damit in Summe zunächst höchstens zur Nummer Zwei werden, ist das eine schöne Herausforderung. Ich denke, dass wir uns hier vom Feld absetzen. Diese Breite in der Automatisierungstechnik und Elektrifizierung bietet sonst niemand.

Dazu gehört ja auch Ihre Robotiksparte.

Das ist richtig. Aber es geht nicht darum, allen Kunden alles zu verkaufen. Von Vorteil ist es hier jedoch, eine breite Basis zu haben.

Sowohl die elektrische Antriebstechnik als auch die Robotik aus dem ABB-Portfolio gehören zur Fabrikautomation. Da gibt es also auch andere organisatorische Optionen.

Natürlich haben wir auch in der Robotik und Antriebstechnik Entwicklungszentren. Eggelsberg, als Stammsitz von B&R und globales Entwicklungszentrum für Maschinen- und Fabrikautomatisierung, ist hier eine willkommene Ergänzung. Natürlich gibt es gerade in der Robotik Schnittstellen, wo es um Interoperabilität geht. Da setzen wir ganz klar auf offene Standards.

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